Thema: Schlaf

 

Alle 7 Artikel zum Thema Schlaf auf imgriff.com:

Wer braucht wann wie viel Schlaf:
Wie hochproduktive Menschen schlafen

Wenn das Wochenende naht, will ich vor allem eins: endlich wieder ausschlafen. Unter der Woche gehe ich immer so zwischen Mitternacht und 0:30 ins Bett. Aufstehen muss ich morgens immer um 6:45 Uhr. Im Schnitt also sechs Stunden und ein paar Minuten. Weil ich tagsüber oft gähne, die Frage: Reichen im Schnitt 6 Stunden am Tag? Wir zeigen ungewöhnliche Schlafzeiten aus der Geschichte.

«Zwischen Mittagessen und Abendessen muss man schlafen, und zwar keine halben Sachen. Ziehen Sie Ihre Kleider aus und legen Sie sich ins Bett – und denken Sie bloß nicht, dass Sie weniger Arbeit schaffen, wenn Sie am Tage schlafen. Das ist eine dumme Idee von Leuten ohne Vorstellungsvermögen. Sie werden sogar mehr bewerkstelligen.»
Winston Churchill

Was wir über die Bedeutung von Schlaf fürs Produktiv-Sein wissen

Wie lange wir schlafen sollten und worauf wir vor und beim Schlafen achten sollten, haben wir uns bei imgriff.com schon in mehreren Artikeln angeschaut:» weiterlesen

Die Ehrenrettung der Snooze-Taste:
In der unproduktiven Phase Schwung für den Tag holen

Wer am Morgen wiederholt die Snooze-Taste drückt und nur mit Mühe aus dem Bett kommt, gilt in unserer Welt der Selbstoptimierung schnell mal als charakterlos. Dabei nutzt er nur die fünf wichtigen Funktionen, welche die Snooze-Taste erfüllt. Ich behaupte sogar: Unter dem Strich macht sie uns produktiver.

Ja, die Snooze-Taste meines Weckers ist mein Feind. Hämisch grinst sie mich vom Nachttisch aus an und erinnert mich daran, dass ich keine Selbstdisziplin habe und haarsträubend unproduktiv bin.

Es wäre also naheliegend, dass ich versuchte, sie abzuschaffen. Ich könnte beispielsweise eine der Schlafphasen-Wecker-Apps verwenden, die für ein humaneres Aufwachen sorgen wollen. Ich könnte mich auch an die Tipps bei Lifehacker halten, wo neulich so einleuchtend erklärt wurde, warum wir die Finger von der Snooze-Taste lassen sollten.

Und trotzdem bleibe ich der Snooze-Taste treu! Warum bloss? Weil ich der Meinung bin, dass sie einige sinnvolle Funktionen in unserem Leben erfüllt: » weiterlesen

Sleepless in Berlin and Zurich:
Die Nachfrage nach Schlaf
schwindet nie

Das vorbildlichste Selbstmanagement ist für die Katz, wenn man nicht genug schläft. Das wissen auch die Leser von imgriff.com und zeigen daher ein reges Interesse für das Thema. Eine ganze Reihe von Apps, Gadgets und Quantified-Self-Tools kann uns beim richtigen Einschlafen und Aufwachen unterstützen. Dabei sollte man aber nicht die guten alten Zzzz-Tipps ausser Acht lassen.

Google Analytics studieren gehört zu den Aufgaben einer Blog-Chefredakteurin. Wenn ich mir anschaue, welche Artikel auf imgriff.com über die Jahre hinweg am beliebtesten waren, dann überrascht es nicht, dass Themen wie Getting Things Done und Zen to Done hoch oben rangieren. Es handelt sich schliesslich bei Produktivität und Selbstmanagement um das Kerngeschäft unseres Blogs.

Was mich hingegen verblüfft hat: Einer der meistgefragten Blogposts auf imgriff.com ist «Zzzz – 19 Tipps für einen guten Schlaf». Dieser Artikel wurde in 4.5 Jahren (Beginn unserer Statistik bei Google Analytics) ungefähr 50’000mal aufgerufen. Nun ist es aber nicht so, dass die Nachfrage im Laufe der Jahre abgenommen hätte – im Gegenteil: Sie ist kontinuierlich gewachsen, um im Januar 2013 Spitzenwerte von über 200 Zugriffen pro Tag zu verzeichnen. » weiterlesen

Rebellen machen Siesta:
Mittagsschlaf als Lebenskunst

Wer mittags schläft, entzieht sich der Fremdbestimmung, widersetzt sich den Rhythmen der Arbeitswelt und der Produktivitätsmoral.

