Kommunikation und Effizienz fördern:
Laut lachen, produktiver arbeiten

Lachen macht produktiv. Das tönt nach Binsenweisheit, lässt sich aber inzwischen auch wissenschaftlich untermauern.

Lachen wirkt ansteckend. Der Grund dafür sind Spiegelneuronen, wie Thomas in diesem Artikel zeigt. Aber Lachen kann vielleicht noch mehr: Nämlich die Produktivität steigern. Denn tatsächlich gelten humorvolle Menschen als besonders leistungsfähig, flexibel, kontaktfreudig, erfolgreich und gesund. In Stresssituationen erweisen sie sich als belastbarer. Freude an der Arbeit fördert das körperliche und psychische Wohlbefinden. Wir kennen das alle: Wenn wir gut gelaunt und mit Spaß bei der Arbeit sind, dann läuft es wie geschmiert. Wenn wir hingegen griesgrämig und grübelnd dasitzen, geht es bedeutend schleppender voran. Außerdem kann ein kräftiges Lachen helfen, Stress abzubauen und dadurch Gesundheit und Leistungsfähigkeit verbessern.

Komödien fördern die Durchblutung

Das ist auch wissenschaftlich erwiesen: Im Rahmen einer Studie zeigte Michael Miller vom University of Maryland Medical Center in Baltimore 20 Testpersonen in einem Abstand von zwei Tagen jeweils einen Ausschnitt aus einer Komödie und einem Kriegsdrama. Vorher und nachher überprüften sie per Ultraschall die Durchblutung der Hauptschlagader des Oberarms. Die meisten hatten nach Ansicht der Komödie eine erhöhte Durchblutung, während die Mehrheit nach dem Kriegsdrama eine schlechtere Durchblutung hatte. Daraus folgerten die Forscher, dass Lachen dazu beiträgt, das innerste Gewebe der Blutgefäße, das sogenannte Endothel, gesund zu halten. Durch das Endothel wird der Blutfluß und der Innendruck der Blutgefäße reguliert.

Weitsichtiger denken

Auch der Harvard-Psychologe Daniel Goleman schreibt in seinem Buch Emotionale Intelligenz (Affiliate-Link) über die produktivitätsfördernde Wirkung von Gelächter. Seiner Meinung tragen Lachen und Begeisterung dazu bei, weitsichtiger und komplexer zu denken, freier zu assoziieren und gedankliche Beziehungsgeflechte zu entdecken, die sonst verborgen bleiben würden. Das Lachen erschließt so neue Denkdimension. Somit sei das Lachen nicht nur im kreativen Bereich, sondern auch bei der Folgenabschätzung wichtiger Entscheidungen eine wichtige Hilfe.

Linus Torvalds, Begründer der Linux-Software, sieht in Spaß und Lachen unerlässliche Voraussetzungen für gutes Programmieren. «Die Leute müssen Quatsch machen dürfen», so Torvalds. Vielleicht hat er deshalb einen Pinguin als Symbol für seine Software gewählt?

Tipps für ein humorvolles Leben

Um noch einmal zurück zum Anfang des Artikels zu kommen: Durch den Nachahmungseffekt, denn Lachen auslöst, verbessert es auch Kooperation und Teamgeist. Gemeinsames Lachen schafft dabei ein Wir-Gefühl. Und natürlich tut es auch der Kommunikation innerhalb unter Kollegen gut, wenn man freundlich und humorvoll miteinander umgeht, statt sich griesgrämig anzuschauen.

Was also tun? Experten empfehlen, jeden Tag 15 Minuten laut zu lachen. Auch ein künstliches Lachen hat dabei positive Effekte. Wer das alleine nicht hinbekommt, kann Humorseminare oder Lach-Yoga-Kurse besuchen.

Artikelbild: Eric Heunthep bei flickr.com (CC BY 2.0)

 

Simone Janson

Simone Janson ist Kolumnistin für DIE WELT und betreibt mit über 100 Fachleuten das Blog http://berufebilder.de, laut ZEIT ONLINE eines der meistgelesenen Blogs für Beruf, Bildung und Karriere in Deutschland. Sie ist Kooperationspartner des F.A.Z.-Instituts, Beraterin und Referentin für Agenturen und Unternehmen wie die Deutsche Bahn, die Bundeswehr, Ärzteverbände oder diverse Hochschulen.

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  1. [...] Bild: Flickr/marc kjerland, via imgriff.com [...]

  2. [...] Lachen ist die beste Medizin, sagt man. Auch bei chronischer Arbeits-Unlust. Kein Wunder, das Lachen produktiver macht – ein Aspekt, der nun auch wissenschaftlich belegt wurde. An der University of Maryland Daraus entdeckten Forscher, dass Lachen dazu beiträgt, das innerste Gewebe der Blutgefäße, das sogenannte Endothel, gesund zu halten. Zudem wird Lachen auch ansteckend und der Grund dafür sind Spiegelneuronen, wie uns Thomas Mauch. Meinen vollständigen Artikel zum Thema gibte es jedenfalls bei imgriff.com. [...]

  3. [...] Lachen ist die beste Medizin, sagt man. Auch bei chronischer Arbeits-Unlust. Kein Wunder, das Lachen produktiver macht – ein Aspekt, der nun auch wissenschaftlich belegt wurde. An der University of Maryland Daraus entdeckten Forscher, dass Lachen dazu beiträgt, das innerste Gewebe der Blutgefäße, das sogenannte Endothel, gesund zu halten. Zudem wird Lachen auch ansteckend und der Grund dafür sind Spiegelneuronen, wie uns Thomas Mauch. Meinen vollständigen Artikel zum Thema gibte es jedenfalls bei imgriff.com. [...]

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