6Wunderkinder-CEO:
Ich schiebe nie Aufgaben vor mir her

Als CEO eines Unternehmens für Produktivitäts-Tools hat Christian Reber Vorbildfunktion. Gregor hat mit dem Erfinder von Wunderlist gesprochen.

Christian Reber

Christian Reber

Christian Reber ist der CEO des Berliner Startups 6wunderkinder. Weil ihr erstes Produkt, die kostenlose Aufgabenverwaltung Wunderlist, so gut ankommt, sind das mittlerweile mehr als sechs Leute bei 6wunderkinder. Jeder dort teilt dieselbe Mission, und zwar, uns alle produktiver zu machen.

Worin unterscheidet sich Wunderlist von anderen Task-Managern?
Christian: Andere Task Manager machen die Dinge oft unnötig kompliziert. Manchmal haben sie einfach zu viele Features, manchmal wirkt die Nutzeroberfläche unaufgeräumt und unübersichtlich. Wunderlist ist da das genaue Gegenteil. Wir beschränken uns auf die nötigsten Funktionen und eine saubere, intuitive Bedienbarkeit. Mit etwas so grundlegendem und wichtigem wie Aufgabenverwaltung sollte man sich nicht zusätzlich belasten. Mit Wunderlist lassen sich die täglichen Aufgaben verwalten und organisieren. Einfach, schön und ohne unnötige Ablenkungen.

Ein Vorwurf an den Ansatz von Wunderlist ist, dass es sehr gut geeignet ist, Aufgaben zu sammeln. Eigentlich geht es aber darum, Aufgaben abzuarbeiten. Wie unterstützt Wunderlist das?
Wunderlist ist wunderbar dafür geeignet Aufgaben zu sammeln und zu organisieren. Es erleichtert aber auch das Erledigen von Aufgaben. Man kann sich Benachrichtigungen einstellen und Push Notifications bzw. E-Mail Erinnerungen bekommen um nichts zu vergessen. Wir haben ein automatisches E-Mail System, das Erinnerungen verschickt, wenn Tasks überfällig sind. Außerdem haben die Apps Badges, die auf offene Aufgaben hinweisen, auch wenn man die App nicht geöffnet hat. Diese Dinge erleichtern das Erledigen von offenen Aufgaben.

Arbeitet ihr selber mit Wunderlist?
Natürlich. Wir benutzen bei unserer täglichen Arbeit Wunderlist, um unsere einzelnen Abteilungen zu organisieren und zusammen zu arbeiten. Um wirklich ein gutes Produkt anzubieten und daran zu glauben, muss man auch selbst damit arbeiten können.

Dann die Frage: Erledigst Du alle Deine Aufgaben regelmäßig oder gibt es auch Aufgaben, die Du lange vor Dir her schiebst?
Ich bin CEO einer Productivity-Company, ich schiebe nie Aufgaben vor mir her.

Wie viel Aufgaben enthält Deine Liste?
Zuviel um sie zu zählen.

Kannst Du sagen, welche Art von Aufgabe Du regelmäßig ignorierst?
Ich hab gewisse wichtige und weniger wichtige Aufgaben in meinem Kopf. Aber es gibt keine Aufgaben, die ich regelmäßig ignoriere.

Welche anderen Tools setzt ihr ein, um eure Arbeit in den Griff zu bekommen?
Zootool ist großartig um Fundstücke im Netz zu sammeln und Evernote hilft mir, mich an Sachen zu erinnern und den Überblick zu behalten.

Plant ihr, Wunderlist an diese Tools anzudocken?
Wir arbeiten daran, auch andere Tools mit unserer Software zu verbinden.

Was habt ihr über Task-Listen gelernt?
Wie schon gesagt, sind die meisten Task Manager zu kompliziert und hässlich. Ich kenne immer noch so viele Menschen, die einfach Stift und Papier nutzen. Warum sollte Software nicht auch genauso einfach und natürlich zu benutzen sein? Nur weil Software komplex sein kann, muss sie es nicht auch zwingend sein. Andere Task Manager sind einfach nicht für die Nutzer gemacht und scheitern daher schon von vornherein.

Was ihr bei eurer Arbeit über Aufgaben-Listen im allgemeinen gelernt habt: wie viel Aufgaben, wie kategorisiert, wie oft checken etc.?

Eine Sache die ich gelernt habe ist, dass man so etwas nicht pauschalisieren kann. Jeder arbeitet anders und an sehr unterschiedlichen Aufgaben. Jeder muss also seinen eigenen Weg finden. Ich denke Aufgabenlisten sollte man nicht zu lang werden lassen, da man sonst von der Masse der Aufgaben eher abgeschreckt wird. Je kleiner die Aufgaben sind, desto öfter bekommt man das Glücksgefühl beim Abhaken. Man sollte zudem keine Software verwenden, die die Art wie man arbeitet, beeinflusst. Die Software sollte nicht ablenken und sich an deine Bedürfnisse anpassen. Daran orientieren wir uns.

Zum Schluss: Was sind Deine drei Tipps, um Aufgaben zu formulieren?

  1. Direkt an eine bestimmte Person gerichtet.
  2. So präzise wie möglich.
  3. So kurz wie möglich.
 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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Ein Kommentar

  1. Eben genau weil weniger mehr ist, verwende ich inzwischen http://tomorrow.do/. Weniger geht wirklich nicht mehr und ich merke wirklich, wie ich damit produktiver werde.

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