Polychron oder Monochron:
Wie tickt Eure innere Uhr?

Monochron oder Polychron? Am liebsten von beidem etwas, denn beide Veranlagungen haben ihr Gutes. Gregor hat einen inoffiziellen Selbsttest für Euch zusammengestellt.


Die Zeit läuft (Bild: iStockphoto)

Die Zeit läuft (Bild: iStockphoto)

Vor einiger Zeit gab’s bei Imgriff Ratschläge zum Thema Pünktlichkeit (Link zu Rechtzeitig an Ort und Stelle – aber bitte streßfrei und Zeit als kontinuierlicher Fluss oder planbare Struktur). Wie die Kommentare seinerzeit zeigten, ist das so eine Sache mit dem Erteilen von Ratschlägen: Sie sind generell einfacher zu geben als zu beherzigen. Zeit wird eben von uns allen unterschiedlich empfunden – wir sind entweder polychronisch oder monochronisch veranlagt. Woran erkennt man aber nun, wie man selber tickt?

Der inoffizielle Test Deiner monochronischen/polychronischen Veranlagung

Die Einteilung nach monochronisch/polychronisch beruht darauf, wie die jeweiligen Menschen arbeiten: eine Aufgabe gleichzeitig (monochronisch), mehrere Aufgaben gleichzeitig (polychronisch). Um heraus zu finden, ob Zeit für Dich eher ein loser Strom (polychronisch) oder eine fest strukturierte Größe (monochronisch) ist, beantworte die folgenden Fragen mit Ja oder Nein.

Wie monochronisch veranlagt bist Du?

  1. Magst Du es, Dich mit einer einzigen Sache zu beschäftigen?
  2. Konzentrierst Du Dich sehr stark auf Deine jetzige Aufgabe?
  3. Nimmst Du zeitliche Zusagen sehr ernst?
  4. Fühlst Du Dich Deinen Aufgaben mehr verpflichtet als Deinen Kollegen?
  5. Hältst Du Dich sehr genau an den Plan?
  6. Bist Du darauf bedacht, andere nicht zu stören?
  7. Zeigst Du großen Respekt vor fremden Eigentum und leihst Dir ungern etwas?
  8. Legst Du Wert auf prompte Entscheidungen in Meetings?
  9. Sind für Dich knappe Beziehungen zu Mitmenschen in Ordnung?

Wie polychronisch veranlagt bist Du?

  1. Magst Du es, viele Sachen gleichzeitig zu tun?
  2. Lässt Du Dich leicht ablenken und unterbrechen?
  3. Betrachtest Du zeitliche Zusagen eher als ein Ziel denn als quasi-juristischen Vertrag?
  4. Fühlst Du Dich mehr Deinen Kollegen und Beziehungen zu Ihnen verpflichtet als Deiner Aufgabe?
  5. Änderst Du Pläne oft und zwanglos?
  6. Sind für Dich Verpflichtungen Deiner Familie gegenüber oft wichtiger als Arbeitsbelange?
  7. Ist für Dich Intimität mit Freunden oft wichtiger als deren Privatsphäre?
  8. Borgst Du Dir oft Sachen aus?
  9. Hängt es bei Dir von der Beziehung zu Menschen ab, wie prompt Du sein kannst?
  10. Sind für Dich lebenslange Beziehungen zu Mitmenschen sehr wichtig?

Je nachdem, wo Du öfter mit Ja antwortest, liegt Dein Schwerpunkt. Natürlich gibt es Situationen, in denen wir in bestimmte Rollen gedrängt werden. Die traditionelle Rolle einer Frau in einer Familie mit Kindern ist deutlich polychronisch geprägt, die Geschäftswelt mit ihren Deadlines und Terminen eher monochronisch.

Ich bin polychronisch: Was bedeutet das?

