Aufgaben delegieren erfordert Kommunikation. Dabei ist bereits die Art und Weise der Kommunikation entscheidend für die Motivation und beeinflusst, mit welchem Elan wir oder andere uns diesen Aufgaben stellen – und demzufolge, wie erfolgreich die Aufgabe erledigt wird.
Wenn etwas getan werden muss
Die größte Hürde bei neuen Aufgaben, die man sich oder anderen unnötig stellen kann, ist dabei das Wort müssen. Schauen wir uns mal die folgenden Sätze an:
Ich muss morgen zur Arbeit gehen. Dort muss ich zwei Kunden anrufen. Ich muss meine E-Mails anschauen. Ich muss ein Meeting vorbereiten und durchführen. Ich muss nachmittags was einkaufen. Abends muss ich ins Fitnessstudio.
Du musst bis morgen diese Tabelle fertig machen und sie dann allen schicken. Denk auch dran, dass Du die anderen noch nach ihren Mailadressen fragen musst.
Wie man sieht, erzeugt das Wort muss sehr unangenehme Gefühle. Wenn man diese Sätze liest, kommt man jedenfalls nicht darauf, dass sie den selbstbestimmten Tag eines freien Menschen beschreiben. Muss klingt unwiderruflich, fühlt sich belastend an und lässt keinen Freiraum für eigene Entscheidung. «Ich muss …» oder «Sie müssen …» sollte man also nicht verwenden, um sich oder andere für anstehende Aufgaben zu motivieren – eher schon, wenn dosierte Demotivation das Maß der Dinge ist.
Häufig findet man nach einem scheinbar großen Misserfolg Trost darin, sich zu fragen, wie man in zehn Jahren über die Situation denken wird: nämlich deutlich gelassener, vielleicht sogar heiter, weil sich herausstellen wird, dass das Übel sich auf lange Sicht als Glück entpuppt.
An diese Erkenntnis erinnert eine Methode zur Entscheidungsfindung, die Suzy Welch «erfunden» hat: Das 10-10-10-Modell, bei dem der Zögernde sich fragen soll, welche Folgen eine Entscheidung in zehn Tagen, zehn Monaten und zehn Jahren haben wird.
Keine Rocket Science, aber darum nicht weniger hilfreich.
Gestern abend saß ich mal wieder vier Stunden im Zug – zum Arbeiten zu müde, zum Essen zu satt, und draußen war es dunkel, so dass ich vom «Winter Wonderland» auch nicht viel sah.
Glücklich, wer sich für so eine Situation ein Unterhaltungsprogramm eingepackt hat. Bei mir bestand das unter anderem aus einer Handvoll «TED Talks», den fast immer guten und oft ausgezeichneten Vortragsmitschnitten der TED-Konferenzen (hier ein paar besonders gute Beispiele). Am beeindruckendsten war die geniale Demonstration von Pranav Mistry, die sich jeder anschauen sollte, der sich dafür interessiert, wie wir in Zukunft mit der digitalen Welt um uns herum interagieren könnten:
Wir machen imgriff.com dicht. Denn wieso mühen wir Autoren und Leser uns ab, wenn wir auch einfach leistungssteigernde Pillen einwerfen könnten? Angeblich machen die klüger, produktiver und glücklicher. Fakten und Meinungen zum Hirndoping für Wissensarbeiter.
Neuro Enhancement
Es tönt vielversprechend: Wirkstoffe wie Amphetamin, Methylphenidat oder Modafinil – entwickelt für verschiedene Krankheitsbilder wie etwa Narkolepsie – sollen die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. Auch bei Gesunden – Neuro Enhancement also. Nun, wir imgriff.com-Autoren sind ja ständig der Produktivität auf der Spur, und in den Ohren eines Prokrastinierenden klingen solche Ideen sehr verlockend.
Doch schauen wir mal genauer hin: Nützt es wirklich etwas, wenn ich bei der Arbeit Ritalin oder Modafinil einwerfe? Eine erste Recherche bringt ernüchternde Resultate: Niemand weiß es. Im Netz oder im Gespräch mit Bekannten stoße ich auf zahlreiche anekdotische Belege für die Wirksamkeit. Offenbar ist es kein Problem, an einer Universität einen Studierenden zu finden, der regelmäßig Medikamente zur Leistungssteigerung schluckt und sich in einer Zeitschrift porträtieren lässt. Auch von Ärzten hört man Geschichten über leergeräumte Medikamentenschränke: Vor allem das eigene Personal soll sich dort bedienen.
