Produktivität ganz persönlich:
«Eine leere Inbox ist eine Utopie»

Christian Wasserfallen ist Maschineningenieur, Nationalrat und Vizepräsident der FDP Schweiz. Als einer der jüngsten Nationalräte ist der 32-Jährige auch einer der Aktivsten in den sozialen Netzwerken. An eine leere Inbox glaubt er überhaupt nicht.

Christian WasserfallenWas tust Du als Erstes, wenn Du Deinen Arbeitstag – zuhause oder im Büro – startest?
Christian Wasserfallen: Smartphone starten, Laptop starten, Kaffeetasse füllen während der PC aufstartet. Dann geht’s los.

Wodurch zeichnet sich Dein Arbeitsstil aus?
20% geben 80% Ertrag. Die restlichen 20% Ertrag versuche ich immer ökonomisch herauszuholen. Ich arbeite sehr projektorientiert, was zeitlich und inhaltlich viel schneller zum Ziel führt. Themen müssen von Anfang an kontrovers diskutiert werden, denn stille Ja-Sager sind zwar angenehm, aber letztlich unproduktiv.

Wie – durch welche Tools und Methoden – steigerst Du Deine Produktivität?
Da die Informatik das mit Abstand wichtigste Arbeitstool ist, arbeite ich plattformunabhängig. Es muss also möglich ein, auf alle relevanten Dossiers innert Minuten zugreifen zu können, egal ob ich einen Windows-PC, ein Android-Smartphone oder ein Apple-Tablet vor mir habe.

Arbeitsplatz von Christian Wasserfallen

Der Arbeitsplatz von Christian Wasserfallen

 

Wo arbeitest Du am produktivsten?
An Orten, wo ich nicht allzu sehr abgelenkt werde, und an Tagen, an denen das Telefon nicht alle 5 Minuten klingelt.

Was tust Du, wenn Deine Produktivität nachlässt?
Pause machen und schnell «den Kopf lüften». Ich habe zum Beispiel in meinem Home Office ein kleines Unihockey-Tor, wo ich in solchen Situationen einige Ball-Übungen mit dem Stock machen kann. Nach ein paar Moves ist der Kopf wieder frei und der Kreislauf angeregt.

Wie viele Stunden schläfst Du pro Nacht?
Normalerweise 7,5 Stunden.

Was hältst du von Inbox Zero?
Das ist eine Utopie. Klar ist die beste Inbox jene mit möglichst wenig roten Flaggen, aber dieses Fahnenmeer ist immer am Wachsen. Patentrezepte dagegen sind herzlich willkommen!

Was Dir sonst noch zum Thema Produktivität einfällt
An Wochenenden viel nach draussen gehen und sich aktiv erholen, statt mit einem Sack Chips vor den Fernseher sitzen. Um viel angestaute Energie zu vernichten, tut ein morgendliches Eishockey-Spiel sehr gut. Da kann man sich richtig auspowern.

 

Patrick Mollet

Unternehmer, Publizist, Liberaler, Squasher, EVZ-Fan.

 

Aktuell unterstützt er mit seinem Startup Eqipia Arbeitgeber dabei, dank den Netzwerken ihrer Mitarbeiter besser und einfacher zu rekrutieren.

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5 Kommentare

  1. Auch ich habe lange gedacht, dass eine leere Inbox eine Utopie ist.. Mit einem kleinen Kniff hat es nun doch funktioniert; im Outlook Posteingang einen zusätzlichen Ordner “in progress” anlegen und alle Mails welche ich gerade nicht bearbeiten oder löschen kann kommen in diesen Ordner. Am Anfang habe ich noch gedacht dass ich diese dann bei Gelegenheit mal abarbeite – was allerdings dann wirklich utopisch ist. In der Inbox habe ich aber nur die wichtigen und dringenden Angelegenheiten. Diese werden solange selektioniert bis ich im Posteingang nicht mehr scrollen muss- So entscheide ich was wichtig ist und es gibt einem das schöne Gefühl die Sache im Griff zu haben :-)

  2. Diskussionen über E-Mail sind besonders im Team nicht sinnvoll. Sie füllen die Inbox, aber wirklich relevante Informationen findet man nicht wieder.
    Ich kann für die Arbeit im Team ein Wiki System wärmstens empfehlen. Diskussionen werden an einem Ort geführt und Informationen schlummern nicht mehr in Postfächern von Leuten, die im Urlaub sind oder gar nicht mehr an dem Projekt mit arbeiten.

  3. Viele verstehen die leere Inbox als Zwang zur sofortigen Erledigung. Das ist natürlich Unsinn und unrealistisch. Es soll nur vorsortiert werden um bereits gesichtete Nachrichten aus dem Blickfeld zu nehmen. Zusammen mit Filterregeln kann man so auch ein grosses Mailaufkommen bewältigen. Schliesslich legt man geöffnete Briefe bis zur Erledigung auch nicht wieder in den Briefkasten zurück, oder?

    • Grundsätzlich absolut einverstanden. Aber nur alles sortieren, damit die Inbox leer ist, hat auch noch nicht viel gebracht ;-)

    • Klar, mir geht’s aber um das “Kopf freihalten”. Ganz nach GTD werden die kleinen Dinge sofort erledigt und der Rest je nach Plan und Kontext. Warum soll ich immer wieder Aufgaben vor der Nase haben, die erst in einer Woche drankommen?

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