Zum Ende von Google Reader:
Warum ich ein Fan von RSS-Feeds bin

Am 1.7.13 hat Google seinen RSS-Reader abgeschaltet. Dadurch gelangte RSS plötzlich wieder in den Fokus, nachdem es von vielen schon totgeglaubt bzw. schlicht in Vergessenheit geraten war. Dabei hat RSS sehr viele Vorteile und entsprechend viele Anhänger – wie zum Beispiel mich!

Für mich sind Blogs eine tolle Möglichkeit, über eine Vielzahl von Themen auf dem Laufenden zu bleiben: Nicht nur in meinen Kerngebieten, sondern gerade auch bei meinen peripheren Interessen. Dies führt aber dazu, dass schnell mal eine hohe zweistellige Zahl von Blogs zusammenkommt, die ich eigentlich verfolgen möchte.

RSS bedeutet Really Simple Syndication und ist ein Format für das einfache und strukturierte Veröffentlichen von Inhalten auf Websites, vor allem News und Blog-Postings. Diese RSS-Feeds lassen sich mit diversen RSS-Readern, aber auch vielen Mailprogrammen abonnieren. Auch imgriff.com bietet seine Artikel natürlich als RSS-Feed an.

Auch wenn Google nun seinen Reader eingestellt hat, existieren zahlreiche gute Alternativen. Zudem hat Googles Ankündigung die Entwicklung diverser neuer Services angekurbelt: Unser Schwesterblog netzwertig.com stellt die wichtigsten davon vor. Ich persönlich nutze den Reeder des Schweizer Entwicklers Silvio Rizzi.

Welches sind die Vorteile von RSS?

  • Effizient: Es ist logischerweise effizienter, sich die neuen Artikel gebündelt im RSS-Reader anzeigen zu lassen, als täglich zig Blogs anzusurfen. Nur um dann festzustellen, dass gar kein neuer Artikel publiziert wurde. Zudem kann ich mir relativ einfach einen Überblick über Dutzende von Artikeln verschaffen, indem ich im Reader die Titel und Leads durchscrolle.
  • Schnell: Natürlich kann man auch den Newsletter eines Blogs abonnieren. RSS ist aber viel schneller: Im Moment, in dem der Website-Betreiber einen Artikel publiziert, habe ich ihn bereits im RSS-Reader.
  • Schlank: Da es sich um ein standardisiertes Format handelt, wird primär Text ausgeliefert, allenfalls angereichert mit einem Artikelbild. Ich muss aber nicht den gesamten Inhalt der Website mit weiteren Bildern, Artikeln, Navigationselementen etc. laden. Insbesondere für unterwegs ist dies ein entscheidender Vorteil.
  • Werbefrei: Aus demselben Grund wird natürlich auch (meistens) keine Werbung geladen. Da den Website-Betreibern durch RSS-Reader wertvolle Besucher auf der Website verloren gehen, haben viele begonnen, nur noch den Artikellead via RSS auszuliefern, sodass man für den kompletten Artikel auf den Link zur Website klicken muss.
  • Push statt Pull: Viele Websites bieten ihre Artikel auch als Newsletter an. Aber damit entscheiden sie, wann ich die News erhalte und meine Inbox füllt sich mit Newsletters, für die ich im Moment sowieso keine Zeit habe. Bei den RSS-Feeds entscheide ich, wann ich den Reader öffne und die Artikel lesen will.
  • Weiterverarbeitbar: Da das RSS-Format standardisiert ist, kann ich die Artikel auch praktisch weiterverarbeiten und beispielsweise in Evernote abspeichern.

Wie nutze ich selber RSS?

Für mich ist RSS das perfekte Format für unterwegs. Ich habe zwar auch eine Reader-App auf dem Desktop, die ich aber selten verwende. Ich bin oftmals 20-30 Minuten mit der Bahn oder im Tram unterwegs und scanne in dieser Zeit gut 100-150 Artikel. Damit bin ich auf effiziente Art und Weise immer auf dem Laufenden.

