Inbox Zero, der vollständig leere Posteingang also, ist so etwas wie der Heilige Gral der Produktivitätsfans (hier erklären wir das Prinzip). Aber so verlockend das Ziel, so herausfordernd ist der Weg dorthin. Scheitern ist normal, vor allem in Stressphasen, in denen keine Zeit für das Durcharbeiten der Mails bleibt.
Andreas von Gunten hat vor einer Woche in seinem Blog einen Weg zur Inbox Zero vorgestellt, den ich so noch nicht gesehen habe: Er arbeitet exzessiv mit Filtern und schafft es dadurch, quasi automatisch einen leeren Posteingang zu bekommen:
Der Link des Tages geht heute zu einem schon älteren Text von Richard Wiseman, Psychologe an der University of Hertfordshire und Autor des Buches «The Luck Factor» (Affiliate-Link) . Er hat über Jahre Menschen begleitet, die sich als besonders glücklich große Glückspilze oder ausnehmend unglücklich ausnehmende Pechvögel wahrnehmen, und festgestellt, dass Gedanken und Verhalten dieser Menschen ganz wesentlich für ihr Geschick waren. Die plausible Erklärung: Menschen, die oft Pech haben, entwickeln eine Grundangst, die dafür sorgt, dass unerwartete Dinge nicht wahrgenommen werden. Unerwartete Dinge jedoch sind nicht selten Chancen zum Glück.
Mit den Erfahrungen aus seinen Tests kreierte Wiseman schließlich eine «Luck School», eine Schule des Glücks. Und die Hausaufgaben, die er seinen Schülern gab, zeigten Wirkung:
Hier erscheint (fast) jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
Software, um Notizen zu bearbeiten oder Informationen zu verwalten, hat Hochkonjunktur: Evernote, der Zettelkasten oder DevonNote sind nur drei Beispiele. Curio will diese Aufgaben anders lösen: Mit einer leeren Leinwand und allen Pinseln und Instrumenten, die man dazu braucht. An einem Ort.
Mein altes Problem Curio ist eine Ideenbearbeitungsmaschine für den Mac. Die Software löst eines meiner alten Probleme. Etwa wenn ich einen Artikel schreibe: Ich habe erste Ideen und Info-Schnipsel aus allen möglichen Quellen. Mit Mind Maps strukturiere ich das Thema, schäle Unterpunkte heraus und formuliere erste Textentwürfe. Das Problem: Ich benötige dafür verschiedene Tools. Ein Mindmap-Programm, eine Informations-Verwaltungsapplikation wie Evernote, einen Texteditor, ein Screencast-Programm um Bildschirminhalte festzuhalten und so weiter. Das Resultat: Dutzende von Dateien, die irgendwo auf meinem Computer rumliegen.
Curio im Bild: Screenshots
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Arbeiten auf der Leinwand Curio kommt aus einer anderen Richtung. Curio gibt mir eine weisse leere Seite – einen so genannten Idea Space. Das Konzept der Leinwand, wie es auch Prezi zugrunde liegt (die imgriff.com-Review zu Prezi), taucht hier wieder auf. Weiter gibt mir Curio Tools an die Hand, die ich vielleicht brauchen könnte: Eine Mindmap-Applikation, ein Listentool, eine Tabellenfunktion, ein Zeichenprogramm, ein Video- und Audioaufzeichnungsgerät, einen Webbrowser oder einen einfachen Text Editor.
Zeit Online hat – per Überschrift etwas bemüht ins Reiseressort gesteckt – ein Interview mit dem Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel veröffentlicht, in dem er über die Wichtigkeit von Stille für Kreativität und Wohlbefinden spricht und Kluges sagt wie etwa:
«Wenn ganz Deutschland jeden Tag für eine Stunde nicht kommunizieren würde, dann hätten wir hier den größten Innovations- und Kreativitätsschub, den man sich vorstellen kann.»
oder
«Indem wir die Stille verdrängen, versetzen wir uns in einen kontinuierlichen Reaktionsmodus.»
oder
«Kreativität ist ein wichtiges Merkmal eines ausgeglichenen Menschen. Wer nur noch erledigt, abarbeitet, reagiert, braucht definitiv eine Pause.»
Glücklich, wer sich im Alltag solche stillen Pausen nehmen kann.
Jamie Oliver will eine Revolution starten. Die meisten Gesundheitsprobleme in unseren westlichen Gesellschaften resultieren aus schlechter Ernährung, und das will er ändern. Vor zwei Wochen hat er sein Projekt auf der TED-Konferenz im kalifornischen Long Beach vorgestellt. 20 Minuten, die sich lohnen und während denen man sich zwei Fragen stellen kann, nämlich:
Wie ist mein Ernährungsverhalten zu beurteilen?
Wie präsentiert man überzeugend?
Ersteres erklärt Jamie Oliver im Video. Die Antwort zur zweiten Frage legt er auch vor: Mit Emotionen, mit direkter Ansprache und Einbezug der Zuhörer, mit lebendigen Beispielen und Visualisierungen jenseits von Powerpoint – etwa einer Schubkarre mit Zucker.
Die meisten Menschen haben keine Wahl, sich eine Stadt zum Leben auszusuchen; man wohnt, wo man einen Job bekommen hat, wo der Partner oder die Partnerin einen Job bekommen hat, wo man immer gewohnt hat. Aber manche haben mehr Freiheit: Sie arbeiten virtuell oder selbständig und können dies theoretisch von jeder Stadt der Welt aus machen. Welche Stadt der Welt wählt man dann?
