Simone (Jahrgang 1976) ist Journalistin u.a. für stern.de, die Financial Times Deutschland und changeX und hat mehrere Bücher bei Verlagen wie Eichborn oder Redline Wirtschaft veröffentlicht, zum Beispiel “Die 110-%-Lüge – Wie Sie mit weniger Perfektion mehr erreichen”, “Selbstorganisation und Zeitmanagement” oder “Vom Start weg richtig versichert”. Sie schreibt Essays, Reportagen und Servicetipps schwerpunktmäßig zu den Themen Existenzgründung und Selbständigkeit, Arbeitsorgansation, Kommunikation sowie Rechts- und Finanzthemen. Simone lebt bei Bonn, wo sie stets daran arbeitet, ihre Organisation und ihr Linux-Betriebssystem noch zu optimieren. Außerdem sucht sie für nicht ganz so lange Zugfahrten nach dem optimalen Minibüro für die Handtasche. Bloggen ist ihre mittlerweile nicht mehr ganz so heimliche Leidenschaft, der sie schon länger unter berufebilder.de ganz offen nachgeht.
Simone ist erreichbar unter simone [punkt]janson [at]blogwerk [punkt]com.
Alle 29 Artikel von Simone Janson auf imgriff.com:
Kritik ist eine gute Sache, aber man kann die Atmosphäre schnell vergiften, wenn man sie unsensibel und unsachlich äußert. Ein paar Tipps für konstruktives Kritisieren.
Themenvorschlägen von Euch kommen wir immer gerne nach – diesen Beitrag habe ich auf Anregung von Réka geschrieben, der ihn sich in den Kommentaren von «Kritik produktiv nutzen» gewünscht hat. Wie also kritisiert man konstruktiv und richtig?
Grundsätzlich nämlich ist Kritik eine gute Sache, denn sie hilft anderen Menschen, Fehler zu erkennen und etwas besser zu machen. Dass die Kritk dennoch oft nicht gut ankommt, wie man es meinte (das Gegenteil von Gut ist häufig Gut gemeint), liegt an dem Wie. Denn wer kritisiert, gerät schnell in die Rolle des Mächtigeren oder sieht sich so – auch unbewusst. Das drückt er dann oft auch unbewusst aus – etwa indem er verallgemeinert («Jetzt machen Sie das ja schon wieder falsch») oder den Eindruck vermittelt, er könne alles besser («Geben Sie mal her, ich zeige Ihnen, wie das geht»).
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Nicht ist so unproduktiv wie Missverständnisse. Wenn Menschen einander einfach nicht verstehen, kann keine gute Zusammenarbeit erfolgen. Was kann man dagegen tun?
«Ich habe Ihnen doch schon dreimal gesagt, dass Sie das Programm so und nicht anders einstellen müssen», entfährt es Kollege Wüterich zum Beispiel, wenn Kollege Schwervonbegriff zum vierten Mal die gleiche Frage stellt. Und er fragt sich: Warum versteht der mich bloß nicht?
Dieses noch relativ harmlose Beispiel zeigt: Missverständnisse können zu einem ernsten Problem werden. Dann nämlich, wenn aus dem Nicht-Verstehen Frust und schließlich eine handfeste Auseinandersetzung wird. Wenn der Geduldige, der das Programm wieder und wieder erklärt, schließlich die Nerven verliert und beleidigend wird, wird der Kritisierte von da an kein gutes Wort mehr über seinen Kollegen verlieren. An produktive Zusammenarbeit ist da nicht mehr zu denken.
Doch wie entstehen diese Situationen eigentlich? Und was kann man dagegen tun? Es gibt einige grundlegende Verhaltensmuster, die zu solchen Missverständissen führen können. Die häufigsten sind:
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Wer hört schon gerne, dass er etwas falsch gemacht hat? Eben. Niemand. Verständlich also, wenn man bei Kritik sauer wird oder beleidigt ist. Besser ist es, die Kritik produktiv zu nutzen.
