5 Whys:
Mit Warum zu der Wurzel allen Übels

Die 5 Whys-Methode verspricht, mit fünf Fragen zu der Ursache eines Problems vorzustossen.

Gestern habe ich dazu aufgerufen, täglich mehr Fragen zu stellen. Etwas systematischer nutzt die 5 Whys-Methode die Warum-Frage, um den Grund für ein Problem aufzudecken.

Die Methode ist schon etwas älter; der 1867 geborene Toyota-Gründer Sakichi Toyoda (im Bild) hat sie usprünglich entwickelt. Diese Problemlösungs-Methode ist äusserst einfach anzuwenden. Man beschreibt das Problem und beginnt dann mit den Warum-Fragen. In einem simplen Beispiel könnte das so aussehen:

Das Problem: Ich treibe zuwenig Sport.

Warum? – Ich bin abends zu müde, um noch Sport zu machen.
Warum? – Weil ich meistens spät von der Arbeit nach Hause komme.
Warum? – Ich bin häufig erst spät am Morgen im Büro.
Warum? – Weil ich es meistens nicht schaffe, pünktlich aufzustehen.
Warum? – An vielen Abenden gehe ich zu spät ins Bett.

Die Lösung: Früher schlafen gehen.

Die Annahme hinter der 5 Whys-Methode ist, dass im Allgemeinen fünf Fragerunden ausreichen, um die Ursache eines Problems aufzudecken. Damit ist allerdings auch schon klar, dass es je nach Problem auch vier oder sechs Warums sein können.

Interessant ist, dass die Antwort auf die letzte Warum-Frage vielfach auf einen Prozess hinweist. Das entspricht Toyodas Absicht, fehlerhafte Prozesse in seinem Unternehmen zu entdecken. Entsprechend lautet auch das Credo der Methode: «People do not fail, processes do!»

.

 

Thomas Mauch

Thomas Mauch ist Mitglied der Geschäftsleitung des neuerdings.com-Verlags Blogwerk AG und interessiert sich für Gadgets. Oder so.

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10 Kommentare

  1. Das erinnert mich doch stark an Kinder, die sich auch nicht mit der ersten Antwort zufrieden geben und sofort ein weiteres Warum? nachsetzen.

    Die scheinen intuitiv zu wissen wie man einem Problem auf die Spur kommt.

  2. Die Methode ist gut und bringt in einigen Situationen viel. Sie ist vor allem bei relativ einfachen Problemstellungen geeignet, wo eine klare Ursache identifiziert werden KANN.
    Zum einen stellt sich die Frage, ob wir beim 5. Warum wirklich schon bei der Ursache sind (Weshalb gehe ich zu spät ins Bett?).
    2. sind viele Problemstellungen komplexer, systemischer Art und da KANN keine eigentliche Ursache lokalisiert werden, weil jede “Ursache” auch Einflussfaktor ist.
    Die Methode war auch ursprünglich für technische Problemstellungen gedacht, wo sie gut passt.

    Grüsse, Roland

    • Den Hinweis unter 2. finde ich richtig und wichtig: Häufig verlaufen Ursache-Wirkungen-Ketten nicht so linear.

      Als kleines persönliches Handwerks-Instrument finde ich es sehr nützlich: Einfach bei auftauchenden Fragen und Probleme kurz durchgehen – vielleicht auch als Einstieg in einen weiteren Problemlösungsprozess.

  3. Diese “Technik” ist auch Basis des/der Fishbone-Diagramms/Technik (oder auch Ursache-Wirkungs-Diagramm)…

  4. Das genannte Beispiel scheint eher den berühmten kreißenden Berg zu zeigen, der schließlich eine Maus gebiert. Wenn man schon die Frage »Warum?« stellen möchte, dann vielleicht zunächst einmal, warum man sich überhaupt die entsprechende Frage stellt. Die Frage in diesem Fall scheint ja keine elementare Frage zu sein, sondern schon die Antwort auf eine tiefer liegende, die allerdings im Verborgenen bleibt. Warum also meint hier jemand, er würde zu wenig Spot treiben?

    Umso interessanter ist es, das schließlich als »Lösung« ein Vorsatz präsentiert wird, der mit der ursprünglichen Fragestellung schlichtweg überhaupt nichts zu tun hat. Wer früher schlafen geht, treibt nicht mehr Sport (Warum sollte er auch?), sondern schläft schlicht mehr. Da die »Antwort« also nicht in Bezug zur ursprünglichen Frage steht, scheint mir dies den Erfolg der gepriesenen Methode nur unzureichend nachzuweisen.

  5. “Die Lösung: Früher schlafen gehen.”

    Ja, wenn das so einfach ist!?

    Menschen, die anderen Menschen solche simpel gestrickten Lebensratschläge mit auf den Weg geben, sollten erst einmal ein paar Fragen an sich selbst richten.

    • Hallo Oliver

      Das ist mir schon wichtig: Das Beispiel hier ist eben das: Ein Beispiel, um die Methode zu illustrieren. In keinem Fall ein Ratschlag oder ein Tipp.

  6. a) Das Beispiel illustriert eben nicht die Möglichkeiten dieses Tools, was sich auch deutlich an den Kommentaren zeigt.

    Dieses Tool eignet sich hervorragend um abteilungsübergreifend enstehende Probleme zu erkennen. Ein Problem entsteht in der Regel nicht dort wo es auftritt, sondern bereits weit vorher.

    b) Wichtig ist vor allem aus der erhaltenen Antwort eine neue Frage zu generieren und eben nicht nur “kindisch” ein weiteres Warum? nachzuschieben.

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