Wochenend-Projekt:
Getting Things Done mit WordPress

imgriff.com-Leser Andreas Sturm hat sich seine Getting Things Done-Applikation selbst gebaut: Verblüffenderweise hat er dafür WordPress verwendet – ein Content Management System. Die Anleitung zum Nachbau hat er mitgeliefert.

In unserem Verlag arbeiten wir seit Jahren mit WordPress – wir publizieren Blogs damit. Ich weiss, wie stabil, vielseitig und einfach erweiterbar WordPress ist. Bloss wäre ich nicht auf die Idee gekommen, WordPress für das Aufgabenmanagement zu verwenden. Andreas zeigt, wie es funktioniert.

Aufgaben online verwalten, auf einem eigenen Server, mit ausgereifter und freier Software – und die Möglichkeit, ein Task Management nach der Getting Things Done-Methodik von David Allen abzubilden. Das waren die Anforderungen von Andreas an sein Tool.

Content Management System, umgedacht
Wordpress ist ein Open Source-CMS, das seit Jahren von einer weltweiten Community weiterentwickelt wird. Herausragend an dem Programm ist die schier unüberschaubare Menge an Plugins, kleine Programme, die die Grundfunktionalitäten von WordPress erweitern. Der ambitionierte Amateur kann so seine Installation ohne Programmierkenntnisse an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Andreas hat nun dieses CMS «umgedacht»: Ein Artikel, also ein Blogpost, kann genau so gut eine Aufgabe sein. Und die Kategorien eines Blogs kann man dazu verwenden, Aufgaben einzuteilen – also in eine Inbox oder eine Kategorie für das Projekt XY.

Tags werden zu Kontextlisten
Die Tags, die normalerweise dazu dienen, einen Artikel zu verschlagworten, könnten für die aus GTD bekannten Kontextlisten herhalten. Und das Publizierungsdatum auf WordPress für Artikel lässt sich für die Wiedervorlage verwenden. Einige Funktionen für ein Aufgabenmanagement lässt Andreas von Plugins erledigen, etwa die Terminierung oder die farbliche Kennzeichnung des Status einer Aufgabe. Diese Plugins sind in der Regel kostenlos und können in dem Backend von WordPress installiert werden.

Der Plan zum Nachbauen
Andreas hat das Projekt auf seinem Blog ausführlich dokumentiert. Ganz zum Schluss werden noch einige Eingriffe in die PHP-Files des Systems notwendig, die Andreas aber zeilengenau beschrieben hat – so dass auch ein Un-Geek wie ich die notwendigen Zeilen mit copy&paste ersetzen kann. Ein im wörtlichen Sinne reizendes Projekt: Mit Andreas’ Anleitung und etwas Einarbeitung in WordPress, schätze ich, könnte man sein GTD-System nachbauen. Sollte es also regnen…

 

Thomas Mauch

Thomas Mauch ist Mitglied der Geschäftsleitung des neuerdings.com-Verlags Blogwerk AG und interessiert sich für Gadgets. Oder so.

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4 Kommentare

  1. Super Idee. Auf die Idee bin ich noch gar nichtgekommen, obwohl wir selber schon WordPress für andere Zwecke umgebaut haben. Werde das gleich meinem Programmierer zeigen, bin sowieso unzufrieden mit meiner aktuellen Aufgabenverwaltung.

  2. Das ist wirklich mal eine neue Idee – gefällt mir sehr gut, vor allem, weil man das System auch überall verwenden kann .

  3. Eine gute Alternative zu GTD-Tools, wie man sie mit Things auf dem Mac hat. Der besondere Charme ist die Zugänglichkeit der Daten über unterschiedliche Geräte.

  4. Ich nutze WordPress schon seit einer Weile, um Notizen zu sammeln und zu verwalten. Ich brauchte ein Notizsystem, auf das ich ich von überall zugreifen kann, welches ich möglichst nicht erst neu lernen muss, das eine Strukturierung der Notizen ermöglicht und das vor allem passwortgeschützt ist. All das bietet WordPress ja bereits.
    Danke für den Artikel! Ich werde drüber nachdenken, wie ich mein Minisystem nun weiter in Richtung GTD ausdehnen kann.

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