10 Tipps:
Produktivität im Home Office

Zu Hause arbeiten kann ein Segen sein. Wären da nicht die vielen Verlockungen. Wie man trotzdem produktiv arbeiten kann – ein paar Tipps.

Studien besagen, Arbeiten im Home Office steigere die Produktivität, da man ruhiger und konzentrierter arbeiten kann. Aber auch zu Hause lauern Ablenkungen. Vieles scheint spannender als die eigentliche Arbeit. Das Bett, der Kühlschrank, ja, sogar die Hausarbeit, die Katze, die Kinder, der Partner – und wenn man dann endlich vor dem PC sitzt, wartet auch schon das Internet mit täglich neuen Überraschungen. Da mal ein bisschen Facebook, dort Online-Shopping, hier Twitter, Blogs und was weiss ich – man könnte Stunden im Netz vertrödeln, ohne wirklich produktiv zu werden.

Damit der Arbeit- oder Auftraggeber zufrieden ist und man als Arbeitnehmer das Home Office auch weiterhin nutzen darf, muss man sich immer wieder aufs Neue motivieren und dranbleiben. 10 Tipps:

1. Produktive Stimmung schaffen

Was bringt dich in eine produktive Stimmung? Vielleicht reicht alleine der Gedanke an deine Ziele, um dich zu motivieren. Der Gedanke an die nächste Reise, das Haus, das Auto – oder ganz einfach der Wunsch etwas produktives zu schaffen. Falls nicht, suche dir etwas anderes, was dich antreibt.

2. Büro bleibt Büro

Das Home Office sollte auch optisch wie ein Büro aussehen – und nicht wie ein Esszimmer mit PC und Drucker. Auch psychologisch ist es besser, wenn man nicht ständig Bett und Sofa im Visier hat. Den Raum nicht mit Möbel, Bilder und Accessoires zupflastern – weniger ist mehr. Ein überfülltes Büro sorgt für Unruhe und bietet zu viele Ablenkungspunkte.

3. Arbeitskleidung anziehen

Was mir auch hilft, morgens früh aufstehen, duschen, anziehen, schminken – als ob ich ins Büro gehen würde. Dabei laufe ich nur ein paar Meter ins andere Zimmer. Einige raten, man solle sogar Schuhe anziehen – finde ich jedoch übertrieben.

4. Musik hören

Musikhören beim Arbeiten ist umstritten. Einige Studien besagen, Musikhören beeinträchtige die Leistung. Andere wiederum meinen Musikhören fördere die Produktivität. Ich persönlich höre gerne Musik während der Arbeit. Lustigerweise kann ich mit Musik viel konzentrierter arbeiten. Aber das ist wohl von Mensch zu Mensch verschieden. Für die, die’s mögen: Lautsprecher an und los geht’s!

Was auch hilft, verschiedene Playlists für unterschiedliche Arbeiten zusammen zu stellen. Wenn ich beispielsweise einen Artikel für imgriff.com schreibe, höre ich gerne Adele, Lana del Rey oder Lenny Kravitz– nicht unbedingt ruhig, aber stimmig. Beim Nachführen von Listen, Rechnungen schreiben oder sonstigen für mich eher langweiligen aber durchaus wichtigen Tätigkeiten darf es auch mal etwas fetzigeres wie Sean Paul, Niki Minaj oder Pitbull sein. Sobald ich jedoch meine volle Konzentration benötige, weil auf zehn Sachen gleichzeitig achten muss, brauche ich absolute Stille. Und wehe dem, der mich in diesem Moment anruft.

5. Das Hirn zur Konzentration zwingen

Was tust du als Erstes, wenn du an deinem Computer sitzt? Facebook checken, Skype öffnen, Blogs lesen? Dann geht es dir so wie mir. Und ich muss mich von den verlockenden Ablenkungen lösen und mein Hirn in eine produktive Stimmung versetzen.

Das gelingt am besten in dem ich einem festen Tagesplan folge. Zuerst E-Mail checken und gleich beantworten. Dann zur ersten Aufgabe übergehen und diese konzentriert ausführen. Alle Töne am Computer und Handy ausschalten, damit man durch eingehende Nachrichten nicht gestört wird. Aus Facebook ausloggen, Skype auf “bitte nicht stören” stellen. Und dann die Aufgabe erledigen. So hangle ich mich von Aufgabe zu Aufgabe und das gelingt ganz gut.

