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Selbstkontrolle verbessern:
Der Glücksmuskel

Ich schreibe diesen Artikel. Obwohl ich lieber schwimmen gehen würde. Selbstkontrolle oder Selbstdisziplin heißt die Fähigkeit, dominante Reaktionen zu überwinden und stattdessen ein anderes, bevorzugtes Verhalten zu zeigen. Wie kann man sie verbessern?

Ausschnitt aus dem «Marshmallow Test»

Ausschnitt aus dem «Marshmallow Test»

Selbstkontrolle oder vielmehr der Mangel daran beschäftigt uns immer wieder. Sie ist auch personenabhängig: Einige von uns haben mehr Fähigkeiten zur Selbstkontrolle als andere. Die positiven Seiten von Selbstkontrolle sind wissenschaftlich nachgewiesen: Unser Lebensglück scheint zu großen Teilen davon abzuhängen. Akademischer und beruflicher Erfolg, Gesundheit oder Beziehungen profitieren von guter Selbstkontrolle.

Malte Friese und Claude Messner vom Institut für Psychologie der Uni Basel umschreiben es so: «Vereinfacht gesagt zeigt Intelligenz in einem gewissen Maße das Potenzial einer Person an, während Selbstkontrolle eine Abschätzung erlaubt, wie gut eine Person das eigene Potenzial nutzt, um erfolgreich zu sein.»

The Marshmallow Test

Bereits in den 1960er Jahren hat Walter Mischel, ein Professor der Columbia University, Selbstkontrolle bei Kindern getestet. Bekannt ist sein Marshmallow-Test: Er untersucht, wie Kinder Selbstkontrolle ausüben, wenn eine größere Belohnung zu einem späteren Zeitpunkt winkt (siehe Video).

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Lese-Sommer 2010:
What have you changed your
mind about?

Sich weiter zu entwickeln, heißt auch: Irrtümer eingestehen und Dinge neu sehen. «What have you changed your mind about?» handelt davon: Über 100 Wissenschafter erklären, wo sie falsch lagen und wie sie die Dinge heute sehen.

What have you changed your mind about (Herausgeber: John Brockmann)Neurobiologie, Mathematik, Informatik, Sexualwissenschaft, Geschichte, Informatik oder Philosophie: Die Wissensgebiete, die die Autoren vertreten, decken den gesamten Wissenschaftsbetrieb ab. Der Herausgeber, John Brockmann, hat allen die gleiche Frage gestellt: Worüber hast Du im Verlauf des Lebens Deine Meinung geändert? Was er erfuhr, hat er in What have you changed your mind about? (Affiliate-Link) zusammengetragen.

 

Von Fehlern und Irrtümern
Die Antworten, kurze Aufsätze, sind spannend zu lesen. Man erhält einen Einblick in viele Themen und eine Idee, was dort gerade diskutiert wird. Die Darstellungen sind nicht vollständig oder erschöpfend, aber für Laien gut verständlich geschrieben. Außerdem offenbaren die Autoren und Autorinnen einen Einblick in ihre Arbeitsweise: Wie funktioniert Wissenschaft in der Realität? Und, selten genug, sie erklären, wo sie dabei falsch lagen. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass zum größeren Teil US-amerikanische Autoren zum Zug kommen – und das Buch noch nicht auf deutsch erschienen ist.

The Edge, das Netzwerk
Herausgeber John Brockmann ist Gründer der Edge Foundation, einem Netzwerk von Intellektuellen und Wissenschafter. Die jährliche Edge-Frage hat bereits Tradition, in der Reihe sind schon mehrere Bücher erschienen. Aus diesem Netzwerk rekrutiert Brockmann eine eindrückliche Liste von Autoren: Dabei sind etwa Steven Pinker oder Nicholas Carr. Auch Musiker und Künstler wie Brian Eno sind vertreten, dazu einige der jungen «Shooting Stars» der Wissenschaftsszene.

John Brockmann (Herausgeber): What have you changed your mind about? (Affiliate-Link) Harper Perennial, 2009

Ideen finden:
Verbringt mehr Zeit unter der Dusche!

Es ist ein Klischee, aber es stimmt: Die besten Ideen hat man unter der Dusche – oder auf dem Weg ins Büro, abends in der Kneipe, beim Laufen im Park, kurz: Immer dann, wenn wir nicht bewusst versuchen, Ideen zu haben.

