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Manchmal sind es die altbekanntesten und einfachsten Tricks, die in ihrer Wirkung am meisten verblüffen. Das geht mir jedes Mal aufs Neue so mit der berühmten Wechseldusche.
Im Nachtzug schläft man nicht durch, jedenfalls nicht, wenn ein Bett Brett weiter unten zufrieden geschnarcht wird. Ein direkt auf die Zugfahrt folgender Tag im Büro und das Suchen mehrerer Adressen in einer unbekannten Stadt im pausenlosen Regen machen auch nicht gerade wach. Und da die anschließende Nacht auch eher kurz war, muss ich heute vormittag alle Mittel anwenden, um ansprechbar zu bleiben.
Kaffee. Klar. Die große Tasse und die Taste mit der doppelten Menge und der extra-starken Variante. Schon davor aber kam der weit effektivere Trick: Die Wechseldusche. Jeder kennt das wahrscheinlich: Abwechselnd die Wassertemperatur auf reichlich heiß (kurz vor “Autsch”) und enorm kalt (kurz nach “Oh mein Gott”) stellen. Immer dann das Ruder herumreißen, wenn es kaum noch auszuhalten ist. Nach vier, fünf Temperaturwechseln könnte man Bäume ausreißen, um mal einen Spruch zu zitieren, der ähnlich alt ist wie die Dusch-Idee.
Das ist besser als jedes Hyper-Oxygene-Morning-Relief-Shower-Produkt, jedes Mal wieder.
Und richtig gut ist, wer das auch im Winter schafft. Jemand dabei?
Freelanceswitch.com hat eine umfangreiche Linkliste zu Produktivitätstipps quer durch das ‘who is who’ des darauf spezialisierten Teils des englischsprachigen Webs zusammengestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Selbständigkeit, aber auch für alle Anderen sind einige der verlinkten Artikel lesenswert.
In dieser Liste findet sich von Links zu günstigen produktivitätssteigernden Programmen bis hin zu speziellen Tipps zur Selbständigkeit (wie etwa Bau Dir deine Geschäftsgrundlage auf, bevor Du Deinen Job aufgibst ) für quasi Jeden etwas.
Für alle Selbständigen und Solche, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen ein, dare I say it, Must-Read indeed.
» Freelanceswitch: 46 Must-Read Productivity Tips for Freelancers
Wer bereits eine geraume Zeit im Netz unterwegs ist, sammelt auch eine stattliche Zahl an Seiten an, die man schnell erreichen will. Am besten mit einem oder zwei Klicks. Also ab damit auf die Lesezeichenleiste im Browserfenster. Bis sie voll ist.
Um den begrenzten Platz auf dieser Leiste optimal nutzen zu können, kann man die Namen der Seiten über Rechtsklick -> Eigenschaften komplett löschen, so dass lediglich noch die Favicons dastehen. Favicons sind die kleinen Symbole, die man in der Adresszeile des Browsers in der Regel vor der Adresse sieht. Bei oft besuchten Seiten reicht zur Unterscheidung nach kurzer Zeit dieses Symbol aus. Und schon hat man Platz für erheblich mehr Seiten, die nur noch einen Klick entfernt sind.
Wem das noch nicht reicht, der kann direkt auf der Lesezeichenleiste auch Ordner anlegen (Rechtsklick auf der Leiste -> ‘Neuer Ordner’). So habe ich mir diverse thematisch sortierte Ordner angelegt. Zusätzlich habe ich mir einen Startordner angelegt. Dieser beinhaltet die von mir am häufigsten gelesenen Seiten. Praktisch dabei: Mittels Klick auf ‘Alle in Tabs öffnen’ werden mit einem Klick alle im Ordner befindlichen Seiten in einzelnen Tabs geöffnet.

Screenshot meines Start-Ordners
Wie nutzt Ihr eure Lesezeichenleiste? ‘Soviel wie möglich sofort erreichbar’ oder lieber ‘weniger ist mehr’? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Vereinfachung, das ist eine Art Schlüsselprinzip beim Thema Produktivität. Ein wunderbares Beispiel für die Konzentration aufs Wesentliche hat John Maeda vom Media Laboratory des MIT gefunden. Er hat sich bei archive.org alte Versionen von Yahoo (seit 1996) und Google (seit 1998) herausgesucht und die Screenshots nebeneinander gestellt. Man sieht: Die Yahoo-Seite wird von Jahr zu Jahr überfrachteter, die Google-Seite anfangs immer schlichter, um dann mehr oder weniger bei einem Design zu bleiben.

