«Regeln Sie das mit meinem Anwalt» ist eine oftgehörte Filmzeile. Was aber, wenn Anwälte unangenehmen Dinge lieber aufschieben? Sechs Tipps von einem Rechtsanwalt, wie man Dinge geregelt kriegt.
Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal was Interessantes von einem Anwalt lese. Sie bedienen sich einer eigenen Sprache, erörtern öfters dermaßen abstrakte Gemengelagen, dass normale Menschen unweigerlich einschlafen und beschäftigen sich ohnehin nur mit einem Problem, wenn man sie mit Geld dazu zwingt. Ein Newsletter (leider nicht verlinkbar) der Kanzlei Schweizer & Burkert bot jedoch recht interessante Einblicke in die Arbeit von Juristen: auch sie leiden unter Aufschieberitis. Ihre Tipps, wie sie damit umgehen, sind lesenswert und zeugen von einem ständigen Kampf damit, uns selber zu motivieren, produktiv zu sein.
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Nicht nur wir normalen Menschen, sondern auch Rechtsanwälte neigen dazu, unsere eigenen Fähigkeiten zu überschätzen – und somit die Zeit, die wir für etwas benötigen, zu unterschätzen. Wir brauchen also fast für jede Aufgabe länger als geplant, schaffen dann weniger als gedacht und geraten somit unter Zeitdruck. Dieses Problem beginnt mit der falschen Einschätzung der benötigten Zeit, die unseren Terminplan von Anfang an unrealistisch macht: wir packen uns zuviel auf unseren Teller! » weiterlesen
Kontrolliertes Prokrastinieren, eigenbestimmtes Arbeiten und die Versuchung des Aufschiebens erkennen und bewusst damit umgehen – drei Wege, Dinge erledigt zu kriegen.
Prokrastination ist das, was Studenten machen, wenn sie an ihrer Diplom-Arbeit schreiben sollen: das kann dann von Wäsche bügeln über Einkaufen bis Pflege des Rollenspiel-Forums alles bedeuten, was genau NICHT mit ihrer Studienarbeit zu tun hat. Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, das uns alle befällt. Die einzige Ausnahme zu dieser Regel scheint Anna Sommerer zu sein, die Prokrastination zum Inhalt ihrer Studien-Arbeit gemacht hat.
1. Die Art, wie ich prokrastiniere, spielt keine Rolle
An mir selber kann ich feststellen, dass Prokrastinieren ein fester Bestandteil meines (Arbeits)-Lebens ist, egal welcher Prokrastinations-Art ich gerade fröne. Anfangs dachte ich, die Art und Weise, wie ich prokrastiniere, spielt eine Rolle. Also habe ich seinerzeit einfach den größten Zeitfresser aller meiner Ablenkungen identifiziert und abgeschafft – und hoffte damit, die Zeit zu gewinnen, die ich vorher dieser Ablenkung opferte. Wie ich heute weiss, hat Prokrastination nicht nur in dieser Hinsicht sehr viel mit Sucht zu tun. » weiterlesen
Anna Sommerer (@ponyhut) hat es akzeptiert: Sie neigt nun mal zum Prokrastinieren und hat keine Lust mehr, dabei jedes Mal ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Sie zählt sich zu den «Aktiven Prokrastinierern», einem Aufschieber-Typus, der laut dem Forscherduo Jin Nam Choi und Angela Hsin Chun Chu den Stress regelrecht sucht und unter Zeitdruck besonders gut arbeiten kann.
Anna sagt, sie habe schon viel erledigen können, während eine andere Sache eigentlich dringender war. Sie wünscht sich, dass die Aufschieberitis nicht mehr verteufelt wird und «Betroffene» die Zeit, in der sie etwas hinauszögern, geniessen können. Deshalb hat die Produktdesignerin für ihre Bachelor-Arbeit an der Hochschule Niederrhein in Krefeld ein Prokrastinations-Set entwickelt. «Ich möchte besonders Studierende erreichen und ihnen zu einem guten Gewissen verhelfen, während sie prokrastinieren. Ich möchte nicht sagen, dass Prokrastination für alle und immer gut ist, aber in einem gewissen Rahmen ist sie es eben schon.»
