Alle 14 Artikel zum Thema Prokrastination auf imgriff.com:
Man kennt das ja: Einmal schnell in den Posteingang geschaut, schon ist eine halbe Stunde rum. Einen kurzen Blick auf Twitter geworfen, schon sind plötzlich zehn Tabs mit interessanten Links geöffnet. Michel Rossier erklärt in seinem Blog, wie er mit diesem lockenden Problem umgeht: Er öffnet keine Websites, sondern kopiert schnell den Link in ein Dokument, um ihn sich später vorzunehmen. Sozusagen die Low-Fi-Variante von Read it Later oder Instapaper, zusätzlich aber auch für alle anderen Ablenkungen geeignet, die nicht in URL-Form daherkommen.
Die Versuchungen werden einfach auf später verschoben (und wer weiß, ob sie dann immer noch so verlockend sind). Dafür reicht ein simpler Texteditor. Ich selbst bevorzuge
xPad auf dem Mac, das den Vorteil hat, mehrere Dokumente in einem Fenster verwalten zu können, gleichzeitig aber nicht so aufgeblasen ist wie andere «Informationsmanager» mit ihren Ordnern, Unterordnern und Tags. Auf Papier klappt das Ganze natürlich auch.
Michels Tipp:
» Prokrastination – Ablenkung auslagern (rossier.info)
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
Freitag! Wir lassen den Hipster PDA liegen, verfüttern dem Hund die To-Do-Liste und akzeptieren uns mal so, wie wir sind. Wir beginnen, ziel- und zwecklos auf der Homepage von ‘The Idler’ zu schmökern.
The Idler ist ein britisches Magazin und erscheint zweimal jährlich. ‘Die Absicht des Magazins ist, der Kunst des Faulenzens die Würde zurückzugeben, aus dem Müssiggang etwas Erstrebenswertes statt etwas Verwerfliches zu machen’ schreiben die Gründer Tom Hodgkinson und Gavin Pretor-Pinney.
Auf der Website finden sich Texte zu den Helden des Müssiggangs, etwa Henry Miller, Paul Lafargue oder Bertrand Russell. Russells Essay Lob des Müssiggangs (Affiliate-Link) ist nach wie vor die wichtigste theoretische Grundlage zum Thema Faulheit. Daneben gibt es ältere Artikel aus dem Printmagazin und eine eigene Kategorie mit Tipps für ‘The Idle Parent’.
Wir wünschen ein schönes und faules Wochenende!
» The Idler
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Wer prokrastiniert, schafft manchmal mehr: Indem er statt der einen, unangenehmen Tätigkeit drei nicht ganz so schlimme Dinge erledigt. Das schlechte Gewissen ist damit allerdings noch nicht unbedingt weg.
Anders sieht es beim Blogger Nik Karlil aus, der dafür plädiert, sich der Versuchung der Prokrastination willig hinzugeben, wenn sie sich zeigt – und einfach danach zu tun, was zu tun ist. Sein nicht ganz von der Hand zu weisendes Argument:
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Vor wenigen Tagen schrieben wir hier über die «Procrastinator’s Clock», ein Tool, das für Mac-Nutzer eine um 0 bis 15 Minuten vorgehende Uhr anzeigt – ein kleiner Trick für chronische Prokrastinierer und Unpünktliche. Super: Unser Leser Chris Jones fühlte sich inspiriert von diesem Artikel und bastelte daraufhin eine Version für Windows:
Das Programm stellt die Zeit im Systray um 0-15 Minuten vor, das war’s. Dazu wird einmal in der Minute ein Registry-Eintrag modifiziert.
» ProcSysClock v0.1 (chrisjones.de – Programm von uns bisher nicht getestet)
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Vor kurzem haben wir zwei Artikel zum Thema Pünktlichkeit veröffentlicht: Zeit als kontinuierlicher Fluss oder planbare Struktur und Rechtzeitig an Ort und Stelle – aber bitte stressfrei. Eine der Empfehlungen dort war, einfach die Uhr vorzustellen, um seine eigene Unpünktlichkeit sozusagen wieder auf Maß zu bringen. Das wurde scharf kritisiert, da viele von Euch diesen Hinweis als symptomtherapeutische Maßnahme empfanden und weniger als Ursachenbekämpfung.
Da ist natürlich was dran. Nichtsdestotrotz ist das Verstellen der Uhr offenbar eine Methode, die auch der bekannte Startup-Autor Guy Kawasaki (Link zu seinem Blog) schätzt. Jedenfalls wurde auf seine Anregung hin eine «Procrastinator’s Clock» für den Mac veröffentlicht:
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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Stimmt, aber manchmal versuchen wir, Unangenehmes so lange aufzuschieben, bis es sich von alleine erledigt. Wir haben eine Methode und zehn Tipps gegen die «Aufschieberitis».
Aufschieben ist durchaus normal. Wer hat noch nie beim Wecker auf den Snooze-Knopf gedrückt, um das lästige Aufstehen wenigstens für ein paar Minuten aufzuschieben?
