Things 2.0:
Wir haben das Update getestet

Die beliebte Aufgabenverwaltung Things liegt seit einigen Tagen in der Version 2.0 vor. Neben dem Sync sticht vor allem die neue integrierte tägliche Review hervor.

Things 2.0 mit Cloud-Synchronisation

Gestern haben wir auf bei Facebook darauf hingewiesen, dass die auf Mac OS sehr beliebte Aufgabenverwaltung Things nun in Version 2.0 vorliegt. Die Kommentare auf Facebook und ganz allgemein bei Twitter zeigen, dass die meisten Nutzer sich vor allem freuen, dass Things nun endlich alle Aufgaben über die Cloud synchronisiert. Das macht zugegebenermaßen aber nur Sinn, wenn Du Things neben Deinem Mac auch auf iPad, iPhone oder auf zwei Macs betreibst. Nachdem ich mich vor einigen Jahren mit allen verfügbaren Apps für OmniFocus eingedeckt habe, nur um nach mehreren Jahren doch bei Things zu landen, stehe ich diesem Schritt derzeit etwas skeptisch gegenüber.

Produktiver dank Smartphone?

Aus Sicht eines mittlerweile doch sehr ernüchterten Produktivitätsbloggers finde ich Smartphones sehr gefährlich: produktiver wird man damit nicht. Eher im Gegenteil – durch die ständige Erreichbarkeit und die Apps für Soziale Netzwerke lassen wir uns viel leichter ablenken. Dazu kommt, dass die meisten Apps nach einer Woche bereits kaum noch genutzt werden, weil sie eigentlich sinnlos sind. Nur wenige Apps sind in sich selber nützlich, wie z.B. Shazam, mit dem Du Musik erkennen kannst, die Du irgendwo hörst. Die meisten anderen nützlichen Apps sind solche, die an irgendwas anschliessen, was Du bereits hast – z.B. an Deine Aufgabenverwaltung, damit Du Deine Aufgaben auch unterwegs siehst. In diese Kategorie fallen die Apps von Things, dafür sind sie aber auch – zumindest für Apps – recht teuer. Was der Grund ist, warum meine Skepsis gewann. Wer nun aber mehrere Things-Apps hat, wird sich über die lange überfällige Synchronisierung freuen.

Und noch besser: Der tägliche Review

Was ich viel besser finde, ist wie Things seit 2.0 mit Aufgaben umgeht, die Heute neu dazu kommen. Dabei handelt es sich um Aufgaben,

  • die noch von gestern übrig sind
  • die für das heutige Datum geplant wurden
  • die für ein Datum in Kürze geplant wurden, aber bereits einige Tage vorher angezeigt werden sollen
Das letzte ist zum Beispiel mein bevorzugter Weg für Auftrags-Texte, bei denen ich in der Aufgabe das Lieferdatum an meinen Redakteur als Endtermin angebe, mir die Aufgabe aber bereits 5 Tage vor diesem Datum anzeigen lasse. Irgendwann tauchen diese Aufgaben alle in Heute auf. Dass Things dieses Heute hat, ist der große Unterschied zu OmniFocus und am Ende das, was mich nach einem kurzen Test von Things bewogen hat, zu wechseln (wobei OmniFocus auch Vorzüge hat, die mir aber eben nicht so wichtig waren: wenn Du nun gerade überlegst, welche Aufgabenverwaltung Du besser findest, solltest Du beide kurz testen. Produktivität ist etwas ganz Persönliches!).

Mehr Übersicht in der Tagesansicht

Was mich aber immer störte, war der Fakt, dass dieses Heute jeden morgen dramatisch am Überquellen war, weil lauter neue Aufgaben dazu kamen. Und gerade da setzt Things nun an. Die neu hinzukommenden Aufgaben landen in Heute, aber werden als anstehende Aufgaben gekennzeichnet. Gleich morgens kannst Du sie dann annehmen oder zeitlich umplanen, indem Du entweder auf den Stern klickst (Heute) oder auf den Pfeil (Geplant mit neuem Termin).

