Papier oder Elektronik im Berufsalltag:
Mein Plädoyer für «Sowohl als auch»

«Wir leben das papierlose Büro!» proklamieren die einen. «Handschrift und Papier – das sind die Dinge, die dem menschlichen Wesen gerecht werden!» schwärmen die anderen. Beides sind sehr einseitige Ansätze, welche die individuellen Vorlieben für Arbeitsinstrumente nicht berücksichtigen. Warum muss es «entweder oder» sein? Ich habe eine Lösung gefunden, die meiner eigenen Arbeitsweise entspricht, und die heisst: sowohl als auch.

mappe_ausschnittDie Arbeit mit elektronischen Instrumenten hat viele Vorteile: Weiterbearbeitung, Weitergabe, Backup, Restore, Zugriff immer und überall etc. Genauso haben Papier und Stift unbestrittene Stärken: einfache Handhabung, sofort betriebsbereit, geringe Kosten etc.

Bei mir sind deshalb im Alltag ganz unterschiedliche Tools im Einsatz. Ein paar elektronische, ein paar aus Papier. Jedes ausgewählt nach meinen ganz spezifischen Erfordernissen:

Elektronik:

  • MacBooks: eines für die Firma, eines zu Hause (für die ganze Familie)
  • iPhone: zum Telefonieren – ja, das macht meine Generation noch so
  • Kindle Paperwhite: für Bücher wie Biographien und Romane
  • Meine Daten liegen in der Cloud, damit ich überall (Arbeiten beim Kunden, Home Office etc.) darauf zugreifen kann

Papier:

  • Notizblöcke: für Notizen während des Telefonierens, für schnelle Skizzen, für Themenlisten für Coachings etc.
  • 3 Moleskine-Notizbücher für alles, was mehr als ein paar Minuten Bestand haben soll: 1 kleines «to go», je 1 grosses für Notizen am Schreibtisch und für Blog-Themen
  • Flipcharts: um mir selbst einen Überblick zu verschaffen, um ein Thema zu strukturieren in Coachings und für viele andere Situationen
  • Fachbücher: auf Papier, damit ich Dinge markieren und am Rand Notizen machen kann

Mehr Flexibilität für unterwegs: Grundausrüstung verfeinert

Mit diesen Instrumenten bin ich schon mal ganz gut ausgerüstet. Aber es gab in der Vergangenheit auch Situationen, wo ich arbeitstechnisch ins Stolpern kam.

Beim einen Mal hatte ich nur das iPhone in der Tasche, aber kein Papier, um schnell eine Skizze machen zu können. Bei nächsten Mal hatte ich mein Moleskine und farbige Stifte für ein Clustering dabei, aber keinen Zugriff auf den abgespeicherten Zeitungsartikel. Und an einem anderen Tag wäre es sehr nützlich gewesen, ich hätte dem Kunden ein paar Folien meiner Präsentation über «HR und Social Media» zeigen können. Und wenn ich mal alles dabeihatte, wurde die Tasche ziemlich schwer.

Ich suchte also eine Lösung, bei der ich
a) immer alles dabei haben kann
b) nur ein einziges «Ding» mitnehmen muss.
Die Kernelemente lagen auf der Hand: ein iPad mit den entsprechenden Apps, ein Block, ein Stift und eine entsprechende Hülle.

Zuerst habe ich im Netz die Erfahrungsberichte und Tipps zu Business-Apps auf dem iPad gelesen und mich für eine breite Palette an Apps für meinen Praxistest entschieden. Diese habe ich auf unserem Familien-iPad gut zwei Wochen getestet, um im Alltag herauszufinden, ob sie meine Arbeitsweise unterstützen.

Booqpad und Bamboo Stylus duo als Brücke zwischen Elektronik und Papier

Gleichzeitig habe mich in Dutzenden von Webshops durch Hüllen, Cases und Taschen fürs iPad geklickt und bin schliesslich auf die Lösung gestossen, die meine Kriterien erfüllt: das Booqpad.

Passend zur Mappe habe ich einen Kombi-Pen gewählt, mit dem ich sowohl auf dem iPad skizzieren als auch auf dem Block schreiben kann, den Bamboo Stylus duo.

Nachdem ich die Apps in der Praxis getestet hatte und mir sicher war, dass die Kombination von iPad und Block wirklich das Richtige ist, habe ich mir schliesslich das iPad gekauft.

