Sprachen lernen:
Spanisch in 30 Tagen – wirklich?

Wie Anfang Jahr angekündigt, wollte ich in 30 Tagen Spanisch lernen. Aber nicht in einem Kurs, sondern gemütlich zu Hause mit Hilfe eines Sprachen-Lern-Sets von Langenscheidt. Ob das Set was taugt?

Schon vor längerer Zeit ist mir dieses Set von Langenscheidt (Affiliate-Link) aufgefallen, und doch konnte ich mich nie durchringen, es auch zu kaufen. Weil mich das Versprechen, in 30 Tagen Spanisch zu lernen, nicht überzeugte. Als Neujahrsvorsatz investierte ich dennoch die 31.90 Franken für das Set, das zwei Audio-CD’s und ein Buch umfasst.

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Das verspricht Langenscheidt

«Spanisch in 30 Tagen. Der kompakte Sprachkurs – leicht, schnell, individuell. In 30 klar gegliederten Lektionen mit Themen aus Alltag, Reise und Beruf lernen Sie Schritt für Schritt Spanisch. Für Anfänger und Wiedereinsteiger. Der Kurs führt zu Niveau A2.» Das heisst, man kann sich in verschiedenen alltäglichen Situationen auf Spanisch verständigen.

Und das sag ich

Damit sich niemand falsche Hoffnungen macht, sollte ich vielleicht noch anmerken, dass ich vor neun Jahren mal einen Spanisch-Kurs besucht habe und danach vier Wochen in Mexiko rumgereist war und mich gut verständigen konnte. Grundkenntnisse sind also vorhanden. Fakt ist aber auch, dass ich seither nur noch ganz selten Spanisch gesprochen und letztes Jahr in Kolumbien grosse Schwierigkeiten hatte, ganze Sätze zu formulieren und mir geschworen hab, meine Spanisch-Kenntnisse aufzufrischen.

Aufgeben gilt nicht

Das Buch ist aufgeteilt in Basics, Alltag, Reisen und Beruf. In der ersten Lektion lernt man bei einem vermeintlich einfachen Dialog die Begrüssungsformeln und sowie das Verb «sein». Einige Wörter verstehe ich jedoch überhaupt nicht und das trotz meiner Vorkenntnisse. Als Anfängerin wäre ich hier total überfordert und würde das Ding nach 15 Minuten in die Ecke schmeissen. Aber aufgeben gilt nicht, weiter geht’s zu Lektion 2 und 3. Vor allem die CD’s sind wertvoll, weil man die Dialoge immer wieder anhören und nachsprechen kann und so auch die Aussprache trainiert. Jede Lektion beinhaltet diverse Übungen, Wortschatz und einen kleinen Grammatikteil. Ich hangel mich also von Lektion zu Lektion und die Freude an der Sprache kehrt langsam zurück – immerhin!

Nach jedem Abschnitt kommt es zum Zwischentest. Eine gute Möglichkeit zur Standortbestimmung. Den ersten Zwischentest habe ich hinter mir – und bestanden! Nun geht’s weiter mit den Alltagsthemen wie Restaurant, Freunde treffen etc. Zwei Wochen später bin ich beim Thema Reisen und verstehe schon sehr viel. Mit dem Sätze bilden hapert’s noch, das trainiert man halt doch am Besten vor Ort und mit Muttersprachlern. Weitere zwei Wochen später dann endlich die Erlösung – ich bin bereit für den Abschlusstest. Und den habe ich mit dem Prädikat «gut» bestanden.

Der innere Schweinehund

Das gute Ergebnis auf Papier bescheinigt aber noch lange nicht, dass ich nun Spanisch kann. Dazu fehlt das Sprech-Training vor Ort. Zudem hat man hier immer auch die deutsche Übersetzung und kann jederzeit nachschauen. Den Kauf bereue ich trotzdem nicht. Wenn es schon nicht das ultimative Sprach-Lern-Tool ist, dann fördert es immerhin die Selbstdisziplin und die Eigenmotivation. Zugegeben, ich musste des Öfteren den inneren Schweinehund überwinden. Zu gross war die Verlockung, meine spärliche Freizeit für etwas Spannenderes zu nutzen. Und da kommt einem plötzlich alles andere interessant vor. Falls du also nicht nur deine Fremdsprachenkenntnisse sondern auch deine Disziplin und Durchhaltevermögen steigern möchtest, Langenscheidt unterstützt dich dabei.