Wichtigste Neuerung: Anstehende Aufgaben einsortieren

Wichtigste Neuerung: Anstehende Aufgaben einsortieren

Wie gewohnt, kannst Du die Aufgaben auch einfach per Maus greifen und bei Irgendwann oder Als Nächstes ablegen. Oder, noch einfacher: Du kannst mit einem Klick alle Aufgaben neu zuweisen, indem Du die Symbole oben rechts benutzt. Diesen Umgang mit den neuen Aufgaben, die ich irgendwann mal so geplant habe, dass sie heute erscheinen, finde ich sehr elegant. Was weiß ich denn vor zwei Wochen, was genau ich heute machen will. Und vor allem: welche Aufgaben sind denn nun heute dazu gekommen, und mit welchen habe ich bereits gestern gerechnet? Der tägliche Review zeigt mir das an, was mir mehr Kontrolle über meinen Tagesablauf gibt.

Weitere neu hinzugekommene Features

Darüber hinaus sind einige weitere Dinge bei Things 2.0 dazu gekommen:

  • Einen echten Mac OS Full Screen Mode für Leute, die ihre Aufgabenverwaltung gerne auf einem eigenen Screen laufen lassen (so lief bereits früher immer OmniFocus bei mir, am Rande bemerkt)
  • Things läuft in der Sandbox und kann somit auch über den Mac App Store bezogen werden
  • Die Erinnerungen arbeiten nun mit Siri zusammen, so dass Du Aufgaben mit Deinem iPhone per Sprachbefehl eingeben kannst (was für mich vielleicht doch ein ausreichender Grund ist, die iPhone-App zu erwerben)
  • natürlich wurde auch ein bisschen an der Optik gefeilt (falls jemand bereits ein Macbook mit Retina-Display hat)

Fazit

In die Software-Geschichte dürfte dieses Update nicht als das umfangreichste aller Zeiten eingehen. Einige der Features sind lange überfällig und werden vom Konkurrenten OmniFocus seit längerem sicher beherrscht. Gut, dass Things diese Dinge nun auch drauf hat. Alle eingefleischten Nutzer wird’s freuen.

Der tägliche Review jedoch ist aus meiner Sicht eine wirklich wichtige Neuerung. Das kommt meiner persönlichen Arbeitsweise sehr entgegen. Wer also Things hat, sollte zweifellos updaten, zumal das Update kostenlos ist. Wer noch überlegt, kann jetzt bei der vielleicht besten Aufgabenverwaltung zugreifen, die sich auch featuremäßig nicht verstecken muss. Vom Design und Arbeitsweise gefällt mir Things ohnehin am besten.

 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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7 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Test.

    Das Update fällt bei mir unter “die in beauty”. Das Design ist unschlagbar schön, aber die Funktionalität ist nicht so gut wie bei anderen Verwaltungen, immer noch nicht

    Wegen des mangelnden Sync bin ich nach fast 2 Jahren Things und nach ca 50€ Invest doch auf Omnifocus umgestiegen.

    Der Sync funktioniert gut. Dort kann man wenigstens Unterordner eingeben und Aufgaben gruppiieren. Die Today-Anzeige ist das einzige, was mir fehlt. Dafür gibt es die Zeitleistenansicht auf dem iPad, auch sehr schön.

  2. Hallo,

    1. die generelle Verteufelung des Smartphones als Porduktivitäts-Tool ist quatsch! Die kann nur persönlich geprägt sein. Bei mir “funktioniert” GTD erst seit ich das iPhone nutze. Vorher sind sowohl Omnifocus wie Things an mir gescheitert. Was man am iPhone noch nebenbei spielt ist eine Frage der Disziplin. Man muss sich halt imgriff haben (Brüller Gag!)

    2. Omnifocus mit Things vergleichen ist einfach nicht legitim. Ganz anderer Ansatz und Leistungsumfang. Ein 7er BMW ist “besser” als ein Seat Ibiza aber ob ich den 7er brauch muss ich mit mir selbst klar machen.

    Der “Kundendienst” und die Art der Kommunikation von Culture Code sind allerdings eine absolute Katastrophe und hat den Herren schon viel Ärger ja gar Hass eingebracht (Twitter gibt da ein Bild davon ab!)

