Die Zukunft der Arbeit und Consumerization:
Das Büro als Auslaufmodell

In baldiger Zukunft wird der Arbeitsplatz noch flexibler und mobiler. Die Arbeitsgeräte werden kleiner, vielseitiger und persönlicher. Davon sind IT-Entscheidungsträger überzeugt. An der Consumerization führt für Unternehmen bald kein Weg mehr vorbei.

Vor einiger Zeit habe ich hier über meine persönlichen Wunsch-Arbeitsgeräte der Zukunft geschrieben: Klein und leicht sollten sie sein, eben ideal für die Handtasche, gleichzeitig aber so leistungsfähig wie ein normaler, großer Desktop-PC.

Vor etwas über einem Jahr wurde ich von den Herstellern für die Idee einer Art Mary-Poppins-Tasche, die auf Wunsch das passende Gerät zu Tage fördert, noch verlacht. Heute zeigen diverse aktuelle Studien, dass ein Gerät, das sich flexibel unseren Wünschen anpasst, mehr als eine Wunschphantasie ist. Die Zukunft der Arbeit ist viel flexibler, als sich das offenbar Viele, vor allem auch Hersteller, vorstellen können.

Sechs Endgeräte und zwei Drittel Schreibtisch

Folgt man dem «Workplace of the Future»-Report des IT-Unternehmens Citrix Systems, so kommen im Jahr 2020 auf einen Mitarbeiter sechs Endgeräte und zwei Drittel Schreibtisch. Für seine Untersuchung hat Citrix 1.900 hochrangige IT-Entscheider in 19 Ländern befragt. Die stellen klar: Bis zum Jahr 2020 werden Unternehmen weltweit ihre Büroflächen um rund 14 Prozent reduzieren.

Am Arbeitsplatz der Zukunft wird es im weltweiten Durchschnitt nur noch 6,7 Schreibtische für zehn Mitarbeiter geben. Die Anzahl der verschiedenen Endgeräte, mit denen die Arbeitnehmer täglich auf das Firmennetz zugreifen, wird sich hingegen noch erhöhen: Bereits heute sind es im weltweiten Durchschnitt 4,35 unterschiedliche Devices vom PC bis zum Smartphone – sozusagen eine Vorform der Mary-Poppins-Tasche.

Dabei vermischen sich auch bei den Geräten die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben zusehends: Die Mehrheit der befragten Unternehmen wollen Bring Your Own Device (BYOD)-Programme einführen, um die große Zahl an Endgeräten zu verwalten, die von Mitarbeitern verwendet werden.

Weltweit haben bereits 31 Prozent der befragten Firmen solche Modelle, weitere 37 Prozent planen dies innerhalb der nächsten beiden Jahre. Dabei kommt bis 2014 mehr als ein Drittel der Unternehmen für die gesamten Gerätekosten auf, weitere 41 Prozent steuern einen Teil der Anschaffungskosten bei.

Chancen und Risiken der Consumerization

Genau mit diesem Thema, dem im Fachjargon als Consumerization bekannten Trend, beschäftigte sich auch eine mehrjährige Studie, die TNS Global Research im Auftrag von Dell und Intel durchführte. Die zeigt, dass Wahlfreiheit bei der Technologie die Produktivität der Mitarbeiter erhöht, weil die Mitarbeiter sich bewusster, freier und flexibler auf ihre Bedürfnisse angepasst für ein Endgerät entscheiden.

Gleichzeitig erhöht die Verwendung eigener Endgeräte allerdings die Sicherheitsrisiken in vielen Unternehmen: Unter den befragten Führungskräften besteht ein Konsens, dass die Verwendung von privaten Geräten am Arbeitsplatz mit zusätzlichen Sicherheitsrisiken und der Gefahr von Datenmissbrauch verbunden ist. Die Herausforderung besteht darin, sowohl die erhöhte Produktivität genau zu ermitteln als auch die Sicherheitsrisiken präzise einzuschätzen und beides gegeneinander abzuwägen.

Tablets ohne Zukunft?

Wie aber sieht das Arbeitsgerät der Zukunft denn nun genau aus? Mit dieser Frage hat sich das britische Marktforschungsuntenehmen Vanson Bourne beschäftigt und dazu 500 britische CIOs befragt. 47 Prozent davon träumen von einem papierlosen Büro, obgleich Unternehmen heute eher mehr als weniger drucken.

Das Festnetz-Telefon, so sagen die CIOs, werde bald aus den Büros verschwinden. Auch dem klassischen Desktop-PC schreiben sie keine allzulange Lebensdauer mehr zu. Doch auch iPad und Tablets scheinen für viele keine Alternative zu sein: 24 Prozent der Befragten glauben, dass iPad & Co in den kommenden Jahren an Bedeutung verlieren werden.

Doch wie sieht es denn aus, das ideale Arbeitsgerät der Zukunft? Vielleicht arbeiten wir in einigen Jahren nur noch auf holografischen, virtuellen Flächen je nach Bedürfnis – so wie in diesem Video. Die Mary-Poppins-Tasche lässt grüßen.

 

Bild: JD Hancock bei flickr.com (CC BY 2.0)

 

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3 Kommentare

  1. Ich finde den Trend kann man nicht verallgemeinern.
    Der normaler Sachbearbeiter wird doch nicht von heute auf morgen von zu Hause aus arbeiten ? Warum sollten also die Festnetzgeräte für genannte Gruppe also aus den Büros verschwinden ?

    Bei Aussendienstmitarbeitern und Führungskräften sieht das natürlich anders aus.

  2. Ganz klar den Trend getroffen! Papierlos arbeiten ist wichtig und langfristig auch umsetzbar, auch wenn ich glaube, dass die gescheiterte Umsetzung bei vielen eher Kopfsache ist, und kein Mythos. Aber eigentlich geht es um räumliche Flexibilität und Freiheit, also mehr zum bürolosen Büro. Was in diesem Artikel schon super dargestellt ist, haben wir hier auch mal niedergeschrieben: “Das Bürolose Büro – 5 Gründe, warum der feste Arbeitsplatz ausgesorgt hat”.

    Weiter so, ihr seid auf dem richtigen Weg!
    Gruss
    Christian

  3. Flexibilität wird in der Zukunft offenbar auf allen Ebenen entscheidender. Ich widme mich in einer aktuellen Blogserie ebenfalls dem Thema, wobei ich eine vom Fraunhofer-Institut erstellte Vision der Arbeitswelt im Jahre 2025 als Basis meiner Arbeit nutze. Darin ist ebenfalls die Rede von sehr kleinen Technologien, die irre leistungsfähig sind, außerdem sei wohl Hologrammtechnologie im Kommen. Es ist irre spannend, sich diesen Zukunftsideen zu widmen – vor allem in einem Vergleich der heutigen Realität. Ansätze sind überall erkennbar. Bleibt spannend, wie lang die Umsetzung braucht :-)

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