Wenn ich z.B. auf interessante Tools stosse, über die ich eventuell hier bei imgriff.com schreiben möchte, speichere ich diese bei Evernote ab. Oft leite ich auch Artikel direkt aus dem Reader an Personen weiter, die am Thema interessiert sein könnten. Manchmal schicke ich mir Artikel selber per Mail, wenn für mich daraus direkt eine Aktivität resultiert.

Wenn ich auf ein interessantes Blog stosse, abonniere ich dieses relativ schnell via RSS. Zeigt sich dann nach ein paar Tagen oder Wochen, dass mich die Inhalte doch nicht überzeugen, fällt das Blog rasch wieder aus meinem Reader raus.

Die Diskussionen rund um die Einstellung des Google Readers haben gezeigt, dass RSS mehr ist als ein Nischenphänomen. Wie nutzt Ihr RSS? Und welche Tools verwendet Ihr nun als Alternative zum Google Reader?

 

Patrick Mollet

Unternehmer, Publizist, Liberaler, Squasher, EVZ-Fan.

 

Aktuell unterstützt er mit seinem Startup Eqipia Arbeitgeber dabei, dank den Netzwerken ihrer Mitarbeiter besser und einfacher zu rekrutieren.

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4 Kommentare

  1. ich bin zu feedly gewechselt.

    ich nutze RSS nicht nur für blogs, sondern für alles, was irgendwie “seriell” erscheint: neue artikel in fachzeitschriften, neue treffer zu suchanfragen z.b. in datenbanken, podcasts, der “wikipedia-artikel des tages” usw.

    es gibt auch dienste, die einen rss-feed “simulieren” zur beobachtung von seiten, die selbst keinen feed anbieten. z.b. http://page2rss.com/.

    und wer sich informationen liefern, aber sich nicht mit rss-readern beschäftigen will, kann sich neue rss-einträge auch per mail liefern lassen, z.b. über http://blogtrottr.com/

  2. Der größte Vorteil ist imho die Übersichtlichkeit sowie das “als gelesen markieren”. Und das über mehrere Endgeräte hinweg.

  3. Ich lese die Feeds mit meinem Yahoo Mail Account. Das klingt jetzt gewöhnungsbedürftig, aber für mich ist er perfekt, denn ich kann den Account von jedem Rechner mit Internet erreichen und habe so auch meine Mails im Blick.

    Unter “Mein Yahoo!” kann man sich Seiten mit Inhalten wie dem Posteingang, Wetter, Nachrichten,…und eben auch RSS-Feeds anlegen. Die Feeds stehen jeweils unter den Namen der Website und lassen sich in der Anzahl und Art bestimmen, sowie anzeigen oder verbergen.

    Und noch was, was ich ganz praktisch finde:
    Als ich Facebook total den Rücken zugekehrt habe, habe ich nach einer Alternativlösung gesucht, um mir Neuigkeiten von Seiten anzeigen zu lasen, die mich natürlich auch weiterhin interessieren (und von denen man nur über Facebook Neuigkeiten erfährt…). Fündig geworden bin ich hier (http://www.lottaleben.biz/rss-feed-url-generator) und habe somit meine zweite Seite mit Feeds von ein paar Facebookseiten bestückt.
    Vielleicht geht’s hier ja jemandem genau so wie mir und er/sie kann damit was anfangen. ; )

    MfG
    J.

  4. Ich habe mit Gregarius eine Super Alternative gefunden die auf dem eigenen Webspace installiert wird, denn nur da bin Ich mein eigener Herr und Kann tun und lassen was Ich will. Da löscht keiner und redet keiner rein.

    Grüße aus Kaiserslautern

    Philipp

Ein Pingback

  1. [...] Fest steht für mich: RSS ist nicht tot! Auch ich bin nach wie vor ein großer Fan davon! [...]

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