6. Hochphasen nutzen

Morgen- oder Nachtmensch? Jeder Mensch hat unterschiedliche Leistungsphasen. Die einen sind schon frühmorgens fit, die anderen arbeiten lieber in der Nacht. Der Stoffwechsel, die Organtätigkeit, die Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Wer seinen eigenen Typ kennt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern. Da bringt ein Heimbüro einen grossen Vorteil, man kann seine Arbeit weitgehend selber einteilen. Und sollte dies auch nutzen: Schwierige Aufgaben erledigt man in den Hochphasen, die lästigen Aufgaben in den Durchhängerphasen.

7. Pflanzen

Pflanzen sind nicht nur schön anzuschauen. Sie filtern auch schlechte Luft und sorgen so für genügend Sauerstoff im Raum. Ich selber habe keinen grünen Daumen. Die sterben alle innerhalb weniger Wochen. Aber, ich habe mir fest vorgenommen, wieder ein paar Pflänzchen zu kaufen. In der Zwischenzeit lasse ich das Fenster offen und zapfe Frischluft vom davorstehenden Baum ab.

8. Licht und Farbe

Farben beinflussen die Stimmung. Blau zum Beispiel soll die Kreativität fördern. Rot oder Orange macht aggresiv. Man muss nicht gleich die Wände streichen, auch farbige Accessoires oder Bilder schaffen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Sollten die Wände bereits in einer grellen Farbe gestrichen sein, lohnt sich ein neuer Anstrich. Aber Achtung, zuerst den Vermieter fragen, ob man das darf. Wenn ja, kann man drauf los pinseln. Im Zweifelsfall würde ich weisse Wände so belassen wie sie sind. Weiss mag langweilig sein, ist jedoch neutral, hell und passt zu allem.

Ein gutes «Home Office» sollte mit viel natürlichem Licht ausgefüllt sein, jedoch ohne zu blenden. Bei Kunstlicht eignet sich vor allem indirekte Beleuchtung. Auch farbige Glühbirnen können die Stimmung positiv beeinflussen. Blau fördert die Kreativität, grün sorgt für Harmonie.

9. Aufräumen und ausmisten

Auch wenn du ein Sammler bist, ausmisten von Zeit zu Zeit hat noch keinem geschadet. Nichts ist schlimmer für den Geist, als im Chaos zu wühlen, geschweige denn produktive Arbeiten zu verrichten. Kreative Chaoten seien hier mal ausgeklammert. Alles was man nicht jeden Tag braucht, wird verstaut – oder gleich entsorgt.

10. Frische Luft und Ideen schnappen

Auch gut: Ab und zu mal raus aus der Hütte und frische Luft schnappen. Ich spaziere gerne zum Starbucks, hole mir einen Kaffee und trinke ihn an der Sonne (wenn sie denn mal scheint). Oder ich nehme meine Arbeit gleich mit. Wie letztens, da sass ich zwei Stunden in einem nahegelegenen Park und las Texte Korrektur. Das hat noch nie so viel Spass gemacht. Heutzutage kann man ja überall arbeiten, das sollte man auch nutzen, wenn es der Job zulässt. Wie sagt man so schön, man merkt erst, was man hat, wenns vorbei ist. Nach einer kurzen oder längeren Büroabstinenz geht man auch gerne wieder zurück.

Das Wichtigste ist doch, dass man bei der Arbeit glücklich und motiviert ist. Und dass man nie aufhört, seine Arbeitsumgebung noch besser und schöner zu gestalten.

Das sind keine Tipps mit 100 prozentiger Erfolgsgarantie, aber sie machen mich produktiver. Vielleicht hast du andere Tipps, die für dich noch besser funktionieren? Lass mich wissen.

Bild: Quinn Dombrowski bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)

 

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14 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen schönen Artikel. Ich arbeite an einem Tag in der Woche zu Hause. Mir kommt einiges sehr bekannt vor. Ich halte das nicht anders. Übrigens kann ich mich persönlich auch bei Musik besser konzentrieren. Das klingt unlogisch, ist aber so. Allerdings kommt es auch ein bisschen auf die Musik an. Bei jeder Musikrichtung klappt es nicht :-)

  2. Auf den Punkt gebracht!
    Auf die Idee mit den Schuhen bin ich auch mal gekommen. Und es wirkt wirklich! Im “Angestellten”-Büro hat man auch immer Schuhe an. Ist schon lustig, mit welchen kleinen Tricks man so versucht das Gehirn zu manipulieren.
    Musik ist bei komplexen Arbeiten immer 1.fm Chillout lounge. Niemand, der was erzählt und ablenkt.

    Manchmal arbeitet man dann den ganzen Tag im Netz und bekommt nichts von der Welt mit. Echt komisch!