Vor ein paar Tagen hat die 23-Jährige Bilder ihrer Bachelor-Arbeit bei «Design made in Germany» eingestellt. Auf Twitter wurde das Set schnell gelobt. Wir stellen die einzelnen Elemente und die jeweilige Idee dahinter kurz vor. » weiterlesen
Unerledigtes verursacht Stress. Ich weiss, ich sollte, ich müsste – der Termin kommt näher. Auf der anderen Seite verlangt es Aktivierungsenergie, eine Aufgabe anzugehen. Achors Schlussfolgerung: Solange die Aufgabe mehr Aktivierungsenergie verlangt als sie Stress verursacht, besteht die Gefahr zum Aufschieben. Daraus leitet sie eine einfache Empfehlung ab. » weiterlesen
Aufschieben ist häufig kontraproduktiv und unnötig. Bloss mehr Selbstdisziplin einzufordern hilft wenig. Simple Massnahmen können aber helfen, Arbeitsblockaden zu überwinden: Fünf Tipps gegen das Prokrastinieren.
Prokrastination ist das, was ich als Student getan habe, wenn ich lernen musste. Das umfasste seinerzeit so unterschiedliche Tätigkeiten wie Moussaka kochen, Abwaschen oder NHL ’97 spielen. Heute gehe ich arbeiten, habe seit fast 10 Jahren kein Moussaka mehr gegessen und spiele nur noch unregelmäßig Computer. Weniger prokrastinieren tue ich deswegen aber noch lange nicht. Ich zeige euch 5 Tipps, wie ihr das Prokrastinieren vermeiden könnt.
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Zerlege Deine Aufgaben und Projekte in winzige Arbeitspakete
Oft schieben wir Aufgaben vor uns her, weil uns der erwartete Aufwand abschreckt. Wir befürchten, mit dieser Aufgabe viel zu lange beschäftigt zu sein – und vermeiden daher, mit der Arbeit zu beginnen. Ist die Aufgabe dann irgendwann erledigt, war sie selten so schrecklich wie angenommen.
Am besten ist, anstehende Aufgaben in winzigste Arbeitsschritte zu zerlegen und sich nacheinander auf diese Arbeitsschritte zu fokussieren. Wem es hilft, der notiert sich die Schritte auf einer Liste und hakt die erledigten Aufgaben ab. Wenn das nicht klappt, sind die gewählten Pakete vermutlich immer noch zu gross. Also zurück an den Start und nochmals zerlegen.
Dieser Artikel hier entstand als Abfolge dieser Arbeitspakete: » weiterlesen
Frisch aus dem Internet: Fünf lesenswerte Artikel rund um das Thema Produktivität. Jeden Samstag.
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So besiegen Sie die Aufschieberitis
Jochen Mai von karrierebibel.de beschreibt bei Zeit Online das Phänomen der Prokrastination und gibt Tipps und Tricks.
Wenn sich Mitarbeiter chronisch vor ihrer Arbeit drücken, spricht man von Prokrastination. Wie sich die Aufschieber selbst helfen können, erklärt Jochen Mai. » zum Artikel
Alle Achtung – Ablenkungen fördern die Konzentration
Daniel Rettig schreibt bei alltagsforschung.de über neue Erkenntnisse der Forschung zum Thema Konzentration.
Haben Sie bei wichtigen Aufgaben auch öfter mal die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens? Können Sie sich kaum konzentrieren? Dann haben zwei US-Forscher einen überraschenden Tipp: Lenken Sie sich ab. » zum Artikel
Am Ende aller Produktivitätsfragen geht es immer nur um eines: Schafft man es, anzufangen und dabeizubleiben, oder drückt man sich vor der unangenehmen Aufgabe? Bei Brigitte.de gibt es einen Test, der die Neigung zur Prokrastination untersuchen soll: Zehn Fragen à la:
«Sie müssen heute zwei Kunden anrufen: einen, der ganz begeistert ist von Ihrem Produkt, und einen, der sich über Ihren Service beschwert hat. Mit welchem telefonieren Sie zuerst?»