Kritik trifft uns, das ist menschlich, denn jeder hat schon verletzende Erfahrungen gemacht. Wenn der Chef oder Kollege, der uns kritisiert, nun – ob absichtlich oder zufällig – diese wunden Punkte trifft, reagieren wir empfindlich. Wer aber richtig mit Kritik umgeht, schmollt dann nicht oder rastet aus, sondern nutzt sie für sich: Es gilt, die sachlichen Informationen aus der Kritik herauszuziehen, konstruktiv umzusetzen, und dem Kritiker gegenüber angemessen zu reagieren – getreu dem chinesischen Sprichwort: «Wer mir schmeichelt, ist mein Feind, wer mich tadelt, mein Lehrer!»
Denn wenn Du genau nachdenkst, wirst Du merken: Kritik ist eigentlich nichts anderes als ein Hinweis auf Fehler, Missstände oder falsche Entscheidungen. Und Kritik ist wichtig und sinnvoll: Niemand kann alleine die ganze Tragweite eines Problems erfassen oder wirklich bei allen Entscheidungen abschätzen, welche Auswirkungen diese haben werden. Wir merken also gar nicht immer, wenn wir etwas falsch machen. Daher ist es wichtig, dass uns jemand darauf aufmerksam macht, wenn etwas schief läuft.
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Tagesgeldkonten sind eine überzeugende Geldanlage: Man braucht keine besonderen Kenntnisse des Finanzmarktes, sie sind flexibel und bringen deutlich mehr ein als das normale Girokonto. Viele Banken werben mit den hohen Zinsen für Tagesgeldkonten. Aber nicht jeder Kunde bekommt sie.
Kürzlich habe ich ja schon darüber geschrieben, worauf bei der Wahl des richtigen Girokontos zu achten ist. Kürzlich hat nun die Stiftung Warentest Tagesgeldkonten und ähnliche Sparformen mit hohen Zinsversprechen unter die Lupe genommen. Und das mit gutem Grund: Viele Institute werben Neukunden mit verlockend klingenden Zinserträgen auf das Tagesgeld. Der Pferdefuß dabei wird nicht ganz so deutlich betont. Als Beispiel nennt die Stiftung Warentest die comdirect bank:
Sie zahlt Neukunden, die sich für ihr “Tagesgeld plus” entscheiden, 4,75 Prozent Zinsen. Allerdings: Nur 6 Monate lang und für Beträge bis 30 000 Euro gibt es den Lockzins. Bestandskunden bei der comdirect bank bekommen dagegen deutlich geringere Zinsen – derzeit 3,8 Prozent.
Besonders interessiert hat mich, dass die Stiftung Warentest sich explizit mit den komplizierten Zinsbedingungen der Postbank befasst hat, die mich als frühere Kundin immer ziemlich geärgert haben. So wirbt die Postbank etwa mit “bis zu 5,25 Prozent Zinsen”. Was man wissen muss: Um die zu bekommen, müssen 50.000 Euro oder mehr angelegt werden.
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Natürlich ärgern wir uns gelegentlich über Kollegen. Wenn daraus aber verallgemeinerte Urteile werden, ist das kontraproduktiv.
“Kollegin X ist immer total unfreundlich, die kann mich absolut nicht leiden” oder “Was sind das für total unfähige Idioten im Nachbarbüro, die kriegen nichts auf die Reihe”. Mal ehrlich: Denkst Du sowas auch manchmal – und das nur, weil die Kollegin Dich auf dem Flur nicht gegrüßt hat, oder weil der Kollege im Nachbarbüro eine wichtige E-Mail versemmelt hat?
Eigentlich ärgern wir uns in solchen Momenten nicht darüber, dass die Kollegin grundsätzlich einen schlechten Charakter hat.
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Leider ist es nicht nur von uns selbst abhängig, ob wir alles so produktiv umsetzen können, wie wir es uns vorgenommen haben. Denn Chefs und Kollegen können uns das Leben manchmal ganz schön schwer machen. Ein paar Anregungen zum Umgang mit solchen Hürden.
