Für Späterleser:
Instapaper

Die einfachsten Lösungen sind oft die besten, und das gilt auch für Software und Webdienste: Die, die sich auf genau eine Sache konzentrieren und überflüssige Features ebenso weglassen wie übermäßige Designorgien, überzeugen am schnellsten. Googles Startseite ist (war) so ein Beispiel, Doodle ist eines, und das noch ganz frische Instapaper ist auch eines.

Instapaper macht das, was die hier neulich vorgestellten Tools “Readeroo” und “Read it later” machen: Es sammelt Links zu Webseiten, mit denen man sich zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich beschäftigen will, weil man gerade keine Zeit hat. Dazu legt man sich ein sogenanntes Bookmarklet in der Lesezeichenleiste seines Browsers an und klickt jedesmal, wenn man sich einen Link für später merken will, drauf. So lassen sich die zahlreichen Tabs vermeiden, die bei Vielen über Tage geöffnet bleiben und bei entsprechend hoher Zahl auch die Surfgeschwindigkeit spürbar drosseln. Die Links werden ganz unprätentiös nach Reihenfolge des Eingangs bei Instapaper abgelegt:

Instapaper-Screenshot

Man kann händisch einen Kommentar hinzufügen und auch Titel und URL verändern, wenn man möchte. Gelesene Links rücken nach unten und stehen unter der Überschrift “Recently read” weiterhin zur Verfügung, zusätzlich lassen sich einzelne Links “skippen” – wofür mir allerdings nicht wirklich ein Anwendungsfall einfällt.

Instapaper 2

Das Schönste daran ist die Reduktion auf den Kern der Sache, das Speichern eines Lesezeichens. Fürs Einloggen braucht man keine Mailadresse, wenn man keine angeben mag, und sogar das Passwort ist optional. Marco Arment, der Instapaper gebaut hat, hat vorher schon Tumblr mitentwickelt, eine Art Bloggen auf Extremdiät. Jetzt hat er sich sozusagen die Social-Bookmarking-Dienste vorgenommen und sie der Komponente “Social” ebenso entledigt wie des Taggens. Instapaper ist darum kein Ersatz für del.icio.us, diigo, Furl und Kollegen, aber es ist fürs “Späterlesen” besser geeignet als ein “to read”-Tag bei ebendiesen Diensten, der unter tausenden anderer Bookmarks verschwindet.

» Instapaper.com

(Gefunden bei TechCrunch)

 

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9 Kommentare

  1. jo, danke, genau das, was ich die ganze zeit gesucht habe. müll ich mir im opera nicht ständig die leisten zu. :-)

  2. Das brauche ich! :) Danke für den Hinweis, nach einem solchen Dienst habe ich gesucht.

  3. Danke, tolle Sache das!

    Aber – wie wärs mit einem Link? Oder hab ich den etwa übersehen?

    Nur so der Vollständigkeit halber; bei TechCrunch haben die den übrigens auch vergessen.

  4. » Andi: Ach, Links sind so last year :D Sorry, hatte ich vergessen.

  5. Ach ja, wir haben ja bereits 2008 ;-).

  6. Danke, danke, danke!

    Das ist genau das, was ich brauche! Kann ich endlich mal meinen Ordner ?Temp? in meinen Lesezeichen entlasten. Spitze!

  7. simpy.com macht’s genau schlicht!

  8. » Paule: Nein, wirklich nicht – vergleich doch nur mal das Design. Zitat Simpy.com:

    Simpy is a social bookmarking service that lets you save, tag, search and share your bookmarks, notes, groups and more.

    Instapaper kann davon genau eines: “save”. Und gerade weil die anderen Features fehlen, finde ich es so überzeugend.

  9. gibt’s füe firefox 3.0 heisst readit later ist plugin

11 Pingbacks

  1. [...] im Browser oder gar bei Bookmarkdiensten haben da wirklich geholfen. Einen guten Tipp habe ich nun bei Imgriff.com gefunden: Instapaper. Mit einem Klick wird so eine URL in eine Liste aufgenommen und geht nicht [...]

  2. [...] Steglich lobt den neuen social bookmark-Dienst dafür, dass er sowohl das social als auch das tagging [...]

  3. [...] imgriff.com, Macoholic.de, wirres.net und Basic [...]

  4. [...] welchem die Anmeldung zudem ohne E-Mail-Angabe und Captcha möglich ist. (!) Zufällig gefunden bei imgriff.com, mit dieser Meldung seinerseits bei Rivva.de sehr präsent – so als kleiner Tipp am Rande für alle [...]

  5. [...] den letzten Tagen wurde Instapaper in der deutschsprachigen Blogosphäre schon zahlreich erwähnt. Gestern habe ich dann mal angefangen, den Dienst zu [...]

  6. [...] Lesezeichen so einfach wie möglich zu machen ohne Schnickschnack. Florian hat diesen Dienst auf imgriff.com ausführlich vorgestellt, wo ich auch den Hinweis auf Instapaper gesehen habe. Ähnliche [...]

  7. [...] im Netz für später online temporär bookmarken will, für den hatten wir vor kurzem Instapaper vorgestellt. Und für Firefoxuser außerdem hier zwei praktische Erweiterungen, die den selben Zweck [...]

  8. [...] und intuitiver als verwandte Produkte, die die selbe Funktion ungleich komplizierter erfüllen. Instapaper ist so ein Fall, der minimalistische Bookmarking-Dienst. Umgehend verstanden, umgehend begeistert genutzt. Und [...]

  9. [...] Lesezeichen so einfach wie möglich zu machen ohne Schnickschnack. Florian hat diesen Dienst auf imgriff.com ausführlich vorgestellt, wo ich auch den Hinweis auf Instapaper gesehen [...]

  10. [...] ein Dokument, um ihn sich später vorzunehmen. Sozusagen die Low-Fi-Variante von Read it Later oder Instapaper, zusätzlich aber auch für alle anderen Ablenkungen geeignet, die nicht in URL-Form [...]

  11. [...] wofür aber im Moment der Entdeckung keine Zeit ist. Die Popularität von «Read it later» und «Instapaper» und die Klagen über zahlreiche offene Tabs im Browser zeigen, dass es sich dabei um ein [...]

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