  3. Danke für den Artikel. Ich arbeite auch sehr viel von Zuhause aus. Mir hilft es am meisten am Vorabend eine To-Do-Liste zu schreiben. Während einer schwierigen Aufgabe: Kein Facebook, kein Twitter und kein Outlook.
    Was mir auch noch hilft, gut über den Tag zu kommen: Immer eine Flasche Wasser und Obst am Schreibtisch zu haben.

  4. Guter Artikel zum Thema Home Office!
    Und ein kleiner Tipp für Punkt 8. Die Idee mit dem Link ist gut, wurde aber leider nicht umgesetzt.
    Hätte mir übrigens genau in der Art passieren können… ;)

  5. Alltagsweisheiten, die sich zwar korrekt anhören, aber mit der Realität wenig zu tun haben.

    • Genau DAS.
      Ein Haufen persönlicher “Eindrücke”, die durch nichts als Bauchgefühl gestützt sind.
      Zeitverschwendung Nummer 1: Solche Blogs lesen.
      Abgestellt!

  6. Sehr schöner Artikel, man(n) muss sich halt immer etwas zwingen, Selbstdisziplin nannte man das früher.

    Übrigens: wenn ich meine Wände anders streichen möchte, frage ich wohl eher den VER-Mieter, oder? :-)

    Gruß
    Christoph

  7. Hi

    Es gibt auch eine Reihe nützlicher Tools. So hat RescueTime die Möglichkeit einen Fokus Modus zu aktivieren, in dem es lokal unerwünschte Webseiten oder Anwendungen blockiert, sodass man gar nicht erst in die Versuchung kommt sich auf Facebook oder Skype aufzuhalten.

    Auch Techniken wie Pomodoro helfen beim Fokussieren und gleichzeitig fördern sie das Gefühl etwas geschafft zu haben.

  8. Hi,
    die tipps sind ned schlecht, hab auch manche ausprobiert. Aber ich geh lieber in die Bibliothek und lerne dort.

  9. Danke für die Zusammenfassung.

    Musik hilft mir auch, allerdings nur, wenn ich sie a) bereits kenne (sonst verschiebt sich meine Konzentration eher auf das neu zu Hörende) oder sie b) instrumental ist. Stimmen während des Schreibens zu hören, blockiert den auditiven Kanal und da wir Menschen ja meist auch die innere Stimme beim Schreiben haben, wäre das kontraproduktiv.

    Und zu 9. hoffe ich, du meintest nicht WÄHREND der Arbeit im Homeoffice. ;)

    Gruß,
    Michael

  10. zu Punkt 5 halte ich es persönlich für einen Fehler zuerst die Mails zu checken.
    Wenn ich etwas planen kann, dann ist es der Beginn des Tages. Und genau da erledige ich die ersten grossen Brocken / Aufgaben um meine persönlichen Ziele zu erreichen. Diese plane ich meist am Abend zuvor.
    Frühestens zur Mittagspause werden das erste Mal die Mails gecheckt und beantwortet…

  11. Ja, sehr schöner, anregender Artikel. Arbeiten im Homeoffice gilt ja häufig als unproduktiv. Es erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Fokussierung. Mir haben drei Dinge geholfen:

    Über S.M.A.R.T. Ziele definieren und auf Wochen, Tage, Stunden runterbrechen, stündlichen Gong einrichten mit “timi” – sich dann fragen: “Bin ich produktiv oder lenke ich mich ab” und/ oder mit “TimeEdition” komplette Projektverwaltung speichern, Trampolin (ohne Federn), um in 10 Minuten wieder aufzutanken.

  12. Ein Teil der Tipps ist nicht nur für Homeoffice geeignet. Frische Luft schnappen, nicht ablenken lassen, Blumen als Luftfilter etc. – das sind Empfehlungen für jeden Büroarbeitsplatz. Trotzdem sind auch sie lesenswert und für den Arbeitsplatz zu Hause umsetzbar. Für mich ist die heimtückischste Falle die, dass ich zum Schein verfügbar bin – für klingelnde Nachbarn, für den Paketboten, für die Familie, für private Telefonanrufer. Ich habe für mich beschlossen, mich nicht ablenken zu lassen. Anrufbeantworter on, Türklingel missachten und der Familie einbläuen, dass eine geschlossene Arbeitszimmertüre nur von mir geöffnet werden darf. Eine Ausnahme genießt die Katze. Sie darf die Katzenklappe in der Zimmertüre nützen. Wenn Sie neben mir schnurrt, kann ich mich sowieso am besten konzentrieren.

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