Hier nun also mein Sowohl-als-auch-Super-Tool für den Business-Alltag:

Ich kann mir vorstellen, dass viele der imgriff-Leser mit einem ähnlichen Setup unterwegs sind. Welches sind Deine Tools? Was hat bei Dir funktioniert? Was nicht?

 

Marcel Widmer

Marcel Widmer begleitet als ausgebildeter Coach und Organisationsberater Fach- und Führungskräfte, Teams sowie Organisationen bei der eigenen Entwicklung. Als Autor bei imgriff.com bloggt Marcel Widmer seit Anfang 2013 praxisnah zu Themen wie Organisation, Zeit- und Selbstmanagement. → mehr …

23 Kommentare

  1. Diese Steilvorlage muss ich ja fast aufnehmen ;-) Für mich gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund mehr für Papier. Klar, im Rahmen eines Workshops ist ein Flipchart sehr praktisch. Aber in der individuellen Arbeit vermeide ich Papier, wo immer es geht.

    Ich habe aber auch festgestellt, dass sich das iPad während Meetings nicht eignet, um Notizen zu machen. Grobe Skizzen funktionieren, aber wirklich Notizen machen geht bei mir nicht, weder via Tastatur noch via Stylus.

    Entsprechend kommt bei mir ganz «klassisch» der Laptop zum Zug. Damit bin ich schnell, habe Zugriff auf alle Dateien und kann auf das Internet etc. zurückgreifen.

    Einzig bei den Büchern bin ich immer noch mit Papier unterwegs. Zwar lese ich die Tageszeitung auf dem iPad, aber zuhause auf dem Sofa ist mir einfach ein physisches Buch sympathischer. Wahrscheinlich gerade weil ich sowieso den ganzen Tag schon in den Bildschirm schaue.

    • Ich habe – natürlich – beim Thema/beim Schreiben an Dich gedacht. Und ich bin froh zu wissen, dass Du Bücher aus toten Bäumen liest ;-)

  2. Das mobile Dreamteam aus Tablet und Block kommt meinem eigenen Setup sehr nahe.

    Was ich mich aber frage: ist es nicht nervig, Pad und Papier auf diese Weise verbunden zu haben? Wenn man nur eins aktuell braucht, stell ich mir vor, dann ist das andere doch nur unnötiger Balast an der Tasche. Und wenn man mal beide gleichzeitig braucht, dann auch am besten getrennt…

  3. Toller Artikel!
    Ganz ohne Papier geht es bei mir auch nicht. Ich habe immer iPhone, iPad und ein Notizbuch dabei. Das funktioniert einwandfrei. Handgeschriebene Notizen werden immer gleich an Evernote geschickt.
    Die App iA Writer kenne ich nicht, schaue ich aber an.
    Ich habe mal mit einem Taschenbegleiter von Roter Faden geliebäugelt, um iPad und Notizbuch immer zusammenzuhaben. Aber bis jetzt kann ich darauf verzichten.

    Statt einem Flipchart benutze ich gerne ein Foamboard für Brainstormings.

    Grüße
    Stephany

  4. Hallo!

    Ich lese ja seit geraumer Zeit mit und bin immer wieder sehr angetan von den nützlichen Hinweisen.

    Nachdem ich schon einige Zeit nach einer sinnvollen Tasche gesucht habe, habe ich Deinen Hinweis gleich aufgenommen und in die Tat umgesetzt.
    Derzeit erhält man dieses Bookpad für knapp 20 € bei Gravis :-)

    Ich muss sagen diese Kombination hat wirklich was…
    Kann es nur empfehlen…

    Danke!
    Und weiter so!

    Cu

    Daniel

    • Danke für die Blumen – das gibt Energie für mindestens einen weiteren Blogpost :)

  5. Hallo,

    auch kann nur ein lob für eure Arbeit aussprechen.
    Zu meinem Werkzeug gehört mein Notebook, ein Ipad ist einfach ungeeignet. Mein Smartphone, telefonieren, Mails unterwegs usw..
    Mein Moleskine Kalender, das passende Notizbuch mit Aufgaben und notizen zu den jeweiligen Arbeitstagen. An strategisch wichtigen Punkten ,Schreibtisch, Auto, in meinem Rucksack, liegen auch noch Notizblöcke und Kugelschreiber.
    Man kann ja nie wissen :-)

    Grüße
    Axel

  6. Das Thema hat mich dieses Jahr auch sehr beschäftigt – letztendlich habe ich mich für ein Samsung Galaxy Note 8.0 entschieden.

