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Wie Marissa Mayer erfolgreich 70 Meetings pro Woche bewältigt

70 Meetings pro Woche zu überleben ist bereits eine Leistung. Auf diese Weise produktive Arbeitsergebnisse zu erzielen grenzt an ein Wunder. Aber es geht.

Marissa Mayer war Vizepräsidentin bei Google und ist seit kurzem CEO von Yahoo. Sie hat am Design von Googles Suchmaske mitgewirkt, leitete acht verschiedene Teams an und war die letzte Hürde für alle Ideen, die Google-Mitarbeiter an die beiden Chefs Sergey Brin und Larry Page pitchen wollten.  In einem Interview mit BusinessWeek (Update 11.09.12: Link zum Interview) gab sie an, dass sie in dieser Funktion pro Woche ca. 70 Meetings zu besuchen hat. Wie schafft sie das?

Konkrete Agenda

Bevor Marissa Mayer eine Einladung zu einem Meeting annimmt, will sie ganz genau wissen, worum es geht und was ihre Rolle dabei ist. Auch wichtig: worüber soll wie lange diskutiert werden? Nur das, was bereits auf der Agenda genannt wird, wird im Meeting diskutiert. Etwas Flexibilität ist gefragt bei Themen, die auf einmal mitten im Meeting auftauchen. Solche Themen, die mittendrin aufpoppen, können beispielsweise auch einfach notiert werden, um Gegenstand eines späteren Meetings zu werden, zu dem vielleicht ein anderer Teilnehmerkreis eingeladen wird.

Bei der konkreten Agenda geht es vor allem darum, dass sich alle Teilnehmer darauf konzentrieren, was erreicht werden soll. Und natürlich, worauf sich jede(r) einzelne vorbereiten muss. Deswegen wird die Agenda idealerweise allen Teilnehmern vorher zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erläutert die Agenda auch die Ziele des Meetings. Das könnten gemeinsame Entscheidungen oder einfach nur die Information aller Beteiligten sein. So können die eingeladenen Teilnehmer entscheiden, ob sie am Meeting teilnehmen müssen oder sich einfach nur das Protokoll reinziehen.

Protokollführer festlegen

Google hat spezielle Meetingräume mit mehreren Displays. Auf einer Seite des Raumes läuft evtl. eine Präsentation. Gleich daneben läuft ein Display, auf dem das Protokoll live geschrieben wird. Dieses Protokoll können alle Anwesenden sehen und es wird im Anschluß an weitere Leute verschickt, die evtl. nicht teilnehmen konnten, aber informiert sein sollten. Ein weiteres Display zeigt eine Stopp-Uhr, damit alle Anwesenden wissen, wie viel Zeit bereits abgelaufen ist und wie viel noch bleibt.

Wichtig ist, gleich zu Anfang jemanden festzulegen, der das Protokoll während des Meetings schreibt. Nur so enthält es alle wichtigen Informationen. Ein nettes kleines Tool mit richtig viel Funktionalität, mit dem Du Deine Meeting-Protokolle schreiben und versenden kannst, ist beispielsweise Minutes.io, das wir schon mal vorgestellt haben.

Mini-Meetings ermöglichen

70 Meetings pro Woche klingt imposant – aber damit meint Marissa Mayer auch ihre häufigen Mini-Meetings von gerade mal 5-10 Minuten Dauer. Um die hinzukriegen, schafft sie in ihrem Terminplan Zeitblöcke von bis zu 2 Stunden, die nur für diese Mini-Meetings reserviert sind. Mini-Meetings finden bisweilen auch ohne Protokoll und ohne Protokollführer statt.

Der Vorteil von Mini-Meetings? Sie lassen sich deutlicher einfacher vereinbaren: der Terminplan von Marissa Mayer enthält jeden Tag einen solchen Mini-Meeting-Zeitblock, in den man leichter rein kommt, als mit ihr ein großes Meeting zu vereinbaren und einen Terminblock zu finden, an dem alle vorgesehenen Teilnehmer gleichzeitig Zeit haben. An Mayers Büro hängt eine Tafel, in der sich ihre Mitarbeiter für diese Micro-Meetings eintragen können.