Und das ist ein Problem bei Brainstormings und Kreativmeetings in Unternehmen: Sie schreiben Dir vor, wann Du kreativ sein und Ideen haben sollst. Wer sich jedoch mit diesem Vorsatz ans Denken macht, so schreibt Simon Sinek in seinem Blog «Re:Focus», der aktiviert bloß den rationalen Teil seines Gehirns.

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Auszeit:
Wie die Dänen ganz für sich lernen

Man kann das Gefühl haben, dass die sogenannte Bildung heute nur noch ein zusammenfassender Begriff für die Zeit ist, die man in Schule und Hochschule verbringt, bevor man endlich auf den Arbeitsmarkt darf. Bloß Ausbildung also, unter Zeit- und Karrieredruck, immer im Wettbewerb mit womöglich schnelleren oder vielgereisteren Generationsgenossen.

Wie es anders geht, zeigt das Beispiel Dänemark. In landesweit 76 Schulen verbringen jedes Jahr rund 3.500 Schulabgänger und Studenten mehrere Monate mit Lernen – allerdings so freiwillig wie nur denkbar. Kurse gibt es in Kunst, Philosophie, Musik, Literatur und Theater, «brotlosen Künsten» also. Christoph Titz hat für Spiegel Online über eine dieser Schulen geschrieben und fasst das Prinzip so zusammen:
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Automatische Abwesenheitsmeldungen:
Out-Of-Office-Replies verraten Eure Faulheit, sagt Tyler Brûlé

Tyler Brûlé, Erfinder des von mir sehr geschätzten Magazins «Moncole», schreibt auch eine Kolumne für die «Financial Times»; die Kolumne findet so la la übersetzt ihren Weg auf die Website von «Merian»; und von dieser wiederum werden ausgewählte Artikel bei «Spiegel Online» verlinkt.

So auch der aktuelle Text von Brûlé, in dem er sich über Out-Of-Office-Replies aufregt und die These aufstellt, dass

«Leute, die gerne ausführliche “Out Of Office”-Antworten versenden, nicht nur ihren Job hassen, sondern auch dazu tendieren, weniger unternehmerisch zu denken, schlechte Team-Player zu sein und – in vielen Fällen – einfach faul sind.»

Brûlés implizite Forderung: Nichts gegen temporäres, vollständiges Abschalten, aber das soll doch bitte nicht zu lange sein – wozu gibt es Smartphones?

» Faule Bande (merian.de)

Hier erscheint jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

The Productivity Myth

Die Anzahl der Arbeitsstunden in den USA liegt im Moment rund 10 Prozent unter dem Wert vor der Wirtschaftskrise. Grund dafür sind Entlassungen – es arbeiten schlicht weniger Leute. Trotzdem produzieren die US-Betriebe in der Zeit aber gleichviel Produkte und Dienstleistungen wie 2007. Fed-Chef Ben Bernanke nannte dies einen «ausserordentlichen und nicht voraussehbaren Produktivitätsgewinn». Der Autor und Consultant Tony Schwartz glaubt, den Grund dafür zu kennen: Die Angst um den eigenen Job bringt die Leute dazu, mehr und schneller zu arbeiten.

Er sieht darin nicht nur Vorteile: Die ständige Überbelastung verbrauche zuviel Energie und bringe zuwenig Resultate: Wenn man immer so schnell wie möglich renne, habe man kein Auge für Details mehr, schaue sich das grosse Ganze nicht mehr an und denke vor kurzfristig.

Seine Blogbeiträge «The Productivity Myth» vom 5. Mai 2010 und «For real productivity, less is truly more» vom 17. Mai 2010 beinhalten einige bedenkenswerte Fakten zu unserem Energiehaushalt und ein Vorschlag für einen 90-Minuten-Arbeitsrhythmus. Lesenswert.

Hier erscheint jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

Wie man coole Projekte identifiziert

Entscheidend ist nicht, ob selbständig oder abhängig beschäftigt. Entscheidend für unsere Motivation ist vielmehr, ob uns die Projekte gefallen. Wir zeigen, wie man die wirklich coolen Projekte findet.

Florian fragte hier kürzlich: Warum nicht selbständig sein? Thomas nahm das auf und antwortete: Es muss nicht immer selbständig sein. Denn geht es nicht im Wesentlichen um die Frage, was uns Spaß macht bei der Arbeit? Thomas nennt einige Beispiele für Projekte, die sein Arbeitsleben bereichern und ihm offensichtlich genau wegen ihrer Vielfalt und dem Unterschied zur eigentlichen Arbeit viel Motivation geben. Bloggen etwa ist für Thomas und mich ein Nebenprojekt, das uns viel Spaß macht, aber auch sehr viel Arbeit kostet – die aber gut investiert ist, denn sie macht uns glücklicher.