Polychronisch veranlagte Menschen legen mehr Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen und kommen besser mit mehreren Aufgaben gleichzeitig klar. Aufgaben müssen sie nicht unbedingt planen, Sie ändern oft ihre Pläne, und machen die Schnelligkeit ihrer Entscheidungsfindung von ihrer Beziehung zu den betroffenen Menschen abhängig. Generell sind polychronisch veranlagte Menschen stärker beeinflusst von den Beziehungen zu ihren Mitmenschen. Das Kollektiv steht im Vordergrund, zwischenmenschliche Beziehungen sind stark hierarchisch geprägt (die Vergangenheit spielt eine Rolle). Termine sind nicht wirklich bedeutungsvoll, und deswegen auch nicht wirklich wichtig: Polychronisch veranlagte Menschen kommen deswegen oft etwas zu spät.

Ich bin monochronisch: Was bedeutet das?

Monochronisch verlangte Menschen sind sehr linear im Umgang mit Mitmenschen und bevorzugen es, sich nur einer Aufgabe gleichzeitig zu widmen. Sie wollen ihre Aufgaben zeitlich planen, damit sie wissen, wann sie was machen werden und wie lange: Wichtig ist ihnen die Kontrolle über den Terminplan zu behalten. Sie schotten sich beim Arbeiten gerne ab, ihre Entscheidungen hängen von konkreten Fakten ab und weniger von ihrer Beziehung zu den involvierten Personen. Sie sind stark beeinflusst von Rollen und Verantwortung. Individualität und Privatsphäre genießen einen hohen Rang, zwischenmenschliche Beziehungen sind von Gleichheit geprägt. Zeit ist sehr exakt bestimmbar und unterteilbar, deswegen halten sich monochronisch veranlagte Menschen sehr genau an vorgegebenen Zeiten und Termine. Wer sich nicht an diese Zeitfestlegungen hält, ist in ihren Augen respektlos.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Meetings zwischen Dir und polychronisch veranlagten Menschen öfter mal länger dauern als geplant. Sollte das für Dich und Deinen Zeitplan problematisch sein, bitte um Beendigung des Meetings unter Verweis auf andere Verpflichtungen und fasse das Erreichte zusammen. Falls nötig, bitte um eine Fortsetzung zu einem anderen Termin. Die Erwartungen polychronisch veranlagter Personen lassen sich gut managen, indem man sich entweder mehr Zeit fürs Meeting frei räumt oder die Ziele und den Zeitrahmen des gemeinsamen Meetings klarer definiert.

Flexibilität ist gefragt

Wenn Du Deine Aufgaben strikt nur nach einem Muster erledigst, also entweder stark monochronisch oder stark polychronisch arbeitest, verschenkst Du die Vorteile der anderen Sichtweise. Was die eine für einen unsauberen Schreibtisch hält, ist für den anderen das schnellste Wiedervorlage-System der Welt, das es ihm ermöglicht, in kürzester Zeit von Aufgabe zu Aufgabe zu wechseln (der Grad der Unordnung eines Schreibtischs hat nicht viel mit dem Intellekt zu tun und ist eigentlich nur ein Problem, wenn es Anzeichen eines versagenden Ordnungssystems ist).

Wenn polychronisch veranlagte Menschen von Aufgabe zu Aufgabe springen, sind sie oft mit neuem Elan bei der Sache und bringen neue Ideen mit. Die Aufgabe kann davon profitieren, ebenso wie vom ordentlich-gründlichen monochronischen Ansatz.

Das Web 2.0, vor allem in der Ausprägung auf modernen Smartphones, scheint polychronisch veranlagten Menschen zu liegen. Die Informationsflut aus Sozialen Netzwerken und Twitter lenkt monochronisch veranlagte Menschen eher ab, während polychronisch veranlagte Menschen sich besonders wohl fühlen dürften, wenn sie überall online sind. Zu vermuten ist, dass Menschen mit polychronischer Veranlagung sich vom Internet und seiner Informationsvielfalt angezogen fühlen (Link zu einer Studie aus Neuseeland).