Es gibt zwei Wege, mit Widerständen umzugehen, die einen daran hindern, seine Ziele zu erreichen und produktiv zu arbeiten: Die erste ist die Dampfwalzen-Methode, mit der Du alles platt machst, was sich Dir in den Weg stellt – erfordert ein großes Ego, starke Nerven und ist langfristig nicht besonders erfolgreich (außer Du bist der Chef oder unkündbar), weil Du damit Chefs und Kollegen vor den Kopf stößt. Das kann schnell nach hinten losgehen. Die andere Methode ist subtiler, erfordert aber auch rhetorisches Geschick.
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Stell Dir vor, Du sitzt in einem Meeting, und alle reden hitzig drunter und drüber. Zeitverschwendung. Statt darauf zu hoffen, dass der Moderator eingreift, solltest Du an dieser Stelle besser selbst aktiv werden.
Ein Meeting, in dem nur engagiert, aber wenig konstruktiv gestritten wird, ist ärgerlich und wird in aller Regel nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Besser als still dabeizusitzen und zuzusehen, wie die Zeit verrinnt, ist es, elegant zu unterbrechen: Greife mit einigen Bemerkungen, die Du ganz beiläufig in den Raum wirfst, dem Moderator unter die Arme, und lenke so die Diskussion wieder in ruhigere Bahnen. Dadurch kommen die anderen Teilnehmer von selbst dazu, die Diskussion konstruktiv fortzusetzen. Dazu einige Beispiele:
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Wo mehrere Menschen zusammenarbeiten, kann es schnell zu Konflikten kommen: Manchmal reicht es schon, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Manchmal ist es einfach Antipathie. Und sehr häufig brechen bei Meinungsverschiedenheiten Konflikte auf, die schon länger schwelen.
Doch Streitereien und sinnlose Diskussionen verhindern produktives Arbeiten. Wenn in Meetings statt sachlicher Argumente persönliche Attacken ausgetauscht werden, verhindert das eine Lösung des Problems. Und wenn über Wochen hinweg Sticheleien die Büroatmosphäre vergiften, ist das nicht nur für die “Kontrahenten” unangenehm. Daher ist sinnvoll, mit Konflikten richtig umzugehen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Konflikte sofort offen ausgetragen oder schnellstmöglich beigelegt werden. Mitunter ist das gar nicht möglich. Aber es gibt eine Reihe von Handlungsalternativen, die man in so einem Fall beherzigen kann.
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Sich alleine für oder gegen etwas zu entscheiden, das Für und Wider abzuwägen und schließlich die Entscheidung zu fällen, kann schon schwer genug sein. Wirklich mühsam wird es aber erst, wenn es gilt, gemeinsam mit anderen eine Entscheidung zu diskutieren und zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen.
Darum wird in vielen Firmen gar nicht erst versucht, Gruppenentscheidungen zu treffen. Nach der Devise “Viele Köche verderben den Brei” trifft meisten einer, in der Regel der Chef, die Entscheidung und stellt die anderen vor vollendete Tatsachen. Meetings, die der ideale Ort wären, Probleme auszudiskutieren, sind nicht selten reine Show-Veranstaltungen. Das eigentlich Wichtige wird hinter verschlossenen Türen gesagt.
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Ohne Zweifel: Wichtige Entscheidungen sollten gut überlegt sein. Aber oft hat man schlicht nicht die Zeit dafür. Wie also fällt man unter Zeitdruck am besten eine Entscheidung?
Wenn Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben, braucht man Ruhe, um Informationen zu sammeln und diese gegeneinander abzuwägen. Das gilt besonders dann, wenn die Entscheidung nicht nur für das eigene Leben gilt, sondern auch Auswirkungen auf andere hat – zum Beispiel auf die Familie oder auf Mitarbeiter, für die man Verantwortung trägt.
Das Problem ist nur: Nicht immer hat man die nötige Zeit, eine Entscheidung in Ruhe zu fällen. Da steht plötzlich der Chef in der Tür und will wissen, wie man in dieser oder jener Angelegenheit entschieden hat. Oder es ergeben sich neue Situationen, und man muss ganz spontan eine Entscheidung fällen. Bauchentscheidung sind indes nicht Jedermanns Sache. Darum hier ein paar Tricks, wie man mit Entscheidungen unter Zeitdruck umgehen kann:
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