Problematisch wird das Aufschieben nur dann, wenn man regelmäßig und ständig aufschiebt. Diese «Aufschieberitis», die man dann Prokrastination nennt, kann viele Gründe haben und auch eine Strategie gegen eine (vermeintliche) Blamage oder gegen Kritik sein oder tieferliegende Ursachen haben:
- Negative Bewertung: Dinge werden nicht nur registriert, sondern regelmäßig negativ bewertet («Das ist mir zu viel», «Das schaffe ich nicht», «Das habe ich nicht verdient»). Unangenehmes wird so zu Unerträglichem oder Unmöglichem.
- Motivationslosigkeit/Unlust
- Angst: Angst vor Versagen, vor Ablehnung – aber auch Angst vor Erfolg.
- Perfektionismus
- Selbstwertstörung
Schnell kann man in einen Teufelskreis geraten: Aus Perfektionismus oder Versagensangst schiebt man auf. Darauf folgt die Selbstkritik und häufig auch ein Selbstwertverlust. Man setzt sich einem noch größeren Druck aus, was zu noch mehr Versagensangst und damit wieder zu Aufschieben führt.
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Eigentlich wollten wir dieses Buch ja schon lange rezensiert haben, aber … dann schlug die Prokrastination zu. Nun hat Camilla es gelesen und stellt ihre Eindrücke vor.
Aus Notwehr, so schreiben Kathrin Passig und Sascha Lobo im Vorwort ihres Buches, haben sie “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” (Affiliate-Link) geschrieben: aus Notwehr gegen eine ausufernde Literaturflut, die uns erklären will, wie wir immer besser organisiert, immer motivierter und disziplinierter leben – eine Literatur, die üblicherweise nur den Ausstieg aus dem gewöhnlichen Arbeitsleben als Gegenentwurf hat.
Herausgekommen ist bei der passig-lobo’schen Notwehr ein geistreiches, kurzweiliges, bisweilen bissiges Buch über Prokrastination, also das notorische Aufschieben und Liegenlassen von Dingen, und ihre Bewältigung oder, viel eher, Umgehung und bisweilen auch das gar nicht so unangenehme Leben mit ihr.
Es geht in diesem Buch gerade nicht um die Bewältigung der umfangreichen To-Do-Liste, sondern gerade darum, wie man möglichst ohne To-Do-Listen und Produktivitätssysteme klar kommt. Dazu dient vor allem eine Änderung der Haltung zum Thema Leistung: Nicht der Prokrastinierer ist falsch, sondern die überzogenen Ansprüche seiner Umwelt, die er vielleicht verinnerlicht hat. “Wir wollen das Leben so organisieren, dass man es nicht mehr organisieren muss”, heißt es im Vorwort, und weiter: “Das realistische Minimalziel ist, dass Sie dieses Buch lesen, in Ihrem Leben nichts ändern, sich aber besser fühlen als vorher.”
Statt sie zu verurteilen, erklären Passig/Lobo Prokrastination und Desorganisation zu einem Lebensstil, dessen Anhänger sie (wie sie beteuern, ganz ohne Hintergedanken) “LOBOs” (als Akronym aus “Lifestyle of Bad Organisation”) nennen.
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Der heutige Linktipp führt zu einem schön selbstironischen Text der Autorin Mary Beth Ellis: Über das gar nicht angenehme Wunder, einfach keine Struktur in den Arbeitstag zu bekommen, Stunde um Stunde zu verbringen, ohne produktiv zu arbeiten, und am Abend nur die Erkenntnis gewonnen zu haben, dass ‘Google tatsächlich eine Suchmaschine ist’.
» Friends with Structure [freelanceswitch.com]
P.S.: So gut der Artikel geschrieben ist, den Sinn dieses Satzes verstehe ich nicht: “Another day goes by, and at the end of each wasted hour, every single one of my German ancestors spin a few centimeters closer to the center of the Earth.” – kann jemand helfen?
Hier erscheint jeden Morgen (und manchmal auch erst mittags) von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
Lebst Du auch in einer prokrastinationsfeindlichen Umgebung? Sind ständig Feinde Kollegen im selben Raum, die der Meinung sind, Du solltest “arbeiten” statt YouTube und Facebook zu durchstöbern? Mobbt auch Dich Dein Chef, indem er Dir regelmäßig Aufgaben zuweist? Hat er gar die IT-Abteilung bestochen, woraufhin die Twitter und andere unentbehrliche Webseiten aus dem Firmennetz heraus blockiert haben? Hier kommt Rettung! Fünf Hilfsmittel fürs ungestörte Prokrastinieren:
» 5 Cool Websites To Procrastinate at Work Like a PRO [makeuseof.com]
Hier erscheint jeden Morgen (und manchmal auch erst mittags) von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
In zwei Wochen erscheint “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin”, das neue Buch von Sascha Lobo und Kathrin Passig, und wir werden natürlich nicht drumherumkommen, es zu rezensieren. Als kleiner Vorgeschmack führt der heutige Link am Morgen zur Liste der Buchtitel, die es nicht durch die Feinabstimmung geschafft haben – meine Favoriten: “Sorge dich nicht – schiebe”, “Übernächster Mittwoch ist auch noch ein Tag” und “Sommerhaus aufräumen, später”.
» Verworfene Buchtitel [prokrastination.com]
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!