Die Mischung macht’s

Ich selber würde mich als Mischung von monochronischen und polychronischen Tendenzen beschreiben:

  • ich mag es, meine Aufgaben zu erfassen und (lose) zeitlich zu planen
  • nichts stört mich so sehr, wie zu fühlen, ich sei nicht mehr Herr über meinen Terminplan
  • ich bin aber auch oft unpünktlich und finde daran nichts anstössig
  • ich bin sehr flexibel im Umgang mit Terminen: verlegen und verschieben gehört für mich dazu!

Wie schätzt Ihr Eure Veranlagungen ein? Und glaubt Ihr, es ist von Nachteil als Polychrom veranlagter Mensch in einer monochronischen Gesellschaft zu leben? Und umgekehrt? Hier ein paar Gedanken dazu von jemandem, dem es ähnlich zu gehen scheint (Harley Hahn):

«Although I live in a monochronic country, I know many polychrons. To my eye, they seem to enjoy their lives a lot more than the majority of monochrons, who live in a highly demanding world that rarely seems to let them relax and just be who they really are.

Perhaps being a polychron in a monochronic country isn’t all that bad. You get to watch all the busy bees around you, planning, scheduling, and working hard, making sure that the many things that need to be done are done and done on time, which means that you get all the advantages (and there are many) of living in a monochronic society.

Moreover, as long as you can finesse your way around the demands of punctuality and mandatory deadlines, you can work when you want to, on whatever it is that interests you at that moment. Since you don’t need to make an artificial distinction between your work and the rest of your life, you have no need to separate what you think from what you feel. Thus, you can live your life with a great deal of passion, much of which will find its way into your work.

No wonder I feel as if I am always on vacation!»

 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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8 Kommentare

  1. Also wenn ich das so lese sind streng polychronisch veranlagte Menschen die schlechteren Mitarbeiter. Sie halten zugesagte Termine nicht ein, leihen sich Sachen (und geben sie evt. nicht mehr zurück) und treffen Entscheidungen aufgrund von Sympathie für das Gegenüber statt aufgrund von Fakten.

  2. Hallo, ich finde man kann nicht entscheiden ob polychronisch oder monochronisch besser oder schlechter ist, es kommt doch auf die Situation an: Unpünktlichkeit wenn man einen bestimmten Flieger oder Zug gebucht hat, macht sicher keinen Sinn. Ein Meeting unpünktlich anzufangen, na ja…
    Ich halte das heutige leider überall anzutreffende und in Jobs angeblich notwendige Multitasking wesentlich mitverantwortlich für Stress und Abnahme von Arbeitsqualität. Leider sieht die Realität für viele Jobs heute so aus: Insbesondere für arbeitende Mütter mit Kindern! Man sollte man sich also verstärkt um Singletasking und monoschronischem Arbeiten bemühen! Keine einfache Sache!

  3. Ganz deutlich: es gibt kein besser und schlechter. Monochronisch veranlagte Nationen funktionieren genauso gut wie polychronisch veranlagte Nationen. Naja, man sagt, polychronisch sind die Länder näher am Äquator, nördliche Länder sind eher monochronisch… und die Staatsfinanzkrise der EU hat ja anscheinend ein Nord-Süd-Gefälle. Hmmmm.

    Liegt das vielleicht doch an deren polychronischer Veranlagung?

    ;-)

    PS: “;-)” soll heissen, dass es sich vermutlich um einen Scherz handelt.