Dieser Test ist natürlich nur begrenzt aussagekräftig, aber er gibt durchaus ein paar gute Anhaltspunkte zu den eigenen Schwächen.
Überraschend, aber wahr: Produktivität ist bei Pop- und Rockmusikern ein beliebtes Thema. Wie wir stellen sie sich mutig der Herausforderung der ständigen Selbstverbesserung. Wir bringen zusammen, was zusammengehört: Der Leitfaden für produktives Arbeiten in 10 Songs.
1. Das Frühstück
Beginnen wir mit Grundlegendem: Gesundes Essen ist wichtig für produktives Arbeiten. Die Mikrowelle verführt uns zu schnellen, aber nicht besonders gehaltvollen Mahlzeiten. Die Gorillaz gehen hier mit Ivans Beitrag «10 Tipps für einen guten Start in den neuen Tag» einig: Dem Frühstück kann nicht genug Beachtung geschenkt werden.
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2. Das Delegieren
Der Drang, alles selbst machen zu müssen und sich dabei zu verzetteln, ist ein berüchtigter Zeit- und Energiefresser. Wie’s geht, hat Florian im Beitrag «Sinnvoll delegieren» beschrieben. Tocotronic haben zum Outsourcing eine klare Haltung: Was Du auch machst, mach es nicht selbst:
Von einer etwas merkwürdigen Veranstaltung an der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder berichtet Anne Haeming für Spiegel Online: Dort rief das «Schreibzentrum», Anlaufstelle für prokrastinationsgeplagte Studenten mit Angst vor dem weißen Blatt, zu einer gemeinschaftlichen Arbeitsnacht auf – der «Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten».
In Socken, mit Kaffee, Weißwein und Snacks arbeiteten fast zwei Dutzend Studenten nebeneinander an ihren Hausarbeiten, unterbrochen nur von Übungen wie «Schreibtischyoga» oder «Sonnenbegrüßung».
Das ist dann wohl Pragmatismus: Zwar wäre es sinnvoller, unseren Studenten beizubringen, die Aufschieberitis soweit wie möglich zu überwinden; aber da das nicht klappt, machen wir besser zusammen, organisiert und mit Hilfestellung das, was sie in den letzten Tagen vor der Abgabe der Hausarbeiten sowieso machen würden: Nachtschichten in Last-Minute-Panik.
Man kennt das ja: Einmal schnell in den Posteingang geschaut, schon ist eine halbe Stunde rum. Einen kurzen Blick auf Twitter geworfen, schon sind plötzlich zehn Tabs mit interessanten Links geöffnet. Michel Rossier erklärt in seinem Blog, wie er mit diesem lockenden Problem umgeht: Er öffnet keine Websites, sondern kopiert schnell den Link in ein Dokument, um ihn sich später vorzunehmen. Sozusagen die Low-Fi-Variante von Read it Later oder Instapaper, zusätzlich aber auch für alle anderen Ablenkungen geeignet, die nicht in URL-Form daherkommen.
Die Versuchungen werden einfach auf später verschoben (und wer weiß, ob sie dann immer noch so verlockend sind). Dafür reicht ein simpler Texteditor. Ich selbst bevorzuge xPad auf dem Mac, das den Vorteil hat, mehrere Dokumente in einem Fenster verwalten zu können, gleichzeitig aber nicht so aufgeblasen ist wie andere «Informationsmanager» mit ihren Ordnern, Unterordnern und Tags. Auf Papier klappt das Ganze natürlich auch.
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
Die Amerikaner tun es den ganzen lieben Tag lang: Small Talk. Was anstrengend scheint, ist gleichzeitig ein gutes Training. Impressionen aus dem Land des ewigen Geplaudere. » weiterlesen
Der spanische Fotograf Samuel Aranda ist Preisträger des World Press Photo 2012. Der 33-jährige ist vor allem in den Krisenregionen dieser Welt unterwegs und erzählt im Interview von seiner Motivation, seinen Ängsten und den Voraussetzungen für gute Arbeit. » weiterlesen
«Schöner arbeiten, besser leben» ist unser Motto. Wir befassen uns mit all den großen Konzepten, kleinen Tricks und neuen Tools, die Euch produktiver machen. » weiterlesen