Evernote für Schüler:
So ist das Verwalten
von Schul-Notizen ein Kinderspiel

Evernote ist ein höchst vielseitig einsetzbares Tool. Kein Wunder, ist es auch Schülerinnen und Schülern sehr nützlich. Einige Tipps zum optimalen Einsatz, wenn’s um Schulstoff geht.

Vor einiger Zeit erreichte mich die Anfrage eines Schülers und imgriff.com-Lesers. Er wollte wissen, ob und wie ich die Nutzung von Evernote in der Schule empfehlen würde. Evernote ist eine Notizdatenbank, die in der Grundversion kostenlos ist. Insbesondere fragte sich der junge Mann, wie er seine Notizen ordnen und ablegen sollte, damit sie auch immer wieder auffindbar seien: für jedes Fach ein Notizbuch, und alle diese Notizbücher in einen Stack? Oder lieber für jedes Projekt ein Notizbuch und diese Projekte in einen Stack für das Fach – dann aber ohne zusammenfassenden Stack für die Schule? Und wie die Tags am sinnvollsten einsetzen?

Wir bei imgriff.com freuen uns, dass wir auch von Schülern gelesen werden. Und logischerweise habe ich bereits vor einiger Zeit geantwortet, mit meinen Tipps, wie ich meine schulischen Notizen in Evernote ablegen und ordnen würde. Allerdings war ich lange nicht mehr in der Schule: meine letzten Erfahrungen in dieser Hinsicht gab’s vor einigen Jahren an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australien. Trotzdem will ich in diesem Artikel ein paar Hinweise dafür geben, wie Du als Schüler/Schülerin Evernote beim Lernen erfolgreich einsetzen kannst. Wie ich persönlich Evernote nutze, habe ich schon mal auf imgriff.com dargestellt.

Notizen sortieren nach Fächern

Ich finde den ersten Ansatz besser: für jedes Lern-Fach ein Notizbuch und dann die laufenden Mitschriften dieses Faches als einzelne Notizen darin. Die Notizbücher aller Fächer (z.B. «Erdkunde», «Mathe» etc.) lassen sich dann entweder in einem Stack für die Schule («Rosa-Luxemburg-Gymnasium») oder in einem Stack für die Klassen-Stufe («Klasse 6», «Klasse 7» etc.) zusammenfassen. Ich finde das so besser, weil ich selber mehrere verschiedene Stacks für die verschiedenen Aspekte meines Lebens habe, von geschäftlich über privat bis zu Projekten. Schüler können geschäftlich durch Schule ersetzen, finden aber sicherlich auch Anwendungsmöglichkeiten für private und Projekt-Stacks (für alle möglichen außerschulischen Projekte).

Einzel- oder Teamkämpfer: Wie mit Projekten umgehen?

Ein Nachteil bei dieser Vorgehensweise ist vielleicht, dass Du verschiedene schulische Projekte eines Fachs nicht mehr zusammenfassend als ein Notizbuch sortieren kannst. Evernote erlaubt nicht, Stacks in Ordnern zu sammeln – es gibt also nur die Ebenen Notiz, Notizbuch, Stack. Mir fallen zwei Lösungen ein:

  1. Du kannst die Notizen, die zu einem bestimmten Projekt gehören, mit einem schlüssigen Projekt-Tag versehen. Der Vorteil dabei ist, dass eine Notiz mehrere Tags haben kann – und somit auch mehreren Projekt-Tags zugeordnet werden kann.
  2. Du erweiterst die oben beschriebene Einteilung nach Notizen im Notizbuch eines Faches, gesammelt im Stack einer Klassen-Stufe und legst neben den Fächern – als Notizbücher – trotzdem auch Projekte als Notizbücher an (z.B. «Erdkunde: Vortrag Tiefsee-Geologie»).

Der einzige Nachteil des zweiten Ansatzes, der mir sofort ins Auge springt: Irgendwann wirst Du sehr viele Notizbücher haben, von denen viele alte Projekte sind, die gar nicht mehr interessieren. Deswegen finde ich den ersten Ansatz (Stack für die Schule/Klasse, Notizbücher für die Fächer und Tags für Projekte) deutlich übersichtlicher.

Der zweite Ansatz (mit eigenen Notizbüchern für einzelne Projekte, geordnet nach Fächer-Stacks) bietet aber auch einen großen Vorteil: So kannst Du einzelne Notizbücher (die sich auf einzelne Projekte beziehen) mit Deinen Mitschülern teilen und mit ihnen gemeinsam daran arbeiten. Das geht natürlich nur, wenn das Projekt ein eigenes Notizbuch hat. Sonst müsstest Du andere Leute zu all Deinen Notizen dieses Fachs einladen und ihnen erklären, dass für Euer Projekt nur die Notizen mit dem und dem Tag relevant sind. Das dabei unweigerlich entstehende Chaos wäre ja fast etwas für ein eigenes mathematisches Projekt für «Jugend forscht».