Wie identifizierst Du coole Projekte?

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Job und Zukunft:
Es muss nicht immer selbständig sein

Die meisten von uns wollen ihr Leben selbstbestimmt gestalten. Die Alternative zum Angestellten-Dasein muss aber nicht gleich Selbständigkeit heißen. Es gibt auch andere Wege, um im Arbeitsleben unabhängig zu bleiben.

Das eigene Ding
«Wieso nicht sein eigenes Ding machen?» hat Florian hier vor einigen Tagen gefragt, wenn sich doch eh niemand mehr seines Jobs sicher sein kann. Die Frage finde ich gut. Die Antwort – «Macht Euch selbständig!» – greift meiner Meinung nach etwas zu kurz. Im Kern geht es für mich nicht um selbständig oder angestellt. Die Frage muss lauten: Wie unabhängig bin ich? Wie sehr bin ich auf den Goodwill (oder die Willkür?) eines Unternehmens angewiesen, das sich mir gegenüber nicht sonderlich verpflichtet fühlt?

Für Risiken und Nebenwirkungen

Sunday Morning Abstract

Sunday Morning Abstract (kevindooley bei flickr.com)

Selbständigkeit ist eine Option, um diese Unabhängigkeit zu erreichen. Für viele ist sie aber nur schwer zu realisieren. Was nicht verwundern darf: Selbständige arbeiten mehr und verdienen weniger, und die wenigsten Unternehmensgründungen schaffen es über die ersten fünf Jahre hinaus. Das Risiko ist hoch. Zwar gibt es viele zündende Ideen für neue Unternehmen, ob sie funktionieren, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Ich bin überzeugt, dass es auch andere Wege gibt, sich die Unabhängigkeit zu erhalten – selbst als Lohnabhängiger. Und zwar, indem man in die eigenen Fähigkeiten investiert: Man erweitert und vertieft die eigenen Kompetenzen und schafft sich so Optionen für die Zukunft. Gerade in einer vernetzten Wissensökonomie bieten sich unzählige Chancen dafür.

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Job und Zukunft:
Wieso nicht sein eigenes Ding machen?

Wir erleben seit geraumer Zeit Veränderungen, ach was: Umwälzungen im Arbeitsmarkt. Noch vor wenigen Jahren als «unkaputtbar» geltende Unternehmen wie Karstadt oder Quelle gehen den Bach runter, von Vollbeschäftigung wird seit langem ohnehin nur noch in Wahlprogrammen geträumt. Die Frage, die man sich nun stellen kann und die ans Eingemachte geht: Wenn sowieso ehemals sichere Jobs immer unsicherer werden, wieso dann nicht genau jetzt sein eigenes Ding machen?

Darüber hat Kollege Roland Kopp-Wichmann einen wirklich guten Artikel in seinem Blog geschrieben – mit Beispielen von Menschen, die den Schritt gewagt haben und erfolgreich damit sind, und mit zahlreichen weiterführenden Links. Warum es wichtig ist, sich jetzt Gedanken über seinen Job und seine Zukunft zu machen:

» Wer sich heute im Job sicher fühlt, hat vergessen, wie man einen Frosch kocht. (persoenlichkeits-blog.de)

Hier erscheint jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

Glücksforschung:
Geld macht glücklich. Arbeit auch.

Geld macht glücklich. Arbeiten oder heiraten auch. Zumindest für zwei Jahre. Solche Antworten liefert die Glücksforschung – und die wird mehr und mehr auch von Wirtschaftswissenschaftlern betrieben.

Fast alle Menschen streben nach Glück. In den letzten Jahren befassen sich auch Ökonomen vermehrt mit dem Glück als Forschungsgegenstand und gehen mit Empirie den Einflussfaktoren der Lebenszufriedenheit nach: Arbeit, Geld, Heirat, Gesundheit, Fernsehkonsum oder Demokratie. Bruno S. Frey ist ein profilierter Vertreter dieser Fachrichtung. Zusammen mit der Ökonomin Claudia Frey Marti hat der Professor für Wirtschaftswissenschaften der Universität Zürich die Forschungsergebnisse der letzten Jahre in einem Buch zusammengefasst: Glück. Die Sicht der Ökonomie (Affiliate-Link) Die Autoren beschäftigen sich mit dem optimalen Einkommen oder der Frage, ob Heiraten wirklich glücklich macht – und wenn ja, wie lange? Einige Antworten dazu: » weiterlesen