Entscheidungen:
Die Datenflut als Vorteil

Unternehmen arbeiten produktiver, wenn sie datengestützt entscheiden. US-Wissenschafter konnten diesen Sachverhalt erstmals nachweisen.

Was macht Entscheidungen besser: Intuition und Erfahrung oder Daten? Dieser Frage sind Erik Brynjolfsson, Heekyung Kim (beide vom Massachusetts Institute of Technology) und Lorin Hitt von der Universität Pennsylvania nachgegangen. Sie haben zum ersten Mal in grösserem Umfang untersucht, ob datenbasierte Unternehmensentscheidungen zu mehr Profitabilität und Produktivität führen. Data driven decisionmaking approach (DDD) nennt sich das.

ERP, CRM, Websites, mobile Geräte: Daten galore
Die Autoren stellen richtigerweise fest, dass seit der verbreiteten Einführung von ERP-Systemen Berge von Daten zur Verfügung stehen. Um diese Informationen nutzbar zu machen, investieren heute viele Unternehmen in Business Intelligence-Tools. Die Idee ist, Produkteneuerungen oder Prozessänderungen aufgrund von Daten vor dem Launch testen zu können und mit diesen Resultaten bessere Entscheidungen zu treffen.

5 bis 6 Prozent produktiver
Die Autoren haben untersucht, welche Geschäftspraktiken die Unternehmen einsetzen und wie ihr IT-Investitionsverhalten aussieht. Die Erkenntnisse sind eindeutig. Firmen, die einen DDD Approach verfolgen, erzielen Produktivitäts- und Outputresultate, die um 5 bis 6% höher liegen, als ihre Investitionen und der Einsatz ihrer IT-Infrastruktur vermuten lassen würde.

Die HiPPO’s
Die Zeiten der schnellen Bauchentscheidungen scheinen sich also dem Ende zu zuneigen. Oder vielmehr: Die Intuition wird weiterhin notwendig sein, denn sie bleibt Komponente jeder menschlichen Entscheidung. Aber diese Entscheidungen dürften in Zukunft deutlich fundierter und mit mehr Daten unterlegt sein. Was nicht schlecht ist – das verbreitete Prinzip des HiPPO (Highest Paid Person’s Opinions) bringt einige Nachteile mit sich.

Neue Kompetenzen
Die Frage bleibt, ob wir als Wissenarbeiter für den Umgang mit diesen Tools gerüstet sind. Betreffen mich solche Erkenntnisse auch in «kleineren», täglichen Entscheidungen? Ehrlich gesagt, hatte ich in Statistik dummerweise einen Fensterplatz erwischt. Muss ich mir neue Kompetenzen und Arbeitsmethoden aneignen? Wie das Beispiel von Medienschaffenden zeigt, die sich mehr und mehr mit Data Journalism auseinandersetzen, offenbar schon. Was meint Ihr?

» zum Download: Strength in Numbers: How Does Data-Driven Decisionmaking Affect Firm Performance?

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1 Kommentar

  1. Tanja Handl
    schrieb am 4. Mai 2011 um 18:31 Uhr (#)

    Wenn die Daten gut aufbereitet sind, lässt es sich tatsächlich um einiges produktiver und effizienter arbeiten. Diese Erfahrung haben wir selbst gemacht, seit wir unsere hauseigene Zeiterfassungssoftware nutzen. Seitdem konnten wir einige Unternehmensprozesse maßgeblich beschleunigen.

    Ich kann daher jedem Unternehmen nur raten, konsequent Daten zu sammeln, und diese auch gut aufzubereiten. Die richtigen Daten sind eine außerordentlich wertvolle Entscheidungsgrundlage für Veränderungen im Unternehmen.

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