Produktives Arbeiten mit Social Media II/II:
8 Tipps für effizientes Arbeiten

Computer und Software sollen uns helfen – also sollten wir uns nicht von Smartphones und E-Mails knechten lassen. Eine kleine Anleitung zum emanzipierten Arbeiten.

Es gibt Menschen, die können ohne Social Media nicht mehr leben. Und das nicht, weil sie süchtig geworden sind, sondern weil Social Media-Tools fester Bestandteil ihrer beruflichen oder privaten Kommunikation geworden sind. Die Hamburger Personal- und Social-Media-Agentur Atenta beispielsweise wickelt ihre gesamte interne Kommunikation über das Microblogging-Tool Yammer ab und nutzt Facebook-Gruppen fürs Projektmanagement. Jan Rothenberger hat vor einigen Tagen hier beschrieben, wie unser Verlag, die Blogwerk AG, Social Media für die tägliche Arbeit einsetzt.

Aber auch private Geburtstagseinladungen, Partys oder treffen mit Freunden werden von vielen Menschen zum Beispiel über Facebook-Einladungen organisiert. Weil es schneller und praktischer ist, als ständig E-Mails hin- und herzuschicken. Trauriger Nebeneffekt: Wer nicht bei Facebook ist, bekommt davon einfach nichts mit.

Mit technischen Tools lassen sich zum Beispiel auch E-Mails intelligent verwalten – etwa mit Courteous.ly, ein Service den Thomas hier bei imgriff beschreibt. Wenn ich den Service, der bislang ohnehin nur mit Google-Mail, funktioniert, selbst nicht nutze, gefällt mir doch die Idee, Nachrichten nicht einfach rauszuhauen, sondern sich vorher zu «erkundigen», ob es dem Empfänger jetzt gerade passt. Sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Aufzählen könnte man sicher noch viele weitere Tools – mir geht es eher um einen generellen Überblick: Wie arbeiten wir effizient mit Social Media? 8 Tipps im Überblick!

Tipps fürs effiziente Arbeiten mit Social Media

  1. E-Mails und persönliche Nachrichten sind immer noch der größte Zeitfresser. Wer ständig mit Lesen und beantworten beschäftigt ist, gerade auch unterwegs, stresst nicht nur sich selbst, sondern unterbricht auch immer wieder seine Konzentration. Was hilft: E-Mails nur ein oder zweimal am Tag checken. Oder gleich einen No-E-Mail-Day einführen. Und: Wer keine E-Mails auf dem Handy haben möchte, sollte auf ein Smartphone verzichten.
  2. Benachrichtigungen ausschalten: Ständig blinkt es irgendwo am Computer, das Smartphone piepst bei jedem E-Mail-Eingang. Nervig! Stellen Sie alles ab. Vor allem auch die Benachrichtigungsfunktionen in Sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook, die Standardmäßig bei jeder noch so unwichtigen Aktivität Ihrer Freunde E-Mails senden.
  3. Leerlaufzeiten nutzen: Smartphones mögen aufgrund der ständigen Erreichbarkeit nervig sein, aber um Leerlaufzeiten, z.B. im Wartezimmer, zu nutzen, um mal schnell die neusten Tweets zu lesen oder doch E-Mails sind sie Gold wert.
  4. Vergessen Sie das protestantische Arbeitsethos: Zwar will der Mensch immer alles fertig bekommen, aber in Social Media geht das einfach nicht. Manches muss auch unkommentiert und unbeantwortet bleiben.
  5. Pausen einplanen. Unbedingt. Wer sich ständig unter Dauerstress setzt, bekommt gar nichts mehr auf die Reihe.
  6. Fassen Sie Ihre Kommunikation mit möglichst wenigen Online-Diensten und Software zusammen, die verschiedene Social Media Konten abdecken – z.B. mit wie Hootsuit oder TweetDeck.
  7. Keep it simple: Nutzen Sie Software und Webdienste, die möglichst wenig Benachrichtigungen versenden und einfach zu handhaben sind. Übersichtlichkeit geht vor Coolness.
  8. Egoistisch sein: Wenn andere User sie mit unwichtigen Informationen, Nachrichten, Mails usw. nerven, verbannen Sie diese auch einfach mal aus Ihrer Timeline oder Freundesliste. Das ist nicht immer schön, aber es geht manchmal nicht anders.

(Bild: Karl-Ludwig Poggemann bei flickr.com, CC BY 2.0)

 

Simone Janson

Simone Janson ist Kolumnistin für DIE WELT und betreibt mit über 100 Fachleuten das Blog http://berufebilder.de, laut ZEIT ONLINE eines der meistgelesenen Blogs für Beruf, Bildung und Karriere in Deutschland. Sie ist Kooperationspartner des F.A.Z.-Instituts, Beraterin und Referentin für Agenturen und Unternehmen wie die Deutsche Bahn, die Bundeswehr, Ärzteverbände oder diverse Hochschulen.

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6 Kommentare

  1. Ich suche immernoch einen E-Mail-Client, bei dem ich simpel einstellen kann, von welchen (wenigen) Leuten ich sofort jede Mail sehen will – und von wem nur jede Stunde.

    Gibt es das tatsächlich nicht – oder übersehe ich solch ein Feature nur…?

    • Mit Google mail kannst du die einen Positiv-”Spam”-Filter einrichten. Du kannst Mails als wichtig einstufen und dir nur diese anzeigen lassen. Das sind bei mir die Mails, die mich jederzeit stören dürfen und die ich jederzeit erledige, erledigt ist erledigt…

  2. Genau diese Funktionalität kenne ich nicht aber du kannst die Emails von den gewollten Leuten in einen separaten Ordner filtern und dich nur dann via Popup oder ähnliches benachrichtigen lassen wenn in diesem Ordner eine Email ist.. denke mal das sollte sowohl mit outlook als auch via thunderbird gehen

  3. Die Funktion sollte mit googlemail relativ einfach erfüllbar sein. neben dem posteingang gibt es einen priorisierten posteingang. Zwei wochen lang die mails markieren nach wichtig weniger wichtig und der rest läuft von selbst.

    Falls du deine adresse woanders hast, googlemail ist ein vollwertiger mail client wo du deine derzeitige adresse mit pop3 und smtp einbinden kannst!

  4. Googlemail, das ich für alle meine Konten in beschriebener Weise nutze, ist mir bei der Prioisierung leider noch nicht genau genug… Und bei Outlook etc. besteht das Problem, dass ich die Mails ungerne physisch umsorteieren möchte. Dacnke aber!

  5. Ich bin kein Social Freak. Es gibt Leute, die mehrmals im Tag etwas posten. Das Wenigste davon interessiert. Und dass es immer wieder mal passiert, dass jemand per FB zum Geburtstagsfest einlädt und dann steht eine Schlange von Menschen vor der Tür, ist bekannt. Ich habe mehrere Email-Konten. Auf einem bekomme ich Rechnungen gesandt, auf einem anderen schreiben Freunde und Bekannte und auf einem dritten habe ich die Abos, die ich lösche, wenn’s zu viel wird.

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