  4. Hallo Gregor, kann sein dass ich zu “monochronisch” veranlagt bin aber ich finde schon, dass die polychronischen Mitarbeiter und Kollegen einem das Leben schwer machen können.
    Wenn ich z.B. in meinem Projektteam einen oder mehrere stark polychronisch veranlagte Menschen habe, aufgrund derer ständig Termine verschoben werden müssen, dann sieht man aussen (z.B. der Auftraggeber) einfach nur, dass “wir” schlecht sind, weil wir den zugesagten Termin nicht einhalten. Im schlimmsten Fall wird dann eine Vertragsstrafe fällig oder noch schlimmer der Kunde sucht sich jemand anderen. Was am Ende dann natürlich auch auf mich persönlich zurückfällt.
    Desweiteren habe ich wenige Hierarchiestufen über mir einen nach der obigen Erläuterung sehr polychronisch ausgeprägten Menschen. Dieser versteht sich persönlich mit einem anderen Kollegen sehr gut, der allerdings allseits bekannt fachlich alles andere als kompetent ist. Und dennoch darf die ganze Abteilung ständig die Sachen ausbaden, die der nicht kompetente empfohlen hat.
    Ich persönlich kann dem eigentlich wenig positives abgewinnen.

  5. @Philli: Es gibt aber Projekte, in denen das Miteinander wichtiger ist als die Einteilung von Zeit in 5-Minuten-Pakete. Es gibt Länder, die stark polychronisch geprägt sind, und obwohl es dort haufenweise Menschen gibt, die Flüge verpassen (was mir noch nie unter gekommen ist), fliegen die Flugzeuge im Linienverkehr, werden Fussballspiele angepfiffen, Wolkenkratzer gebaut und Projekte abgeschlossen.

    Eine Wertung, dass polychronisch oder monochronisch besser sei, ist genauso unmöglich wie das Urteil, Links- oder Rechtshänder zu sein ist besser. Es gibt in bestimmten Situationen Vorteile, in anderen Nachteile, aber letzten Endes würde ich niemanden feuern, weil er Linkshänder ist, genauso wenig wie ich jemanden feuern würde, weil er polychronisch veranlagt ist.

    Wie in diesem Artikel geschrieben, scheinen sich die Polychronischen anscheinend manchmal etwas glücklicher zu fühlen, und das nicht nur, weil alle anderen unter ihnen leiden. Aber, das hatte ich bereits mal in den Kommentaren zu den früheren Artikel ausgeführt, es scheint besser zu sein, als Polychroner in einem Monochronischen Land sich etwas Gedanken über die Bedürfnisse der anderen zu machen – und umgekehrt.

    Und genauso macht es Sinn, und das ist das eigentliche Ziel dieser losen Artikel-Serie, sich einfach bewusst darüber zu sein, dass es Menschen gibt, die Zeit anders betrachten und mit ihr anders umgehen als Du selber. Und wenn Du das verstanden hast, kannst Du vielleicht einige Konflikte vermeiden.

    Mehr wollte ich nicht erreichen, ich arme polychronische Sau in einem monochronisch veranlagtem Stall.

  6. Ganz unabhängig von der Diskussion, was gut oder schlecht ist und wer der bessere Mitarbeiter, finde ich es spannend, einfach die Unterschiede zu kennen.

    So kann ich mich jetzt nämlich in den Meetings besser darauf einstellen. Bisher war es nämlich so dass ich als eher monochronistisch veranlagter Mensch mich über die “Polychonisten” ärgere. Wenn man die Unterschiede kennt, dann kann man kreativer und sachlicher mit der Situation umgehen.

  7. Ob besser oder schlechter ist doch egal. Wenn man weiß, wie sein Gegenüber “tickt” kann man sich darauf einstellen und toleranter reagieren. Ich selber bin eine gute Mischung aus beiden (wenn ich den Test so sehe) und das kommt mir im Beruf zu Gute. Termine muß ich einhalten, sonst ist der Auftraggeber sauer und spontan Ideen in Meetings zu entwickeln ist äußerst effektiv.
    Danke aber für die Differenzierung, denn jetzt kann ich die Menschen in meinem beruflichen Alltag einfach besser verstehen und einschätzen – und das erleichtert vieles!

Ein Pingback

  1. [...] das die ganze Arbeit begleitet. Wie iterativ die Planung ausfällt, hängt sicher von der monochronen oder polychronen Veranlagung ab. Stärker monochron veranlagten Menschen wird es leichter fallen, einen Plan «durchzuziehen», [...]

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