Arbeitsplatz der Zukunft:
Mobil, sozial und Always-on

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist mobil und cloudbasiert; selbständig und flexibel arbeiten wir mit mehreren Communities und für verschiedene Auftraggeber. Eine der zentralen Fragen dabei: Gibt es noch eine Grenze zwischen Beruf und Privat?

«Wie ist Dein Arbeitsplatz der Zukunft?» hat Bianca Gade zum Auftakt einer Blogparade Mitte September gefragt. Internet-Bürger und Blogger wurden aufgerufen, ihre Vision der Arbeitszukunft aufzuzeichnen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie heute arbeiten und wie sie morgen gerne arbeiten würden. In allen Ecken des Internets, in Blogs und in Kommentarspalten sind über 20 Antworten zu der Frage veröffentlicht worden. Die Beiträge beleuchten allesamt ganz unterschiedliche Aspekte, die Autoren haben verschiedene Meinungen und Ansichten darüber, wie es morgen sein könnte.

Ein Thema, das in praktisch allen Beiträgen aufleuchtet, ist die zunehmende Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben – oder vielmehr die Frage, ob es diese Grenze braucht beziehungsweise ob es sie jemals gab. Viele Meinungen gehen dahin, dass es sich bisher schon um eine künstliche Grenze handelte – trotzdem brauchen wir Methoden und Kompetenzen, um nicht in der Arbeit unterzugehen.

Zwischen Freiberufler und Halbtagesstelle

Uwe Hauck spinnt den Faden auf seinem Blog Living The Future weiter und stellt das Bild seines Rucksackes gleich an den Anfang seines Posts. Klar: Mobilität steht im Vordergrund, Clouddienste sind die Grundsteine dafür. Gleichzeitig stellt er sich aber auch die Frage, ob er in Zukunft weiterhin 100% für einen Arbeitgeber tätig sein wird – oder doch eher in einer Zwischenform zwischen Freiberuf und Halbtagesstelle. Ein weiterer Punkt ist die Entgrenzung zwischen Beruf und Privat:

Schon heute kann ich Arbeit und Privatleben nicht mehr streng trennen und möchte es eigentlich auch nicht. Ich bin Informatiker, auch wenn ich das Büro verlasse und koordiniere schon heute dank Cloud Services Privatleben und Beruf elektronisch.

iPad in der Badewanne

Stefan Pfeiffer von IBM beschreibt seine Arbeit von heute. Er geht davon aus, dass seine Situation beispielhaft für die Entwicklung in vielen Bereichen ist. Das ist vermutlich korrekt, IBM gilt weitherum als Vorreiter im «Social Business». Er schreibt über den Einsatz sozialer Medien in der internen Zusammenarbeit, aber auch in Projekten mit Lieferanten und Partnern. Ein spannender Aspekt: Das Tablet ist bei Stefan zum primären Lesegerät geworden, für E-Mails, RSS und vieles mehr. Er liest damit sogar in der Badewanne. Gleich wie Uwe bringt auch Stefan einen Punkt zu bedenken: Das Ausschalten.

Andererseits muss sich jeder Nutzer von Smart Phones und Tablets fragen, wann man beruflich auch einmal «off» sein und will und welche quasi Erwartungshaltung auch die Vorgesetzten unterdessen schon haben. Es gibt sicher zu denken, wenn eine Telekom eine Richtlinie zum «Umgang mit mobilen Arbeitsmitteln außerhalb der Arbeitszeit» erlässt und damit die Mitarbeiter explizit auffordert, die Geräte in der Freizeit auszuschalten.

Das war’s für heute

Daniel Rehn ist Online-Journalist und arbeitet im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Online-PR. «Morgen komm ich später rein» ist seine Vision – ein Arbeitsplatz, der grösstmögliche Flexibilität und Zielorientierung unterstützt. Sein Agenturjob ist offenbar ziemlich hektisch und die Prozesse laufen nicht immer optimal. Aber: Es macht Spass.

Ich habe vor einiger Zeit in einem Interview mit dem geschätzten Kai Fischer gesagt, dass ich nicht an eine Work-Life-Balance glaube. Entweder, man hat Spaß an dem, was man tut, oder nicht. Dazwischen gibt es für mich nicht viel.

Die Abgrenzung zwischen Beruf und Zuhause ist ihm aber genau so wichtig. Den ganzen Spass nur im Büro zu haben, sei auch nicht der richtige Weg:

Manchmal muss man auch einfach mal Stifte und Projektunterlagen zur Seite legen und sagen «das war’s für heute». Diese Lektion habe ich mittlerweile gelernt.

Die Blogparade als Buch

Die Links zu den einzelnen Beiträgen finden sich bei Bianca in der Kommentarspalte; neben den drei hier erwähnten Blogpostings finden sich viele spannende und auch kontroverse Beiträge. Bianca plant, die gesammelten Artikel als kleines E-Book zu veröffentlichen. Ich freue mich darauf.

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1 Kommentar

  1. Erwin
    schrieb am 9. November 2011 um 12:27 Uhr (#)

    Alles noch recht hypothetisch
    Diese Art der Arbeit ist in der Mitte noch nicht angekommen weil sie vielen “Chef’s” zu suspekt ist im Bezug auf Kontrolle und Einflussnahme.Der normale Mittelstand braucht immer noch volle Schreibtische und rappelnde Telefone damit der Vorgesetzte meint es tut sich was.Man stelle sich mal vor der Abteilungsleiter kommt Morgens ins Büro und keine ist vorort……..

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