    Jeder Mensch braucht eine andere Arbeitsumgebung. Und während ich mit in Omnifocus ein ganz verschachteltes System von Kontexten und Perspektiven gebaut habe – was Things nicht kann und nicht will – merke ich dass ich Things einfach benutze weil es simpler ist. Mal schauen wie oft ich in meinem Leben noch von einem zum anderen springe.

  3. Danke für den Test. Ich nutzte lange Zeit Remember The Milk. Nun habe ich http://doit.im getestet und bin sehr zufrieden. Es scheint Things sehr zu ähneln, hat aber offenbar den Vorteil, dass es plattformunabhängig ist.

  4. «Das letzte ist zum Beispiel mein bevorzugter Weg für Auftrags-Texte, bei denen ich in der Aufgabe das Lieferdatum an meinen Redakteur als Endtermin angebe, mir die Aufgabe aber bereits 5 Tage vor diesem Datum anzeigen lasse. Irgendwann tauchen diese Aufgaben alle in Heute auf. Dass Things dieses Heute hat, ist der große Unterschied zu OmniFocus und am Ende das, was mich nach einem kurzen Test von Things bewogen hat, zu wechseln (wobei OmniFocus auch Vorzüge hat, die mir aber eben nicht so wichtig waren: wenn Du nun gerade überlegst, welche Aufgabenverwaltung Du besser findest, solltest Du beide kurz testen. Produktivität ist etwas ganz Persönliches!).»

    In OmniFocus arbeitet man dafür mit Start- und Due-Daten sowie entsprechend konfigurierten Perspektiven.

  5. @Martin: … und im Sinne von Leo Babautas ZtD war mir das Rumgewurstel mit Perspektiven und Start- und Due-Dates irgendwann zu komplex. Aber das ist ein freies Land und mir gefällt dies und vielen anderen eben jenes. Ich bin mit der Art und Weise, wie Things die Sache vereinfacht, deutlich glücklicher.

    Ich hoffe aber, dass im Text herüber kommt, dass ich kein Programm über das andere hebe. Im Gegenteil, ich empfehle den Lesern, beide Programme zu testen und zu prüfen, welches ihnen besser liegt. Wie bereits ausgeführt: Produktivität ist zutiefst persönlich.

    • Völlig einverstanden. Ich wäre vermutlich heute noch «Things»-Benutzer, wenn die Synchronisation wie ursprünglich versprochen eingeführt worden wäre … wobei ich heute an OmniFocus schätze, dass man für die Synchronisation nicht zwingend den vorgegebenen Server nutzen muss.

  6. Vielen Dank für den Bericht, der mich mal daran erinnert, den Focus auf Things zu lenken. Irgendwie fand ich Things am Anfang ganz brauchbar, aber irgendwie ist mit dann das Arbeiten mit dieser Lösung abhanden gekommen ;-) Hängen geblieben bin ich dann bei Remember the Milk. Ist aus miener Sicht einfacher und funktioneller gestaltet.

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  1. [...] und organisiert wurde. Ich habe sie natürlich ausprobiert: Remember The Milk, Workflowy, Things, Thinking Rock, Wunderlist,Orchestra, Teuxdeux und wie sie alle heissen. Fein säuberlich [...]

  2. [...] produktiv und organisiert wurde.Ich habe sie natürlich ausprobiert: Remember The Milk, Workflowy, Things, Thinking Rock, Wunderlist, Orchestra, Teuxdeux und wie sie alle heissen. Fein säuberlich [...]

  3. [...] die Aufgabenflut im Griff zu behalten, gibt es unzählige Methoden und Tools: GTD, Things für OS und iOS, die ToDo-Verwaltung per E-Mail oder klassisch in einem [...]

  4. [...] die Aufgabenflut im Griff zu behalten, gibt es unzählige Methoden und Tools: GTD, Things für OS und iOS, die ToDo-Verwaltung per E-Mail oder klassisch in einem Notizbuch.Einige dieser [...]

  5. [...] ist, mag hartgesottene Produktivitätsjunkies erstaunen. Andere Tools wie das vor kurzem in Version 2.0 erschienene Things bieten ganz klar mehr Funktionalitäten. Für mich persönlich sind aber die Einfachheit und die [...]

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