Beides liesse sich auch verbinden: Notizen in Notizbüchern für Fächer und diese im Stack des Klassen-Jahrgangs sammeln. Die Projekte machst Du in eigenen Notizbüchern, die Du auch in den Stack des Klassen-Jahrgangs wirfst. So hast Du zwar keine Zuordnung vom Projekt zum Fach, aber immerhin zur Klasse – und Du kannst die Notizbücher des Projekts trotzdem teilen.

Wichtig: Taggen nicht vergessen

Das Taggen ist sehr wichtig, um Notizen auffindbar zu machen. Coolster Nebeneffekt: du kannst nach Tags filtern und kriegst dann alle Notizen mit diesem Tag angezeigt. Wenn Du also die Tags für Deine Notizen immer sauber anlegst und pflegst und für einzelne Projekt-Notizen immer dasselbe Tag verwendest, kannst Du so Projekte und alle ihre Notizen wieder finden. Ich würde auch die Klassenstufe als Tag mitführen, um die Notizen eines Faches, das in verschiedenen Klassenstufen gelehrt wird, auseinander halten zu können (also z.B. «KL5» oder «KL6»).

Kleiner Tipp: Sammle vielleicht die wichtigsten Tags in einer eigenen Notiz. Denn es ist wichtig, dass Du immer dieselben Tags verwendest – nur so findest Du auch alle Notizen zu einem bestimmten Thema wieder.

Fazit

Deine schulischen Notizen mit Evernote zu verwalten, empfiehlt sich. Natürlich brauchst Du dafür ständigen Zugang zu einem Rechner und etwas Fleiss, um Deine Notizen nach der Schule auch einzugeben. Wenn Du ein Smartphone oder einen Laptop hast, die Du im Unterricht für sowas nutzen darfst, kannst Du das natürlich gleich während der Stunde machen. Frage aber Deine Lehrer, ob das in Ordnung geht. Hinweis für die Argumentation dabei: Lehrer benutzen Evernote ja auch und: Evernote bietet auch Paket-Preise für Schulen.

Evernote bietet übrigens auch einen Webclipper, mit dem Du interessante Webseiten in Deine Notizen einfügen kannst, wenn sie relevant für Deine Fächer und Projekte sind.

Erfahrungsberichte von Schülern mit Evernote, wo Du noch mehr Tipps findest:

>> Wie der Schüler Ryan Kessler seine Arbeitsabläufe änderte, seinen Notendurchschnitt verbesserte – und seine Lehrbücher zu Hause ließ

>> Raphael Schöni, Schüler, mit seinen Tipps zur Nutzung von Evernote

>> Evernote in der Schule (von Raphael Schöni)

 

 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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3 Kommentare

  1. Hallo,
    das sind recht nützliche Tipps und machen auch Studenten das Leben einfacher. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, sind Stacks. Ich kann in Evernote keine Funktion finden, die es ermöglicht mehrere Notizen aus unterschiedlichen Notizbüchern zusammen zu fassen.
    Außerdem ist mir dabei aufgefallen, das es auf der Web Seite von Evernote keine wirkliche Einführung auf die Verwendung zu finden ist. Besonders der reine Browser Zugriff wird nicht behandelt.

    Gruß
    Wolfram

  2. Meiner Meinung nach sollte ein Notizen-Tool den eigenen Strukturen folgen können. Wenn sie stattdessen die Struktur vorschreibt, läuft etwas falsch, aber leider ist das fast immer der Fall. Dieser Artikel ist ja ein deutliches Beispiel. Um genau zu sein habe ich noch kein vernünftiges Tool gefunden, dass das kann…
    Woran das wohl liegt?
    Brauchen viele Menschen eine externe Struktur als Vorgabe?
    Halten Programmierer “ihre” Struktur für die beste?

  3. Inzwischen habe ich die Funktion zum Zusammenfassen von Notizbüchern gefunden. Damit ergibt das jetzt mehr Sinn.

    @Martin Welche Struktur darf es denn sein?

    Ich bevorzuge die Struktur wie bei einem Dateisystem. Dies kann mir Evernote nicht bieten, allerdings kann man sich durch solche Artikel immer einen noch ausgefeilteren Workflow aufbauen.

    Gruß

    Wolfram

2 Pingbacks

  1. [...] du Evernote für die Schule nutzen kannst, erfährst du hier [...]

  2. [...] ihr nützliche Lernvideos zum Einsatz von Evernote. Außerdem sei hier auch noch einmal auf den imgriff.de-Blogpost zum Thema “Evernote in der Schule” [...]

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