Prokrastination:
Mehr erledigen mit der
20-Sekunden-Regel

«Ich zeige jetzt endlich Selbstdisziplin» ist eine Möglichkeit. «Ich mache es mir möglichst leicht, eine Aufgabe anzugehen» ist auch eine Variante.

Wieso beginne ich nicht endlich damit, diesen Artikel zu schreiben? Weshalb habe ich heute meine Jogging-Runde wieder nicht in Angriff genommen? Shawn Achor, Psychologieprofessorin und Autorin von The Happiness Advantage: The Seven Principles of Positive Psychology That Fuel Success and Performance at Work (Affiliate-Link), meint:

Unerledigtes verursacht Stress. Ich weiss, ich sollte, ich müsste – der Termin kommt näher. Auf der anderen Seite verlangt es Aktivierungsenergie, eine Aufgabe anzugehen. Achors Schlussfolgerung: Solange die Aufgabe mehr Aktivierungsenergie verlangt als sie Stress verursacht, besteht die Gefahr zum Aufschieben. Daraus leitet sie eine einfache Empfehlung ab.

Konkrete Massnahmen
Verringere die notwendige Aktivierungsenergie für Aufgaben, die Du erledigen willst. Und erhöhe sie bei Dingen, die Dich vom Wesentlichen ablenken. Das braucht nach Achor nicht viel: Kleine Erleichterungen oder eben Hürden von 20 Sekunden genügen. Wenn meine Aufschiebestrategie darin besteht, noch schnell die News zu checken oder den letzten Stand des Aktienkurses zu überprüfen: Einfach das Lesezeichen im Browser löschen, so dass ich die URL von Hand eingeben muss.

Oder das Passwort nicht speichern und sich zwingen, es jedes Mal eintippen zu müssen. Eine kleine 20-Sekunden-Hürde einbauen. Oder wenn ich das Formular des Steueramtes endlich ausfüllen sollte, aber nicht damit beginne: Einen Stift auf das Formular legen – und so einen kleinen Schritt vorwegnehmen und die Hürde des Startes etwas zu senken.

Den Weg des geringsten Widerstandes umlenken
Wir Menschen gehen den Weg des geringsten Widerstandes. Shawn Achor will, dass wir dafür sorgen, dass dieser Weg eben zu den positiven Resultaten oder den guten Gewohnheiten hinführt. Wir müssen für uns selbst diesen Weg entsprechend bahnen. Viele Vorschläge zur Änderung von Gewohnheiten oder zur Überwindung von Aufschieberitis folgen diesem Muster. Etwa die Gewohnheit, die Arbeit des kommenden Tages am Vorabend zu planen. Die erste Arbeit für den nächsten Morgen am Abend auf dem Pult bereitzulegen. Oder sich die Jogging-Schuhe neben das Bett zu stellen, wenn man am morgen gleich losrennen will.

Die Idee ist immer diesselbe: Die Energie, die es für den Start der Aufgabe braucht, möglichst gering zu halten. Umgekehrt basiert die Gattung der «ablenkungsfreien» Software auf diesem Prinzip, wenn der Browser einfach gesperrt wird oder ich bestimmte Applikationen auf dem Computer sperren lasse – Hürden vor die schlechten Gewohnheiten bauen.

 

Thomas Mauch

Thomas Mauch ist Mitglied der Geschäftsleitung des imgriff.com-Verlags Blogwerk AG und liebt Tools und Tricks, um den täglichen Workflow zu optimieren.

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5 Kommentare

  1. Ach, die Hürden… Manchmal hat das Aufschieben ja auch seinen Sinn, zum Beispiel, wenn man eine Aufgabe noch nicht gut durchdacht hat. Wichtig ist aber, dass man sich rechtzeitig an der Nase nimmt. Dafür finde ich den Tipp, Barrieren abzubauen, indem man Aufgaben in kleinen Schritten vorbereitet, gar nicht so schlecht. News checken etc. würde ich aber einfach ganz lassen. Auch, wenn man das Passwort eingeben muss – ist die Gewohnheit lieb gewonnen, lernt man das eben schnell mal auswendig. Und dann wird die Hürde wieder nur zur 5-Sekunden-Hürde – die nicht ausreicht, um wirklich die Finger von den ungeliebten Ablenkungen zu lassen.

    Liebe Grüße,
    Tanja

  2. Der Amazon-Link ist kaputt

  3. Einen Stift auf das Formular legen

    praktiziere ich auch schon lange, funktioniert einwandfrei!

    ein sehr interessantes thema,denke dass jeder mensch auf der welt (der eine mehr,der andere weniger) damit zu kämpfen hat

  4. Shawn Achor ist ein Mann. :)

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