Siesta ist Luxus. Und wir sind es uns wert. Der französische Philosoph und Autor Thierry Paquot erzählt in seinem Buch Die Kunst des Mittagsschlafs (Affiliate-Link) die Geschichte der Siesta in verschiedenen Mythen und Kulturen. Er verfolgt ihre Spur in der abendländischen Malerei und ruft zur Revolution auf: Mittagsschläfer aller Länder behauptet eure Einzigartigkeit und widersteht der globalen, der totalitären Zeit!

Seit ich sein Buch gelesen habe, fröne auch ich dem Luxus und fühle mich mehr denn je als Individualistin, fast revolutionär, weil ich mir die Freiheit nehme, selbstbestimmt Siesta zu halten. Während der Mittagszeit lasse ich das Telefon klingeln bzw. ich mache es aus. Nichts kann so wichtig sein, dass man mir das um 12 Uhr 43 mitteilen muss.

Vielleicht kann ich auch euch überzeugen und ihr zelebriert den Mittagsschlaf als Lebenskunst. Wobei mir klar ist, dass nicht jede/r eine Schlafgelegenheit im Büro hat, oder gar Ruheräume zur Verfügung stehen. Man muss auch nicht zwingend schlafen, denn das können die wenigsten, den meisten geht es wohl wie mir, einmal eingenickt, schläft man fünf Stunden durch – das ist dann tatsächlich unproduktiv.

Raus da! » weiterlesen

Reisen und Zeitverschiebungen:
8 Tipps gegen Jetlag (II/II)

Zeitverschiebungen beziehungsweise dem häufig unausweichlichen Jetlag muss man nicht hilflos gegenüberstehen. Einige praxiserprobte Tipps.

Im ersten Teil habe ich darüber geschrieben, wie ein Jetlag überhaupt entsteht. Doch  was kann man konkret gegen ein Jetlag tun? Einige Kollegen, erfahrene Reisejournalisten, haben mir dazu einige Tipps gegeben, die ich bei meinen Reisen nach Neuseeland und Kanada sozusagen im Selbstversuch mehr oder minder erfolgreich angewendet habe. Denn soviel sei gesagt: Die Sache mit dem endokrinen Fingerabdruck aus dem ersten Teil des Artikels kann ich nur bestätigen – einige Dinge funktionieren bei mir offenbar ganz anders als bei anderen Menschen.

  • Einstellen auf das Ziel: Empfohlen wird, sich bereits vor dem Abflug allmählich auf die neue Zeitzone einzustellen. Klingt logisch, finde ich persönlich jedoch schwierig. Da die Melatoninausschüttung vom Lichteinfall abhängt, finde ich es ziemlich unmöglich, einfach früher ins Bett zu gehen oder länger zu schlafen. Vor Ort, mit entsprechenden Lichtverhältnissen, fällt das in der Regel leichter.
  • Ein Tipp, den mir fast jeder Kollege gab: Sich umgehend sofort an die neue Zeitzone anpassen. Sich also bei einer Reise nach Westen die ersten paar Tage zwingen, später ins Bett zu gehen, bei einer Reise nach Osten früher. Genau das habe ich bei meiner Kanadareise nicht geschafft: Ich habe, bei 8 Stunden Zeitverschiebung, dann doch nachmittags geschlafen, was ein großer Fehler war, weil ich dadurch dauermüde war.
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Reisen und Zeitverschiebungen:
Was passiert bei einem Jetlag? (I/II)

In den Urlaub fliegt man zur Erholung. Bloss was hat man davon, wenn man tagelang von üblem Jetlag geplagt wird? Einige Hintergründe und Tipps zum Umgang mit den Folgen der Langfliegerei.

Für viele gehört Jetsetting heute zum Berufsalltag. Erst kürzlich traf ich im Flugzeug einen Ingenieur, der gerade auf dem Weg nach Thailand war. Vor kurzem, erzählte er, sei er für eine Besprechung am gleichen Tag hin- und zurückgeflogen. Diesmal bleibe er zwar einige Wochen, werde aber am Tag nach seiner Rückkehr gleich weiter in die USA reisen. Was für ein Stress für den Körper – vor allem, wenn man so etwas ständig macht!

Doch auch bei normalen Urlaubsreisen, wie sie viele von uns mindestens einmal pro Jahr unternehmen, stellt sich die Frage: Wie hält der Körper solche Zeitverschiebungen aus, an die er sich durch die vergleichsweise kurzen Flugreisezeiten rasend schnell anpassen muss? Bei einer wochenlangen Schiffsfahrt etwa hätte der Körper deutlich mehr Zeit, sich anzupassen. Und wie geht man mit der Problematik am Besten um? » weiterlesen

Der Mythos des gesunden Schlafes:
Sind 8 Stunden etwa zuviel?