    Dieses kleine Format (wie iPad mini) mit der Note-Funktion ist einfach super. Ich muss mir keine extra Apps kaufen, ich kann direkt in meine digitalen Notizbücher schreiben etc. (die Tablets der Note-Reihe von Samsung sind speziell auf die Verwendung mit Stift ausgelegt). Sowohl handschriftlich, als auch per Schrifterkennung oder mittels digitaler Tastatur.

    Sobald ich den Stift rausziehe, poppt ein Notizzettel auf. Das ist äusserst praktisch. Auf einen Block oder Notizbuch aus Papier verzichte ich inzwischen komplett.

  7. Die Verringerung des Papiers im Arbeitsalltag ist ein guter und notwendiger Schritt. Ich konnte meinem Dad zwar noch nicht ganz abgewöhnen seine eMails auszudrucken, er hat es aber immerhin schon reduziert;)

    Grundsätzlich sehe ich aber die Tendenz, dass anstelle von Ordnern im Schrank und Papierstapel auf dem Schreibtisch, eine Masse an Geräten und Programmen “gehortet” wird.

    Somit wird viel Zeit und Geld in einen effizienteren “Flow” investiert, anstelle einfach die Werkzeuge zu nutzen, die schon vorhanden sind. (Blatt Papier, Laptop)

    Klar, durch neue Technologien entstehen immer mehr Möglichkeiten, doch benötigen wir diese Überhaupt? Was spricht dagegen, mit dem auszukommen, was ohnehin schon da ist?

    Benötigen wir wirklich einen Tablett-Computer um Notizen zu machen? Das führt dazu, dass ein zusätzliches Gerät immer geladen werden muss, eine weitere Internetverbindung bezahlt werden muss.

    Benötigen wir 3 Markennotizbücher?

    Benötigen wir ein extra Programm um eine To Do-Liste zu erstellen? Reicht nicht eine einfache Textdatei, bzw. eine Seite im Notizbuch?

    Außerdem müssen die Daten immer zwischen den Anwendungen/Geräten hin und her synchronisiert werden. Dazu wird immer eine Internetverbindung benötigt, die Daten können gelöscht und ausgelesen werden, was aber zu einer anderen Diskussion gehört ;).

    Papierverringerung für mich: Ja, aber nicht in Verbindung mit mehr Komplexität.

    Zur Not kann man sich auch eine Idee im Kopf behalten, falls sie wirklich gut ist, wird sie schon nicht vergehen :)

  8. Danke für den Artikel – trifft genau ein Thema, das mich auch seit einiger Zeit beschäftigt.
    Seit gut einem Monat besitze ich ein iPad.

    Ich hatte mir erhofft, dass damit auch die handschriftliche Erfassung von Notizen klappen könnte und bin echt enttäuscht. Auch der ebenfalls beschaffte Stylus Duo hat da trotz der Herkunft (Wacom mit langjähriger Erfahrung mit ‘Hand auf Tablets) ist für mich nicht die Lösung.
    Solange ich die Hand zum Schreiben oder Skizzieren nicht auflegen kann, ohne dass das Tablet dies aufzeichnet (auch bei ausgeschalteter Multitasking-Funktion), ist für mich diese Lösung nicht parktikabel.

    Meine Lösung in der Zwischenzeit: Ich habe mir das Kensington Cover mit Tastatur beschafft – http://brack.ch/kensingto…yfolio-expert-221484 – so habe ich für die Notizen in der Sitzung eine Tastatur.

    Dennoch: Ich gebe mein iPad nicht mehr her. Wenn einmal die Vorbehalte von Steve Jobs gegenüber andere Stifte als die 10, die uns die Natur mitgegeben hat überwunden sind, wäre das vielleicht ein nächstes Feld, in dem Apple auch die Naturgesetze in diesem Bereich überwinden könnte.

    Und bei dieser Gelegenheit: Auch von meiner Seite vielen Dank für die Arbeit Im-Griff.

    • Du hast Recht: für eine Notiz (im Sinne von “nur Text”) ist eine Note-App nicht geeignet. Da ist man selbst mit der iPad-Tastatur um ein Vielfaches schneller.

      Zum Handballen-Problem: das ist einer der Hauptgründe, weshalb ich mich für Notability als Note-App entschieden habe; es bietet eine “Handballen-Auflage” (grau bzw. rot markiert auf diesem Foto: http://dropbox.com/s/yxjd…lity_handauflage.png)

    • Danke Marcel für den Screenshot. Grund genug für mich, die App zu testen.

