Kommissar Zufall verbessert das Arbeiten:
Wie zufällige Begegnungen die Kreativität beflügeln

Neue Ideen und Kreativität fallen nicht vom Himmel. Eher werden sie von anderen Menschen inspiriert – oft auch zufällig. Solche Zufälle lassen sich zwar nicht steuern, aber man kann einiges dafür tun.

Kürzlich blieb ich auf dem Weg von Kopenhagen nach Italien in München stecken. Schuld daran war ein Unwetter, das den ganzen Flugverkehr im Raum München außer Kraft setzte. Aufregung wegen der ungeplanten Terminänderung war fehl am Platze: Aus dem unfreiwillige Zwischenstopp wurde eines der witzigsten Netzwerk-Treffen, die ich je hatte. Denn in dem Hotel, in dem die Fluggesellschaft uns untergebracht hatte, trafen Leute zusammen, die sonst wahrscheinlich nie zusammengefunden hätten:

Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, Solar-Energie-Aktivisten aus Bremen und spanische Geschäftsleute. Und da es nichts anderes zu tun gab als zu warten, blieb uns quasi nichts anderes übrig als uns zu unterhalten. Was mir persönlich eine ganze Reihe neuer Ideen einbrachte.

Teams entscheiden besser und kreativer

Studien zeigen, dass Ideen und Entscheidungen besser werden, wenn sie im Team gefällt werden – und das umso mehr, wenn die Teams aus möglichst unterschiedlichen Köpfen bestehen. Genau da liegt allerdings im Alltag der Hase im Pfeffer: Viele Menschen bewegen sich zu sehr in eingefahrenen Bahnen, zirkulieren zu sehr in ihren eigenen Kreisen, selbst oder gerade in Zeiten des Internet, wie Eli Pariser auch in seinem Buch «The Filter Bubble» (Affiliate-Link) zeigt – das Thema haben wir ja hier bei imgriff.com bereits diskutiert. Für Zufälle und frische Ideen bleibt da insgesamt zu wenig Raum und Zeit.

Das Problem ist, dass vielen Menschen die Eingefahrenheit des Alltags erst auffällt, wenn plötzlich massive Veränderungen eintreten und daraus ein Problem entsteht. Dann ist plötzlich der Druck da, etwas anders zu machen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man sich der Veränderung in kleinen Schritten annähern und auch im Alltag immer mal wieder Raum für Kreativität und Zufälle schaffen. Wie aber kann man diesen nun auf die Sprünge helfen? Dazu nachfolgend einige Tipps.

  • Was Ungewöhnliches tun: Tu’ doch mal, was Du sonst nicht tust. Und wenn es nur ein neuer Weg zur Arbeit ist. Neue Taten führen zu neuen Begegnungen. Und damit zu neuen Ideen.
  • Einfach mal alleine in die Kneipe gehen: Alleine in die Kneipe gehen sieht irgendwie blöd aus und ist verpönt. Quatsch. Tatsächlich führt es zu ungewöhnlichen Begegnungen. Oder auch dazu, dass man am Nebentisch interessante Ideen aufgreifen kann.
  • Leute anlächeln: Auch eine sehr gute Idee, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die ich kürzlich im Blog unseres Lesers Benedikt Ahlfeld las: Einfach mal Leute anlächeln. Zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln.

All dies kann ungeahnte, erfreuliche Folgen haben, wie ich neulich in München selbst feststellen durfte.

 

Bild: Holidayextras bei flickr.com (CC BY 2.0)

 

Simone Janson

Simone Janson ist Kolumnistin für DIE WELT und betreibt mit über 100 Fachleuten das Blog http://berufebilder.de, laut ZEIT ONLINE eines der meistgelesenen Blogs für Beruf, Bildung und Karriere in Deutschland. Sie ist Kooperationspartner des F.A.Z.-Instituts, Beraterin und Referentin für Agenturen und Unternehmen wie die Deutsche Bahn, die Bundeswehr, Ärzteverbände oder diverse Hochschulen.

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