Scott H. Young hat sich zu dieser Frage ein paar Gedanken gemacht und findet vor allem, die perfekte Stadt sei im Zweifel keine derer, die einem zuerst einfallen. New York, Rom, Paris? Zu teuer, zu naheliegend, zu viel Verkehr. Für eine perfekte Stadt sorgen seiner Ansicht nach Faktoren, die man zunächst gar nicht wahrnimmt.
Es gibt bekanntlich nur zwei Typen von Situationen: Angenehme und unangenehme. Zu den unangenehmen gehört es, überraschend und unvorbereitet um einen Vortrag gebeten zu werden – zum Beispiel vom Chef in einem Meeting: «Bitte stellen Sie doch mal eben den Stand des Projekts vor.»
Jochen Mai hat dafür im Blog 30tausend.de eine gute «Kletterhilfe» gefunden: Fünf Schritte, die schon eine informative und strukturierte Rede ergeben, wenn man sich an ihnen entlang hangelt.
Vergangenheit – wie kam das Projekt zustande, wie fing es an?
Entwicklung – wie hat sich das Projekt seit dem Start entwickelt?
Gegenwart – wo stehen wir? Wo hakt es noch?
Andere – was sagen Andere zum Projekt? Welches Feedback gibt es?
Zukunft – wie geht’s weiter und wann? Was sind die nächsten Schritte, und was war noch gleich das Ziel?
Nach den Anfangsbuchstaben der fünf Schritte heißt diese Methode «VEGAZ-Methode». Erläuterung der einzelnen Schritte drüben bei Jochen:
MagSafe ist eine Erfindung, die schon das Leben zahlreicher Apple-Laptops verlängert haben dürfte. Sie besteht aus der simplen Idee, das Ladekabel nur magnetisch am Laptop zu befestigen. Stolpert nun jemand über das sich zur nächsten Steckdose windende Kabel, passiert – gar nichts. Jedenfalls nichts Schlimmes. Die Magnetverbindung löst sich sofort, der Rechner bleibt, wo er ist und wird nicht vom Kabel zu Boden gerissen.
MagSafe kann aber auch haben, wer keinen Apple kauft. «Do it yourself» ist angesagt: Bei Instructables.com gibt es nämlich eine Anleitung, wie man das Prinzip mit etwas Geduld und günstigen Zutaten selbst umsetzt.
Soll man lieber zu Hause arbeiten oder besser in der Bibliothek? Vielen meiner Kommilitonen galt die Bibliothek als ultimativer Ort des produktiven Arbeitens. Ich meine, dass unter Umständen durchaus das Gegenteil wahr sein kann, und dass die Frage, wo man besser arbeitet, möglicherweise komplexer ist.
Im Grunde kann das Arbeiten zu Hause nämlich sehr angenehm sein. Daheim ist es behaglich, ich kann entspannt arbeiten und mich dadurch auf kreative Impulse einlassen, die ich in der fokussierteren Atmosphäre einer Bibliothek nicht zulassen würde. Ich kann einfach Pausen machen oder, wenn mir danach ist, eben mal eine Tasse Tee kochen, schnell zwischendrin etwas essen oder zwei Minuten auf dem Balkon durchatmen. Allgemein kann ich zu Hause wesentlich eher meine Umgebung gestalten, wie ich sie haben will. In der Bibliothek kann ich nicht einfach die Heizung hochdrehen, wenn mir kalt ist, oder das Fenster aufmachen, wenn die Luft zu abgestanden ist.
Daheim bin ich jedoch potenziell einer Menge Störungen von außen ausgesetzt: Vom Paketboten, der das Paket für einen Nachbarn bei einem abgeben möchte, Mitbewohner oder Familienmitglieder, die einen “nur schnell mal” um Hilfe bitten, über Telemarketing-Anrufer bis zu Missionaren wollen eine ganze Menge Menschen etwas von einem, wenn man tagsüber zu Hause ist. Eventuell ist es zu Hause sogar allzu behaglich. Das beeinträchtigt gelegentlich meine Konzentration und Disziplin: Ich verliere dann gerne aus den Augen, was gerade wichtig ist, und verzettele mich. Vor allem aber: Ablenkungen, andere verlockende Tätigkeiten oder einfach Ausweichhandlungen (das Phänomen, dass die Wohnung nie so sauber ist wie vor einer Prüfung, ist wohlbekannt) sind daheim stets in Reichweite.
Deshalb ist die Bibliothek durchaus ein angenehmer Ort, wenn ich einmal konzentriert arbeiten will. » weiterlesen
Der Autor Klaus Werle hat in einem Buch (Affiliate-Link) und für Spiegel Online über den «Optimierungswahn» geschrieben, der viele junge Menschen heutzutage kennzeichne: Station um Station wird im Lebenslauf abgehakt, möglichst schnell und gut ein möglichst marktgängiges Studium absolviert. Doch wer immer bloß geradeaus fährt, so das Argument Werles, kommt später mit Umleitungen und Hindernissen nicht zurecht:
«Viele Studenten galoppieren mit voller Kraft in die Perfektionismusfalle: Wenn es stimmt, dass wir lebenslang lernen müssen, dass Denken in komplexen Zusammenhängen die Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts ist – dann ist eine Optimierung anhand vermeintlich verbindlicher Karriereideale ein Irrweg.»
Spiegel Online veröffentlicht mehrere Auszüge aus Werles Buch, auch die anderen sind überaus lesenswert.
Paul Reifferscheid, Journalist und «Terminkalender-Anhänger», und Kathrin Passig, Autorin und «Verfechterin von Disziplinlosigkeit», über GTD. » weiterlesen
«Schöner arbeiten, besser leben» ist unser Motto. Wir befassen uns mit all den großen Konzepten, kleinen Tricks und neuen Tools, die Euch produktiver machen. » weiterlesen