Martin Weigert, Autor unseres Schwesterblogs netzwertig.com, fragte heute vormittag bei Twitter:
«I get 80 % of the ideas for articles I write when taking a shower. Pretty remarkable. Does anyone has an explanation?» («Erstaunlich: 80 Prozent der Ideen für meine Artikel habe ich unter der Dusche. Hat jemand eine Erklärung dafür?»)
Vielleicht diese: Vor wenigen Tagen erst hat Zeit Online einen Artikel über die «Wiederentdeckung der Muße» veröffentlicht, darin heißt es:
«Wirklich schöpferische Einfälle kommen einem am ehesten dann, wenn man sie nicht zu erzwingen versucht.»
Unter «Muße» wird dabei übrigens nicht verstanden, in den nächsten Wellnesstempel zu fahren oder einen Roman zu lesen – denn das wäre sozusagen Entspannung mit Funktion, nämlich der eines Gegenpols zur Arbeit.
Der erste Arbeitstag des neuen Jahres ist – je nach Arbeitssituation – gerade oder gleich oder hoffentlich zumindest bald vorbei, und wir hoffen, Ihr seid alle mit Schwung und Elan gestartet. Für diejenigen von Euch, die das symbolische Datum zum Anlass nehmen, den ein oder anderen guten Vorsatz zu fassen, das aber bisher noch nicht getan haben, gibt’s hier zwei Links. Einen mit 15 Tipps für die, die es ernst meinen mit den erfolgreichen Gewohnheitsänderungen (denn das sind die meisten guten Vorsätze) – und einen für die, denen es vor allem schnell gehen soll: Der »«New Year’s Resolution Generator» nämlich übernimmt das Finden und Formulieren der Vorsätze gleich selbst.
Zwei Rituale gibt es, die sich zuverlässig zu jedem Jahresende ins Gedächtnis bringen. Das eine, bekanntere, ist das Fassen guter Vorsätze für die nächsten zwölf Monate. Das andere, seltener oder zumindest unbewusster praktizierte ist der Jahresrückblick:
«Am Ende eines Jahres sollte man überprüfen, wo man steht: Den Kopf leeren, das Geschehene bewerten, reinen Tisch machen», schrieb Kollege Ivan hier vor einem Jahr, und seine Hilfestellung aus anleitenden Fragen ist heute natürlich ebenso aktuell:
Die täglichen Links hier bei imgriff.com führen in aller Regel zu hilfreichen, konkreten Tipps oder allgemeineren, anregenderen Texten. So gut wie nie ist die Sorte Artikel darunter, die man in Blogs gerne als «Rant» bezeichnet – nicht ganz unaggressiv geschriebene «Abrechnungen». Aber hier ist einer dieser Rants: Dustin Wax von Lifehack.org richtet sich darin an all jene, die seit dem Spätsommer, seit dem ersten Auftauchen eines Schokoladenweihnachtsmannes im Supermarkt, über die Kommerzialisierung von Weihnachten mosern, über den Einkaufsstress in den vollen Innenstädten herziehen und sich sowieso fragen, wieso zum Teufel sie eigentlich bei dem Geschenkedruck mitspielen. Die nämlich sollen gefälligst, so Wax, statt sich bis zum 25.12. öffentlich zu ärgern, lieber ab dem 26.12. was ändern, wenn sie es ernst meinen – und bis dahin nicht anderen Leuten die Feiertage verderben. Wax war beim Schreiben seines Artikels offensichtlich so erregt, dass er gleich mal mit den Zahlen durcheinander kam und seine Aufzählung mit 1., 2., 3., 4. und 4. nummeriert hat. Das Lesen lohnt sich also.
Es gibt ja so ein paar Klassiker bei den guten Vorsätzen: Mit dem Rauchen aufzuhören zum Beispiel. Oder früh aufzustehen. Und endlich/wieder/regelmäßiger joggen zu gehen, das ist auch ein so oft gehörtes wie scheiterndes Ziel.
Mary Jaksch gibt bei Lifehack.org Tipps, wie man mit dem Laufen anfängt, ohne gleich phänomenal zu scheitern. Es sind Basis-Tipps, aber vielleicht fehlen Manchem genau die:
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
Wer eine Kündigung erhält, ist oft erstmal geschockt. Die festen Bahnen, die der Job dem Leben spendierte, sind weg. Manchmal jedoch stellt sich im Nachhinein heraus, dass einem kaum etwas Besseres hätte passieren können. Genau das zeigt ein Video, das ich gestern bei Jochen Mai gefunden habe. Es ist etwas pathetisch, ja, aber hey: Es ist doch Adventszeit!
«Schöner arbeiten, besser leben» ist unser Motto. Wir befassen uns mit all den großen Konzepten, kleinen Tricks und neuen Tools, die Euch produktiver machen. » weiterlesen