Fazit

Das Set ist gut für Wiedereinsteiger, die ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen möchten. Obwohl das Set laut Hersteller auch für Anfänger konzipiert wurde, empfinde ich das Frustpotenzial als zu hoch. Anfänger sind in einem «richtigen» Kurs sicher besser aufgehoben. Abschliessend muss ich auch für mich sagen, das Lernen in der Gruppe macht halt doch mehr Spass.

» Langenscheidt Spanisch in 30 Tagen: Der kompakte Sprachkurs – leicht, schnell, individuell. (Affiliate-Link)

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Bild: Seth Anderson bei flickr.com (BB CY 2.0)

 

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9 Kommentare

  1. Wie viel Zeit hast du denn pro Tag investiert?

  2. Hallo Corinne

    ich bin Lerntrainerin und unterrichte seit 18 Jahren auch Erwachsene, die Fremdsprachen lernen möchten.
    Seit 15 Jahren unterrichte ich nach der Methode von Vera F.Birkenbihl und kann das nur empfehlen.
    Man braucht keinen Präsenz-Sprachkurs, sondern nur diese Methode und Material, mit dem man genau das lernt, was man möchte
    Ich habe damit in 3 Monaten Spanisch gelernt und zwar ohne Frust. Jetzt beginne ich mit Isländisch :-)

    Herzliche Grüße
    Angelika Stein

    • Hallo Angelika

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Die Methode hört sich vielversprechend an. Schaue ich mir gerne mal näher an.

      Viel Erfolg und Spass beim Isländisch lernen :)

      lg
      Corinne

  3. danke für den Bericht…meiner Erfahrung nach ist es erstmal nicht so schlimm, wenn man nicht gleich alles versteht oder kennt…das Gehirn ist erstaunlich fähig sich weiterzuentwickeln und später Zusammenhänge herzustellen … (lese gerade ein super interessantes Buch von Norman doidge: “The brain, that changes iteself” – was immer wir lernen, verändert physisch unser Gehirn – bis ca. zum 8 Lebensjahr sogar so sehr, dass wir ohne Akzent sprechen können)

    allerdings ist das mit der Disziplin so eine Sache (ich habe immer erst zur Klausur gelernt) – ich werde mir deshalb auch mal den Birkenbihl Kurs ansehen lieber

    Danke für die Info

    Daniel

  4. Hej

    vielleicht wäre ja eine Online-Sprachstunde mit einem Mutterstprachler eine gute Ergänzung?

    wie z.B. hier:
    http://www.glovico.org/

    Saludos
    Jacob

  5. Hej Corinne,

    ich bin selbst begeisterter Sprachenlerner und Sprachtrainer (u.a. nach der Birkenbihl-Methode).

    Gegen den vielzitierten “inneren Schweinehund” empfehle ich meinen Sprachstudenten, das Lernen mit einer Handlung zu verknüpfen, die man sowieso täglich ausführt – bei mir beispielsweise Zähneputzen;-) und Autofahren.

    Das hat den Vorteil, dass man nicht lange darüber nachdenkt, ob man gerade Lust hat etwas zu tun oder lieber doch nicht, sondern es einfach tut, weil man es immer tut. Das Ganze wird also automatisiert.

    Gut ist auch, wenn man einfach anfangen kann, z.B.
    - das Buch offen auf dem Esstisch liegenlassen oder
    - die Playlist im MP3-Player mit 1 vor dem Titel speichern, damit sie ganz oben erscheint oder
    - das Webradio als Bookmark speichern …

    LG
    Theresa

  6. babbel finde ich auch ziemlich gut. Solltest mal probieren

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