  9. Als Handwerker habe ich naturgemäß andere Anforderungen an mein Setup.
    Ohne Notizbuch geht bei mir gar nix und zwar, weil meine Kunden auf Elektronik genervt reagieren.
    Gesprächsnotizen mit Stift auf Papier sind völlig akzeptiert, werden sogar begrüßt und als Zeichen besonderen Wertschätzung gesehen.
    Zücke ich aber das Samsung Galaxy Note und greife zum Stylus, werde ich oft gefragt, was das jetzt soll und mißtrauisch beäugt, ob ich wirklich nur Notizen mache.

  10. Vielen Dank für Eure Ergänzungen mit anderen Setups und anderen Einsatzgebieten. Und natürlich auch viele Dank für Eure Komplimente zu unserer Arbeit hier bei imgriff.com :)

  11. Meine Lösung ist ein Ipad in einer Lederhülle die ähnlich wie ein klassisches Timesystem aussieht und in der ich Platz für mehrere Stifte und z.B. USB-Stick, Visitenkarten,usw. habe. Platz für einen A5-Block wäre ebenfalls vorhanden, den brauche ich aber nicht mehr.

    Meine App für Notizen ist Note Plus
    http://notesplusapp.com/
    in Verbindung mit einem Jot-Pro Stift.
    http://www.jotpen.de/jotpro/

    Damit lässt es sich wie mit einem Bleistift schreiben. Ich kann mit den dicken Knubbeln der normalen Stifte fürs Ipad nichts anfangen. Der Jot hat eine feine Spitze und man kann damit sogar feine Zeichnungen erstellen.
    Notes Plus hat eine “Handauflagefläche” programmiert und z.B. eine Handschrifterkennung als Zusatz-Kaufapp. Damit kann man den handschriftlichen Text mit erstaunlicher hoher Trefferquote in Maschinentext umwandeln. Ich habe lange gesucht bis ich meine Dream-Collection hatte.
    Dazu natürlich noch weitere Apps wie Kalender, ToodletoDo als Aufgabenverwaltung nach GTD-Prinzipien, Dropbox,usw.

  12. Auch ich brauche “sowohl als auch”. Ich schätze das I-Pad weil ich damit viele verschiedene Funktionen abrufen kann: Internet, allerlei Programme, Dateien, etc.. Auf dem I-pad abgespeicherte Dokumente sind schneller und leichter abrufbar und übersichtlicher angeordnet als wenn man sie in Papierform hat. Zudem brauchen keinen Platz. Für Notizen bevorzuge ich jedoch immer noch Stift und Block. Irgendwie kann ich mir Handgeschriebenes besser einprägen!

  13. Auch ich brauche “sowohl als auch”. Ich schätze das I-Pad weil ich damit viele verschiedene Funktionen abrufen kann: Internet, allerlei Programme, Dateien, etc.. Auf dem I-pad abgespeicherte Dokumente sind schneller und leichter abrufbar und übersichtlicher angeordnet als wenn man sie in Papierform hat. Zudem brauchen keinen Platz. Für Notizen bevorzuge ich jedoch immer noch Stift und Block. Irgendwie kann ich mir Handgeschriebenes besser einprägen!

  14. Bei mir sind es Block, Moleskine, und als App´s Upad und auch Moleskine

  15. Zu diesem Post passt doch das Evernote Moleskine Notizbuch hervorragend :-)

    http://trunk.evernote.com…r/evernote-moleskine

    Es ist ein echtes Moleskine Papier Notizbuch in das man zB zu Besprechungsnotizen einen speziellen Evernote Sticker kleben kann, so dass diese Notiz (oder ToDos etc) dann nach Abphotographieren mit der Evernote App auf dem Smartphones dann entsprechend in Evernote weiterverwendet werden kann. Und Dank der Schrifterkennung von Evernote kann idR sogar nach Begriffen aus dem Meeting gesucht werden.

  16. Eine sehr gute Zusammenstellung. Der Stift ist wirklich klasse und die Schutzhülle werde ich mir ebenfalls anschauen. Sieht auf den ersten Blick auch sehr hochwertig aus.

    Ich selbst nutze auch z.B. folgende Apps:
    - Notability
    - Documents Free (Mobile Office Suite)

    http://itunes.apple.com/d…ice/id306273816?mt=8

    Für alle die noch Wert auf eine Tastatur legen, so kann ich diese hier empfehlen: (für das iPad Mini) http://logitech.com/de-de…rathin-keyboard-mini

    Beste Grüße
    Boris

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