Liegt, wer 8 Stunden ununterbrochen schläft, etwa ungesund lange im Bett? Schlafforscher und Historiker meinen, unter Umständen ja…


Eine Frau kümmert sich nachts um ihren Mann, Bild von Jan Saenredam (1595)

Eine Frau kümmert sich nachts um ihren Mann, Bild von Jan Saenredam (1595)

Wenn wir nicht so produktiv sind, wie wir gerne sein wollen, schieben wir das oft und gerne auf unzureichende Mengen an Schlaf. Oft hören wir, dass wir 8 Stunden am Stück schlafen sollten – aber viele von uns kriegen das nur selten hin. Historische Untersuchungen zeigen, dass 8 Stunden am Stück vielleicht gar nicht so normal sind wie wir glauben wollen.

In ihrem Artikel The myth of the eight-hour sleep schreibt Stephany Hegarty von BBC, dass 8 Stunden am Stück schlafen eine recht neue Erfindung der Menschheit ist. Dabei stützt sie sich auf Arbeiten von Historikern und Schlafforschern. Der Historiker Roger Ekirch von der Virginia Tech University hat sich fast zwei Jahrzehnte intensiv mit historischen Referenzen von Schlafmustern beschäftigt. Das fing an bei Homer’s Odyssee und ging weiter über Tagebücher, Gerichtsakten und Medizinliteratur. Seine Erkenntnis: früher haben die Menschen nicht 8 Stunden am Stück geschlafen, sondern eher 2 mal 4 Stunden mit einer Pause von ca. 2 Stunden dazwischen.

Normalerweise ging man ungefähr 2 Stunden nach der Dämmerung ins Bett und schlief für etwa 4 Stunden. Dann wachte man auf und blieb für etwa 1-2 Stunden wach. In dieser Zeit wurde gelesen, die Toilette aufgesucht, geraucht oder sogar die Nachbarn besucht. Ganz oft wurde gebetet oder über Träume meditiert. Ein französisches Medizinbuch aus dem 16. Jahrhundert empfahl Paaren, die Zeit zwischen den Schläfen für die Paarung zu nutzen, weil das bessere Erfolgsaussichten haben und auch besser erledigt werden könne.

«Es ist nicht nur die Anzahl der Referenzen – es ist die Art und Weise, wie dieses Wissen referenziert wird, als ob es jedermann bekannt wäre», sagt Roger Ekirch.

Von Leonarda da Vinci ist überliefert, dass er ein ähnlich fragmentiertes Schlafmuster bevorzugt hat. Er arbeitete, bis er müde war und ging dann für 4 Stunden schlafen. Dann wurde weiter gearbeitet, bis er wieder müde war – und wieder im Bett verschwand. 8 Stunden am Stück hat er, so die Überlieferung, eher selten geschlafen.

Ein Grund für dieses Schlafmuster war, dass es vor dem 17. Jahrhundert keinerlei Grund gab, spätabends oder nachts aufzubleiben. Elektrisches Licht gab’s nicht, Kerzen waren zu teuer, um sie zu verschwenden. Also schliefen die Menschen, sobald es dunkel wurde. Es war aber länger dunkel, als man schlafen konnte. Also wurden die Zwischenräume aktiv genutzt. Die Erfindung der Straßenbeleuchtung, geheime Treffen während der Reformation und Gegenreformation und ähnliche Dinge haben dann unser Schlafverhalten von Grund auf geändert.

Die Frage ist nur, ob das gut ist. Eine Untersuchung des Psychiaters Thomas Wehr aus den 1990er Jahren setzte Probanden für 14 Stunden am Tag völliger Dunkelheit aus. Es dauerte eine Weile, bis sie sich angepasst hatten. Aber nach drei Wochen sahen ihre Schlafmuster deutlich anders aus: sie hatten den bimodalen Schlaf früherer Zeiten übernommen. 4 Stunden Schlaf, gefolgt von 2 Stunden Pause, gefolgt von 4 Stunden Schlaf. Es ist möglich, dass diese Art von Schlaf unserer Natur mehr entspricht, als das, was wir heute im Allgemeinen so machen.

«Heutzutage denken wir über unsere Träume kaum nach», sagt Schlaf-Psychologe Dr. Gregg Jacobs. «Es ist kein Zufall, dass in unserer modernen Zeit die Zahl derer mit Angstzuständen, Stress, Depression, Alkoholismus und Drogenproblemen ständig zunimmt.»

Die Reflexion in der Nacht auf das Geträumte ist möglicherweise neben den Träumen selber ein weiteres Ventil, das Erlebte vom Tag zu verarbeiten. Wenn Du also demnächst nachts wach liegst, mache Dir keine Vorwürfe oder ärgere Dich. Das ist ganz normal, also entspanne Dich. Es könnte sogar gut für Dich sein!