Keine Politik, sondern Daten

Weil Google im Web stattfindet und sehr viel Daten sammelt, wird dieses Denken auch auf Meetings übertragen. Wer Marissa Mayer etwas vorstellt, soll das gefälligst mit Zahlen und Fakten unterlegen.

Das ist gut gemeint, aber es ist persönlich der einzige Punkt, den ich selber für etwas zweifelhaft halte. Wichtig ist, dass wir Fakten und Meinungen voneinander trennen und unterschiedlich bewerten. Trotzdem sind unsere Emotionen zu bestimmten Themen wichtig und sollten nicht einfach übergangen werden. Und nicht immer lassen sich Fakten finden, vor allem, wenn es um etwas völlig Neues geht.

Der Hauptgrund ist aber, dass alle unsere Sinneseinflüsse erstmal durch unser Reptilienhirn müssen, bevor sie in den Neocortex gelangen, wo unsere Logik und höhere Intelligenz sitzt und Daten und Fakten überhaupt erst wahrgenommen werden können. Das Problem mit dem Reptilienhirn ist nun aber leider, dass es der älteste Teil unseres Hirns ist und besonders schlecht darin, mit komplizierten Sachverhalten umzugehen. Unser Reptilienhirn will keine Daten und Fakten, weil es die sofort unter Weglassen aller Details verallgemeinert. Damit Informationen am Reptilienhirn vorbei kommen (auch an Marissa Mayers Reptilienhirn), sollten sie neu, aufregend und einfach sein.

Fakten und Zahlen sind in den meisten Fällen langweilig und kompliziert. In diesem Fall lässt sie das Reptilienhirn einfach nicht durch. Somit kommen die Fakten auch nicht im Neocortex der anderen Teilnehmer an und werden somit auch nicht verarbeitet: die Zuhörer wenden ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen zu, weil ihr Reptilienhirn die Information einfach nicht weiter leitet. Diese und ähnliche Erkenntnisse sind besonders gut erklärt in Oren Klaffs Buch Pitch Anything (Affiliate-Link).

Die Uhr ist (fast) heilig

Wie oben erwähnt, ist in Google-Meetings das Display einer Stopp-Uhr zu sehen. Das nimmt man bei Google aber humorvoll: die Uhr soll die Teilnehmer daran erinnern, wie viel Zeit noch bleibt. Manchmal aber, das sieht selbst Marissa Mayer so, gibt es gute Gründe, das Meeting noch ein kleines Bisschen zu verlängern. Dabei sollten Sie sich aber immer fragen, ob Sie dieses oder jenes neue Thema noch unbedingt in diesem Meeting behandeln müssen – oder ob es sich nicht lohnt, das separat zu klären, z.B. per Mail oder in einem Mini-Meeting.

 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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7 Kommentare

  1. Ich könnte es mir nicht vorstellen 70 Meetings in einer Woche zu meistern. Ein strikter Zeitplan ist dabei alles aber ich frage mich ob da überhaupt noch zeit für ein Privatleben bleibt.

  2. Ein interessanter Artikel mit vielen interessanten Tipps, danke dafür.
    Allerdings kommt es mir vor als sei er im Halbschlaf beendet worden, wegen der drei unterschiedlichen Varianten ihren Vornamen zu schreiben, der verwirrende Aussage sie sei bei Yahoo eine Hürde für Google-Mitarbeiter und dem einen oder anderen kleineren Patzer. Zu viele Meetings in letzter Zeit? ;-)

    Das Thema Daten und Fakten und was zum Neocortex durch dringt hat mich direkt an einen Vortrag erinnert:

    http://ted.com/talks/simo…_inspire_action.html

    Ich denke wichtig für den Zuhörer, also in diesem Fall Frau Mayer, ist das die Sprecher möglichst gut trennen dazwischen was kalte Fakten sind, was Vermutungen und was Emotionen. Eine Methode zu erreichen das Sprecher unterscheiden könnte es sein ihnen die 6-Hüte-Methode oder ähnliches vorzuschreiben. Aber wenn jemand von seiner Idee überzeugt ist wird er die Emotionen auch einbringen wollen, vielleicht reicht es dann ihm die Fokusierung auf Daten vorzuschreiben um ihn selbst zu dieser Trennung zu bringen? Ein schwachen Argument, eher ein Versuch des Verständnisses.

