Produktivität ganz persönlich:
«Für E-Mails bin ich eigentlich nicht so zu haben»

Nils Göldner ist Geschäftsführer von Steakfreunde: ein Club für Geniesser, die sich regelmässig ein erstklassiges Steak genehmigen. Nils erzählt uns, wie er als Ordnungs- und Übersichtssüchtiger trotz Events am Wochenende und Workshops während der Woche produktiv arbeitet. Und warum er keine E-Mails mag.

Was tust Du als Erstes, wenn Du Deinen Arbeitstag – zuhause oder im Büro – startest?
Nils Göldner: Die wichtigsten Tasks des Tages definieren. Dann Mails checken, mit Koffein und Nikotin.

Wodurch zeichnet sich Dein Arbeitsstil aus?
Mein Arbeitsstil lässt sich schwer fassen (was es für mich auch nicht immer einfach macht). Events von meiner Firma Steakfreunde.de am Wochenende wechseln sich mit Workshops bei meinen Beratungs-Kunden ab. Zwischendurch arbeite ich von zuhause aus und halte mit meinen Kollegen Kontakt über Google Hangout (dem Skype-Killer!) und Telefon.

Für E-Mails bin ich eigentlich nicht so zu haben – im direkten Kontakt (gerade mit Video) lässt sich doch einiges wesentlich schneller klären.

Wie – durch welche Tools und Methoden – steigerst Du Deine Produktivität?

  • Alles ist online: Googlemail statt Outlook, der Google-Kalender ist dort schön integriert. Da trage ich für Denkarbeiten auch gerne einen Termin-Block ein.
  • Die Zeiterfassung läuft über mite, ein echt gutes und einfaches System, gerade wenn man im Team an verschiedenen Kundenprojekten arbeitet.
  • Wie schon erwähnt mag ich keine E-Mails, vor allem dann nicht, wenn mehrere Personen an einem Dokument arbeiten und sich per Versionierung via E-Mail «auf dem Laufenden halten». Seit Jahren versuche ich Google Docs (mittlerweile Google Drive) zu nutzen, wo immer es geht. Der Vorteil? Es gibt EIN Dokument, auf das ALLE zugreifen können, und das GLEICHZEITIG – ein Traum für Ordnungs- und Übersichtssüchtige wie mich.
  • Nicht zuletzt das Buch von Zencover, das ich für die wichtigsten Aufgaben des Tages und für Notizen in Meetings gebrauche.
  • Ich versuche in Blöcken zu arbeiten, also nicht allzu sehr zwischen einzelnen Themen zu springen. Das klappt nicht immer ganz, aber dadurch kann ich fokussierter arbeiten.
  • Ausserdem bevorzuge ich die «eine Sache zur Zeit»-Methode.
Arbeitsplatz von Nils Göldner

Arbeitsplatz von Nils Göldner

 

Wo arbeitest Du am produktivsten?
Wenn ich mit Kollegen zusammenarbeite, dann ist der Ort völlig egal, online geht auch. Die Hauptsache ist, dass man live an einem Thema dran ist.

Was tust Du, wenn Deine Produktivität nachlässt?
Kaffee trinken, 5 Minuten Pause. Oft hilft es mir, wenn ich mit jemandem sprechen kann, der ebenfalls in mein gerade aktuelles Thema eingebunden ist. Dadurch gibt es meist neue Denkanstöße, und das Gefühl, «alleine» an einem Thema zu arbeiten verfliegt – das gibt neue Motivation.

Wie viele Stunden schläfst Du pro Nacht?
5-7

Was hältst du von Inbox Zero?
Inbox Zero ist eine gute Idee, funktioniert nur für mich nicht. In meinem Mailaccount liegen immer 10-25 Mails, die Themen betreffen, welche gerade aktuell sind. Manchmal muss man auf einen Input warten etc. Labels helfen hier, das Chaos zu strukturieren.

Was Dir sonst noch zum Thema Produktivität einfällt
Der Effekt wirklich produktiven Arbeitens wird von Vielen völlig unterschätzt, vor allem in den Branchen, wo alle «busy und wichtig» sind (Werbung, die meisten Startups…). Statt 5 Minuten nachzudenken, wie man etwas löst, wird einfach erstmal gemacht. Sicher führt auch das zum Erfolg, es geht aber auch stressfreier.

Was gerade für Freischaffende echt schwer ist, sind die Themen Feierabend und Wochenende – hier sollte man eisern bleiben, sonst haut’s einen irgendwann um. Für mich ist eben auch das Lesen eines guten Artikels o.ä. ein Produktivitätsschub. Denn Produktivitätsschübe entstehen bei mir immer nur aus Motivation heraus.

Ausserdem: Tools sind wichtig und gut. Aber wenn man mehr Zeit darauf verwendet, seine Arbeit zu organisieren als sie zu erledigen, hat man auch nix gekonnt.

 

Patrick Mollet

Unternehmer, Publizist, Liberaler, Squasher, EVZ-Fan.

 

Aktuell unterstützt er mit seinem Startup Eqipia Arbeitgeber dabei, dank den Netzwerken ihrer Mitarbeiter besser und einfacher zu rekrutieren.

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2 Kommentare

  1. Google Drive ist der absolute Traum. Habe es letzte Woche angefangen zu nutzen und bin hellauf begeistert. Besser als die Dropbox, die mir 1000 Kopien erstellt und ich am Ende nicht weiß, welche nun die gute Version ist :) Gefällt mir! :)

  2. “Aber wenn man mehr Zeit darauf verwendet, seine Arbeit zu organisieren als sie zu erledigen, hat man auch nix gekonnt.”

    Wie wahr, wie wahr!
    Man kann sich da auch extrem reinsteigern und das Organisieren seines Alltags durch verschiedene Strukturen und Methoden bereits als Hauptaufgabe sehen…und vergessen, wozu das eigentlich dient.

    Ein insgesamt sehr interessantes Interview!

    Das mit dem Zencover wäre sogar noch mal ein extra Beitrag wert. ; )

    Viele Grüße
    J.

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