Ich eisenhowere, du eisenhowerst, er/sie eisenhowert…:
Die App fürs Aufgabenmanagement im Test

Vor ungefähr einem Jahr habe ich hier auf imgriff.com über die Eisenhower-Methode fürs Aufgabenmanagement geschrieben. In den Kommentaren habe ich anschliessend mit einigen Lesern darüber nachgedacht, ob wir die Methode mit Crowdfunding zu einer App machen könnten. Mittlerweile ist unabhängig von unserer Idee eine Eisenhower-App fürs iOS erschienen. Ich habe sie getestet.

Wie Du eisenhowerst

Das Eisenhower-Diagramm beruht auf der Erkenntnis, dass Aufgaben dringend und/oder wichtig, unwichtig und/oder nicht dringend sind. Demzufolge hat das Eisenhower-Diagramm zwei Achsen (wichtig/unwichtig und dringend/nicht dringend), aus denen sich vier Quadranten ergeben. In diese vier Quadranten lassen sich all Deine Aufgaben einordnen, und sofort weisst Du, wie Du damit umgehen musst:

  • wichtig UND dringend – Quadrant 1: Sofort selber erledigen (anders gesagt: Deine To-Do-Liste für heute)
  • wichtig, aber nicht dringend – Quadrant 2: Entscheide, wann Du diese Aufgaben als Nächstes erledigen wirst
  • unwichtig, aber dringend – Quadrant 3: Aufgaben, die Du delegieren solltest (falls möglich)
  • unwichtig, nicht dringend – Quadrant 4: direkt in die Tonne damit

Die Eisenhower-App

Seit einiger Zeit gibt’s eine Eisenhower-App fürs iOS, die von ihrem Macher übrigens komplett nach dem Prinzip von Lean Startup entwickelt wurde. Sie kostet knapp 3 Euro. Wenn Du die App öffnest, siehst Du unten als erstes die erwähnten vier Quadranten. Ganz unten links gibt’s ein Glühbirnen-Icon. Ein Klick darauf erklärt nochmal, wie Eisenhowern funktioniert:

Die Eisenhower-App erklärt das Eisenhowern

Die Eisenhower-App erklärt das Eisenhowern

 

Ein Klick auf einen der vier Quadranten im unteren Bereich der App, und Du landest in selbigem. Dort kannst Du Deine Aufgaben eintragen und verwalten. Das sieht dann beispielsweise so aus:

Eisenhower-App: Aufgaben im 1. Quadranten sind wichtig und dringend

Eisenhower-App: Aufgaben im 1. Quadranten sind wichtig und dringend

 

Wie viele Aufgaben sich im jeweiligen Quadranten befinden, kannst Du unten neben dem Button für den Quadranten sehen. Im Screenshot oben sind das vier Aufgaben in Quadrant 1. Insgesamt erlaubt die Eisenhower-App bis zu 8 Aufgaben pro Quadrant. Weitere Aufgaben kannst Du erst eingeben, wenn Du die vorhandenen Aufgaben abgearbeitet hast.

Umsortieren lassen sich Aufgaben, indem Du mit dem Finger etwas länger auf der Aufgabe bleibst. Nach kurzer Zeit kannst Du die Aufgabe frei bewegen und unten auf dem Bildschirm in einen anderen Quadranten verschieben, wenn sich z.B. Wichtigkeit oder Dringlichkeit verändern (denke dran: obere Reihe mit den Quadranten 1 und 2 – wichtig, linke Spalte mit Quadranten 1 und 3 – dringend).

Je nach Quadrant haben die Aufgaben auf der rechten Seite verschiedene Symbole:

  • Quadrant 1: Fokus zum Abarbeiten
  • Quadrant 2: Kalender zum Bald-Erledigen
  • Quadrant 3: Verschicken zum Delegieren

In Quadrant 1 kannst Du also rechts auf die Aufgabe klicken und kriegst dann diesen Fokus-Bildschirm zu sehen, der stark an Pomodoro erinnert:

Eisenhower im Fokus

Eisenhower im Fokus

 

In Quadrant 3 öffnet sich einfach ein Mailfenster, damit Du die Aufgabe an jemand anderes per Mail delegieren kannst. In Quadrant 2 öffnet sich der Kalender. Beim Bearbeiten der wichtigen und dringenden Aufgaben greift Eisenhower sogar auf Pomodoro zurück.

Fazit: Eisenhowern funktioniert!

Eisenhowern funktioniert: Ich habe die Eisenhower-Methode bereits früher vorgestellt, weil sie so durchdacht ist. Die Eisenhower-App setzt die Methode sehr gut um. Die App sieht gut aus und lässt sich sehr einfach bedienen. Es gibt auch eine kostenlose Web-App, die sich mit der Eisenhower-App auf Deinem iOS-Gerät synchronisiert.

Die Eisenhower-App kann alles, was sie soll – und es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten. Wenn Du noch keine Aufgaben-App für Dein iOS-Gerät hast, solltest Du Dir Eisenhower definitiv anschauen.

 

Screenshots: www.eisenhower.me

 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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5 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel,
    mein interesse ist definitiv geweckt.
    Die verbindung von Eisenhower, teilen von personal Kanban (max. 8) und pomodoro klingt toll.
    Eine Frage bleibt für mich: ist es nicht möglich, dass so eine app auch mit der ios aufgaben app kommuniziert. Soll heissen so eine art inbox mit allen aktuellen aufgaben aus der ios aufgaben app (die ich mit hosted exchange synce, daher die Frage) erstellt und erledigte oder gelöschte aufgaben auch inder ios built in app als erkedigt kennzeuchnet oder löscht?
    besten dank für tipps/Gedanken dazu

  2. Tja, hoffentlich lesen die Macher von Eisenhower das hier. Das ist eine gute Idee, diese Übernahme von Aufgaben von iOS nach Eisenhower.

    (Kleiner Hinweis: Things hat das)

  3. Mh, keine Verbindungen zu anderen Apps ist ein Ausschlusskriterium. Das Limit auf 8 Aufgaben auch. Sogar Kanban hat meistens ein unbegrenztes Backlog, weil ein riesiges Backlog besser ist als alles im Kopf behalten zu müssen. Besonders schädlich ist das wenn man nun mal mehr dringende oder wichtige Aufgaben hat.

    Die unvollständige Übersetzung lässt ja schon vermuten das noch mehr kommen soll. Aber meiner Meinung nach entfaltet sich der ganze Nutzen von Eisenhower sowieso erst im Zusammenhang, indem es zB steuert in welcher Reihenfolge ToDos durchs Kanban wandern. Und das scheint hier nicht geplant zu sein…

    Es wird Zeit für bessere Standards für Aufgabenverwaltung, damit sich solche an sich guten Apps besser ins Gesamtsystem integrieren lassen. Etwas besseres als zweckentfremdete Kalender.

  4. Tja – ich bin leider gerade auch Android umgestiegen :-(

  5. Für Androidnutzer gibt es ein Eisenhower-Frontend für Astrid.
    Ich habe beides aber nicht getestet, da ich mit Producteev völlig zufrieden bin.

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