  3. @Martin: Danke für die Hinweise. Normalerweise wird das 1x vom Autor und 1x vom Redakteur gegengelesen. Aber anscheinend waren wir beide im Halbschlaf: habe die unzähligen unterschiedlichen Schreibweisen des Namens korrigiert und den Halbsatz mit der Hürde in die Vergangenheitsform verfrachtet. Nun sollte es logisch sein.

    Das Trennen von Emotionen und Fakten ist wichtig. Über die Sechs Denkhüte habe ich auf Denkpass.de geschrieben. Dieser Faktenbezug ist toll, aber man kann sich auch viel vormachen mit seinen “Fakten”, finde ich. Nur mit Emotionen macht man sich aber auch was vor. Das wollte ich hervorheben.

  4. @Tilo: Irgendwas an Privatleben muss übrig geblieben sein. Immerhin ist Marissa Mayer ja nun schwanger… oder hat sie dafür auch ein Meeting angesetzt?

  5. Denke das hier klar das Geld über die Karrierezukunft gesiegt hat… was denkt Ihr?

    http://pollator.com/polls…mayer-to-go-to-yahoo

  6. Pfui, Herr Gross, einfach schamlos einen Artikel aus der Bloomberg Businessweek kopieren und übersetzen und dann auch noch die Quellenangabe “vergessen” (http://businessweek.com/s…-meeting-like-google).

    Das erklärt übrigens auch die von Martin L. gerügten Fehler (der Artikel stammt aus 2006, und erwähnte natürlich nur Google), wenn schon übersetzen, dann nächstes mal richtig, und nicht so schlampig, und zukünftig nicht die Quellenangabe vergessen, sonst werden Sie irgendwann als offensichtlicher Urheberrechtsverletzer noch verhaftet…

  7. Danke für den Hinweis.

    Ich weise darauf hin, dass im 1. Abschnitt Business Week erwähnt wird. Wir prüfen gerade, wann genau der Link abhanden kam, ob beim Entwurf des Artikels oder bei der Redaktion. In Zukunft werden wir darauf achten, dass solche Links auch immer im finalen Text enthalten sind.

    Darüber hinaus ist dieser Artikel hier keine reine Übersetzung. An einigen Stellen wird begründet, warum das, was Marissa Mayer bei Google macht, sinnvoll ist. Es wird ein Tool erwähnt, das die Protokollführung erleichtert. An einer Stelle widerspreche ich den Ansichten von Google / Mayer sehr deutlich, dass Daten immer besser sind als Emotionen und wir beim Kommunizieren ohnehin auf das Kommunikationsverhalten unseres Hirns achten müssen.

    Die von Martin L. gerügten Fehler erklärt das gerade nicht: wäre es ein reines Plagiat / reine Übersetzung, wäre ja der von Business Week richtig geschriebene Name auch richtig angekommen. Er war anfangs, wie Martin L. bemerkt hat, mehrfach falsch geschrieben. Kein Beweis, aber ein Indiz, dass wir hier nicht plagiarisieren.

    Wie gesagt, der “Original”-Text von Business Week wird erwähnt, nur haben wir den Link darauf verschlampert. Dieser Artikel hier erweitert die Inhalte des Texts bei Business Welk, greift die guten Punkte auf und verstärkt sie, stellt ein hilfreiches Tool vor, widerlegt den negativen Punkt und stellt diese Erkenntnisse auch einer deutschen Leserschaft zur Verfügung.

Ein Pingback

  1. [...] halten wie mit dem Wetter: Wir reden einfach nicht drüber. Wobei… Wer den Artikel “Wie Marissa Mayer erfolgreich 70 Meetings pro Woche bewältigt” liest, wird manch düstere Randnotiz über sie (“fertigte selbst hohe Google-Manager [...]

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