John’s Phone im Test:
Eine Sache richtig machen.

John’s Phone ist ein Handy für Minimalisten. Kein Webbrowser, kein Terminkalender, keine Mail – noch nicht einmal SMS kann das Handy senden oder empfangen. Und das ist gut so – wir haben’s getestet.

von Frank Müller, Autor bei unserem Schwesterblog neuerdings.com

Ob Facebook, Twitter, Google+: Immer wieder liest man Klagen jammernder iPhone-Junkies, deren Gerät den Geist aufgegeben hat und jetzt in Reparatur ist. Wie soll man ohne Smartphone weiterleben können?

Soviel ist sicher: Es geht. Ich habe den Test gemacht und einige Wochen mit einem Telefon verbracht, das nichts kann außer telefonieren: John’s Phone. Im vergangenen Herbst wurde es angekündigt, inzwischen ist das Telefon auf dem Markt.

Vielleicht kann man John’s Phone am ehesten mit einem der Programme vergleichen, die ablenkungsfreies Arbeiten ermöglichen sollen; die den Internetzugang temporär kappen, alle anderen Programme ausblenden, damit man sich endlich mal nur auf eine Sache konzentrieren und die richtig machen soll.

John's Phone
Start im DisplayJohns Phone - schlichtes DisplayJohns Phone - Konzentration auf das WesentlicheJohns Phone - Anzeige der Freisprecheinrichtung
Johns Phone -  Freisprecheinrichtung

Mit John’s Phone kommt man nicht in Versuchung, ständig etwas im Internet zu checken, zu twittern und den Status bei Facebook oder Google+ zu aktualisieren. Auch SMS gibt es nicht. Wenn man eine Verabredung nicht einhalten kann, ist es nicht möglich, sich herauszulavieren, indem man mal eben schnell eine SMS schickt. Man muss schon anrufen. Das ist ehrlicher und geht oft sogar schneller, da man nicht drei bis vier Kurznachrichten von jeder Seite braucht, um einen neuen Termin zu finden. Anrufen, darüber reden, fertig. Es gibt keine Missverständnisse, kein «die SMS habe ich gar nicht gekriegt».

Umgekehrt wird man auch nicht durch das Gepiepse eingehender Nachrichten abgelenkt. Wenn es klingelt, ist es ein Anruf, bei dem man mit einem kurzen Blick auf’s Display entscheidet, ob man ihn in der augenblicklichen Situation annehmen kann (oder will).

Minutenlanges Auswählen der Klingeltöne, Hintergründe oder Bildschirmschoner? Gibt es bei John’s Phone auch nicht. Ein Klingelton, das war’s. Gerade mal zwischen stumm, leise und laut kann man wählen, die Vibration bleibt in jedem Fall eingeschaltet.

Das schlichte Handy ist in wenigen Minuten einsatzbereit, die zehn wichtigsten Nummern mit **Speichernummer*Telefonnummer# eingespeichert. Da es sich um das einzige Kommando handelt, kann man es sich problemlos merken.

Ja, und das war’s auch schon. Wer mich erreichen will, kann das per Skype oder IM tun, wenn er sieht, dass ich online bin. Und natürlich kann er (oder sie) mir eine Mail schicken oder mich anrufen. Aber keine SMS schicken.

Angesichts des geringen Funktionsumfangs ist der Preis für John’s Phone relativ hoch. Und sicher gibt es einige Handys, die ebenfalls nicht viel mehr können als telefonieren und günstiger sind. Was man bei diesem Minimal-Handy mitbezahlt, ist natürlich das selbstbewusste selbstgenügsame Image, die netten Animationen im Display und das schlichte, gelungene Design. Ob man das braucht, muss jeder selbst entscheiden.

Für Menschen, die einen Haufen Zeit darauf aufwenden, endlich das System zu finden, mit dessen Hilfe sie Zeit sparen, sich fokussieren und nicht mehr verzetteln, ist John’s Phone eine praktische Sache. Und womöglich ist dieser Schritt der erste in eine neue Richtung.

Vielleicht sollte man sich viel mehr Gedanken darum machen, ob man sich Dinge zulegt, die mit Eigenschaften überfrachtet sind, die man zwar mitzahlt, aber nie nutzt. Oder ob man Werkzeuge wählt, die vielleicht nur eine Sache können, die aber richtig gut.

John’s Phone erhaltet Ihr beim neuerdings.com-Sponsor MegaGadgets ab 79,95 EUR. Weitere Eindrücke zu John’s Phone in Franks Artikel bei neuerdings.com

 

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Ein Kommentar

  1. Genial, darauf hab ich gewartet. Einziger Wermutstroffen: Nur 10 Nummern Speicherplatz ist eindeutig zu wenig. :( Ein echtes Telefonbuch hätte schon drin sein können.

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