Größere Version nach dem Klick in John Maedas Blog.
Zu verlockend, zwischen dieser Entwicklung und dem Erfolg resp. Misserfolg von Google und Yahoo einen Zusammenhang zu konstruieren …
[via Georg Pagenstedts Tumblelog]
Und noch ‘ne Studie: Eine Wissenschaftlerin hat bei einer Beobachtung in zwei “Hightech-Firmen” herausgefunden, dass sich die Mitarbeiter dort durchschnittlich nur 11 Minuten am Stück ein und derselben Aufgabe widmen können, bevor sie durch Mails, Anrufe, Kollegen oder ähnlichen Terror unterbrochen werden.
Das schreibt Spiegel Online und bezieht sich dabei auf einen Artikel der New York Times. Wenn man bedenkt, dass es eine knappe Viertelstunde braucht, bis man nach einer Ablenkung wieder mit voller Konzentration weiterarbeitet, überraschen einen auch nicht mehr die jährlich fast 590 Milliarden Dollar, die die hilflosen Multitasking-Versuche in Amerika laut Untersuchungen kosten. Eine ganze Forschungsdiziplin sei darum entstanden, heißt es bei Spiegel Online, die “Interruption Science”.
Na schön, gegen klopfende Kollegen kann man sich nicht immer wehren (außer man nutzt eher unkollegiale Kopfhörer-Tricks) – aber im Kampf gegen nervende Kommunikationstechnik gibt es doch bewährte Waffen: Abbestellen, ausblenden, abstufen, auf Info-Diät gehen. Ja, lesen die denn kein imgriff.com lifehacker.com, die Interruption Scientists?
» Hier entlang zum SpOn-Artikel mit einer halbinformativen Grafik und perfiden Ablenkungslinks mitten im Text. Und das hier dürfte übrigens der New-York-Times-Artikel sein, in dem es um die Wissenschaftlerin Gloria Mark und ihre Studie geht (nur nach Registrierung lesbar). Der Artikel ist vom 16. Oktober 2005. Die Spiegel-Autorin wurde offenbar ganz schön oft abgelenkt und unterbrochen beim Schreiben …

gethuman
Ein neuer Computer, ein neues Handy, ein neues Technikspielzeug. Damit ist es ja immer so eine Sache. Einerseits macht die Neuanschaffung viel Freude, andererseits benötigt man viel Zeit und Nerven, wenn einmal etwas nicht klappt und man auf die Hilfe des Kundendienstes angewiesen ist.
Ich zum Beispiel habe mich bei meinem alten Arbeitgeber fünf Monate lang mit dem Medion-Support wegen eines kaputten Laptops herumgeschlagen. Es gibt nun wirklich produktivere Tätigkeiten, als in der Warteschleife einer Telefonhotline Kenny G zuzuhören. Oftmals ist es auch so, dass, wenn man endlich einmal einen “Call Center Agent” (so nennt man diesen Beruf wohl) am Telefon hat, dieser einem auch nicht wirklich weiterhelfen kann (“Ich erstelle rasch ein internes Ticket, sie hören wieder von uns”).
Der Unternehmer Paul English hatte irgendwann mal genug von Kundendienst-Mitarbeitern, die ihn schlecht behandeln, und hat deshalb die gethuman-Bewegung gegründet. Erklärtes Ziel dieser Bewegung: Kunden sollen mit mehr Würde und Respekt bedient werden. Einerseits gibt gethuman genervten Kunden verschiedene Tipps, andererseits führen sie auf der Website eine Datenbank, in der beschrieben wird, wie man bei 500 Hotlines US-amerikanischer Firmen am schnellsten einen echten Menschen an die Strippe kriegt (so oft wie möglich die 0 zu drücken, scheint in vielen Fällen zum Erfolg zu führen).
Wenn es so etwas nur für den deutschsprachigen Raum gäbe …
» gethuman.com
WikiHow ist ein Wiki für “How to’s”, Gebrauchsanweisungen also. Alles und jedes wird dort erklärt, alle und jeder können mitschreiben. Schon das Lesen macht großen Spaß.
Mit kurzem Stöbern habe ich zum Beispiel die folgenden Perlen gefunden:
Aber natürlich gibt es auch lebensnäheres wie das Rezept für “Orange Citrus Steak Sauce“, einen Trick, um sich (Vor-)Namen zu merken – und einen Eintrag mit dem verheißungsvollen Titel “How to Never Procrastinate Again“. Der Tipp: Mach’ alles, was Du gerade tun willst – bis Dir nichts mehr einfällt. Denn dann wirst Du automatisch mit dem beginnen, was Du gerade tun musst.
So einfach ist das also.
Ab sofort wollen wir euch an dieser Stelle ein Projekt fürs Wochenende ans Herz legen: Dinge, die man nicht mal eben zwischen Tür (Meeting) und Angel (Telefonkonferenz) erledigt, weil sie in der Regel etwas Zeit oder Muße brauchen, die man unter der Woche nicht findet. Wir fangen an mit: iTunes aufräumen.
iTunes aufräumen, das ist so ein typischer Zeitfresser. Der Vorsatz ist recht zügig gefasst, und die Umsetzung scheint ja nicht wirklich schwierig – man schmeißt eben raus, was man nicht mehr hören mag, oder? Und dann sitzt man nach sechs Stunden immer noch vor dem Rechner. Es gibt eben einfach viele Songs, die man erst nochmal anspielen muss, bevor man über ihr Schicksal urteilt.
Plant also genug Zeit ein. In 15 Minuten ist die Sache nur bei den Wenigsten erledigt. Ein paar Strategien zum Aufräumen:
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David Allen wurde im Podcast von Accidental Creative interviewt. Das Interview zeigt wunderbar, wie entspannt Allen mit seinen eigenen Ideen umgeht.
AC #57:
In this interview, we ask David how creative professionals can better implement GTD and find increasing degrees of productivity and freedom.

Behance, ein amerikanischer Hersteller von Produktivitätsprodukten, empfiehlt, abgeschlossene To-Do-Listen nicht wegzuschmeißen sondern an die Wand zu hängen.
When you complete a list of action steps, your instinct might be to throw the list away. After all, the work is completed! However, some creative professional teams take a different approach; they relish their progress. Some go so far as surrounding themselves with it.
Jetzt müsste man es nur noch schaffen, eine To-Do-Liste mal komplett abgearbeitet zu bekommen?
[via LifeDev]