Sleepless in Berlin and Zurich:
Die Nachfrage nach Schlaf
schwindet nie

Das vorbildlichste Selbstmanagement ist für die Katz, wenn man nicht genug schläft. Das wissen auch die Leser von imgriff.com und zeigen daher ein reges Interesse für das Thema. Eine ganze Reihe von Apps, Gadgets und Quantified-Self-Tools kann uns beim richtigen Einschlafen und Aufwachen unterstützen. Dabei sollte man aber nicht die guten alten Zzzz-Tipps ausser Acht lassen.

Google Analytics studieren gehört zu den Aufgaben einer Blog-Chefredakteurin. Wenn ich mir anschaue, welche Artikel auf imgriff.com über die Jahre hinweg am beliebtesten waren, dann überrascht es nicht, dass Themen wie Getting Things Done und Zen to Done hoch oben rangieren. Es handelt sich schliesslich bei Produktivität und Selbstmanagement um das Kerngeschäft unseres Blogs.

Was mich hingegen verblüfft hat: Einer der meistgefragten Blogposts auf imgriff.com ist «Zzzz – 19 Tipps für einen guten Schlaf». Dieser Artikel wurde in 4.5 Jahren (Beginn unserer Statistik bei Google Analytics) ungefähr 50’000mal aufgerufen. Nun ist es aber nicht so, dass die Nachfrage im Laufe der Jahre abgenommen hätte – im Gegenteil: Sie ist kontinuierlich gewachsen, um im Januar 2013 Spitzenwerte von über 200 Zugriffen pro Tag zu verzeichnen.

Die imgriff-Leser, lauter Schlafsuchende?

Die Leser dieses Artikels suchten nach «wie schläft man am besten», «besser schlafen tipps» und Ähnlichem. Die meisten der Schlafsuchenden sitzen übrigens in Berlin, dicht gefolgt von Zürich; als nächste kommen München, Wien und Hamburg. Ich stelle mir also vor, wie sich all diese hochgradig mobilen, gut organisierten und perfekt vernetzten Arbeitstätigen schlaflos im Bett wälzen, und weder eine der ausgeklügelten Produktivitätsmethoden noch eine App kann ihnen dabei helfen, etwas vom Simpelsten, Zeitlosesten und Wichtigsten zu finden: Den Schlaf.

A propos App: Natürlich gibt es inzwischen auch Apps, die unseren Schlaf verbessern wollen, etwa «Sleep Cycle» oder «SmoothAlarm Pro» fürs iPhone bzw. «Sleep as Android»; alles Weckfunktionen, welche die Schlafphasen analysieren und mit dem Piepsen warten, bis man sich nicht mehr in einer Tiefschlafphase befindet. Der Fitbit One, der hier kürzlich vorgestellt wurde oder das UP Band bieten ähnliche Funktionen, aber auch spezielle Gadgets wie das iPhone-Dock Lumawake.

Ins Bett mit dem Smartphone?

Weil eine Voraussetzung fürs Aufwachen ist, dass man zunächst mal einschläft, gibt es auch dafür Apps, die uns mit sogenannten «Binauralen Beats», «Isochronic Tones» oder leisen Naturgeräuschen in den Einschlafmodus versetzen sollen: «Pure Sleep», «Mind Wave 2» oder Soothr (Windows Phone) sind einige davon.

Falls diese Apps nicht helfen, kann ich Euch die so rege gegoogleten 19 Zzzz-Tipps unseres damaligen imgriff-Autors Dominik Tschopp aus dem Jahr 2008 immer noch ans Herz legen: Sie werden ihre Gültigkeit noch lange nicht verlieren. Denn all die technologischen Helferlein können uns nur unterstützen, wenn es darum geht, uns Gewohnheiten anzueignen. Die (Kopf)arbeit müssen weiterhin wir selbst erledigen.

Als besonders nützlich haben sich für mich die folgenden unter Dominiks Tipps erwiesen:

  • Aktiver Alltag: Wer am Tag Sport treibt und auch sonst in Bewegung bleibt, kann besser einschlafen. Ist eine Binsenweisheit, aber Bewegung bleibt einer der effizientesten Schlaf-Förderer.
  • Nicht zu hohe Raumtemperatur: Bei maximal 18 Grad schläft sich’s am besten. Wenn es im Raum zu warm ist, leidet die Schlafqualität sofort.
  • Innere Ruhe finden: Den Tag abschliessen. Allfällige Knacknüsse, die man jetzt noch nicht geknackt hat, auf morgen verschieben. Offline gehen! Und das Smartphone darf nur mit ins Bett, wenn es für den Einsatz einer Schlaf-App unerlässlich ist.
  • Sofort aufstehen, wenn der Wecker klingelt: Soll offenbar sehr wichtig sein. Ich persönlich arbeite noch daran…

Last but not least: Dominik empfahl 2008 in seinem Artikel, ein Schlaftagebuch zu führen. In der Zwischenzeit ist Quantified Self für Viele ein Teil ihres Alltags geworden, und so verwundert es nicht, dass es auch Schlaftagebuch-Apps wie «Sleep Diary Pro» gibt. Wer unter unseren Lesern hat schon Erfahrungen mit der Schlaf-Aufzeichnung gesammelt?

 

Bild: Alyssa L. Miller bei flickr.com (CC BY 2.0)

 

Sabine Gysi

Sabine Gysi ist die leitende Redakteurin von imgriff.com für Blogwerk AG.

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4 Kommentare

  1. Ich bin eine echter Schlafphobiker und ich stehe auf dem Standpunkt: Wenn ich wirklich müde bin, dann kann ich auch schlafen. Und wenn ich wieder mal eine Nacht wach bin, dann nehme ich das nicht so ernst. Die richtige Einstellung hilft oft am besten.

    • Diese robuste Einstellung hilft sicher! Aber wenn jemand mal in den Teufelskreis “Schlaflosigkeit – Müdigkeit – weniger Leistung – Konzentrationsstörungen – Schlaflosigkeit” hineingeraten ist, ist es wohl nicht mehr ganz so einfach, sich zu trösten mit “Jetzt bin ich halt mal eine Nacht wach”.

  2. Mit der nicht zu hohen Raumtemperatur muß ich widersprechen: Wenn mir zu kühl ist, kann ich nicht schlafen. Da mag die Decke noch so warm sein, eine kalte Nase hält mich wach. Warm genug zum wohligen Entspannen muß es schon sein, und diese Temperatur variiert von Mensch zu Mensch sehr.

  3. Hier macht’s wohl das gesunde Mittelmass aus. Ich denke aber, dass wir uns heute tendenziell eher in zu warmen als in zu kühlen Räumen aufhalten.

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