Schneller, besser und effizienter werden:
Datensammler als Selbstoptimierer

Kürzlich habe ich hier über das Ende des Zeitmanagements geschrieben: Weniger Effizienzsteigerung, mehr Gelassenheit durch ein selbstbestimmteres Leben. Nun habe ich in der Süddeutschen über die Anhänger der Quantified-Self-Bewegung gelesen und festgestellt: Es scheint Leute zu geben, die genau das Gegenteil tun: Mehr Effizienz durch Selbstoptimierung mit technischen Hilfsmitteln. Eine andere Zukunftsvision?

Auch wenn der Günder der Website Quantified Self, der  Journalist Gary Wolf  (der schon das Wired Magazin mitbegründet hat) in Berkley, Californien, lebt, neben San Fransico, der Keimzelle, scheint New York die heimliche Hauptstadt der Quantified-Self-Anhänger zu sein: Während die Mitgliederzahlen in anderen Städten zwischen 80 und 300 pendeln, gibt es in New York 650 Mitglieder. Und das passt auch ins Bild: New York ist die Stadt, in der kein Jogger je eine Pause an der Ampel einlegen würde (sondern auf der Stelle weitertrippelt), in der Obst und Salat in kleinen Portionen als Fast Food verkauft wird. Und es ist die Metropole, die sich auch sonst durch eine besonders rege Geschäftigkeit auszahlt, die sich spürbar auch auf den eigenen Pulsschlag auswirkt.

Die Freunde von Quantified Self glauben an “Self knowledge through numbers”:  Sie zählen Kalorien, die Zeiten, die sie beim Laufen für X Kilometer gebraucht haben, wann sie wo wieviel gegessen oder sogar mit wievielen Leuten sie geschlafen haben. Aktuell steht da zum Beispiel “Joost Plattel quantifies 67% of his life. His dataset from 2010 has 40,000 data points.” Hilfsmittel dabei sind Computer, Internet und vor allem Smartphones. In Deutschland gibt es offenbar noch keine Anhänger – wenn ich mir aber anschaue, welchen Zuspruch sich Selbst-Tracking-Apps wie Runtastic erfreuen, mit denen man zum Beispiel seine sportlichen Aktivitäten aufzeichnen kann, dürfte das nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das zu ändern beginnt.

Der Schritt zum perfekten Menschen?

Vordergründig geht es darum, Daten über sich zu sammeln, wie das auch Unternehmen wie Google tun. Gary Wolf wird mit den Worten zitiert, es sei nur fair, wenn man so viel über sich selbst wisse, wie es auch Google oder Facebook schon tun. Das hört sich harmlos an, doch eigentlich steckt mehr dahinter, denn die Selbst-Tracker sammeln ihre Daten nicht nur, um den Überblick zu behalten: Sie werten diese Daten auch aus und vergleichen sie miteinander. Das soziale Netzwerk Daytum hilft ihnen dabei. Wie steht auf der Startseite: DAYTUM HELPS YOU COLLECT, CATEGORIZE AND COMMUNICATE YOUR EVERYDAY DATA. Die Benutzer entscheiden sich, welche Daten Sie tracken und wie sie diese kategorisieren wollen. Aber das ist noch nicht alles: Angeboten werden auch verschiedene Methoden, wie sie diese Tracking-Ergebnisse darstellen könnten – etwa als Balkengrafik oder Tortendiagramm.

Genau an der Stelle fängt für mich die Sache an, bedenklich zu werden. Es leuchtet mir noch einigermaßen ein, dass jemand sich selbst gut kennen und sein eigenes Tun und Handeln möglichst nachvollziehen möchte. So wie manche Leute ein Haushaltsbuch über ihre Ausgaben führen, um nicht zu viel Geld auszugeben. Allerdings muss man sich auch hier schon fragen, inwieweit diese genaue Kenntnis die Handlungen dann beeinflusst. Wenn ich zum Beispiel jedes mal aufzeichne, wie schnell ich gelaufen bin, mache ich das nicht nur um das zu wissen: Ich will einfach besser werden. Das mag ein Ansporn zu Leistungsverbesserung sein. Wenn ich mich aber nur noch zwanghaft auf die Ergebnisse konzentriere, tritt das eigentliche Ziel, Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern, schnell in den Hintergrund. Es geht nur noch um die Verbesserung der Zahlen, kaum noch um die Sache selbst.

«Ich hab’ mehr als Du!» bis zur Depression

Dieser Effekt verschlimmert sich noch, wenn man die Ergebnisse nicht nur für sich behält, sondern auch noch mit anderen teilt. Klar kann man sich auf diese Weise auch gegenseitig Tipps geben, die vielleicht bei der Selbstoptimierung helfen. Aber letztendlich geht es doch, gerade wenn man klar zu beziffernde Zahlen miteinander vergleicht, nur um eines: Die Frage “Wer hat mehr?” Dieses Konkurrenzdenken kennen wir ja bereits aus anderen Sozialen Netzwerken – so gibt es z.B. für Google+ bereits Charts

Nun mag der Wunsch, sich mit anderen zu vergleichen, etwas zutiefst Menschliches sein. Anders gesagt: Konkurrenz belebt das Geschäft. Hinter Zahlen scheinen klare Aussagen zu stehen. Wie sinnvoll die aber sind, wird selten hinterfragt. Und viele lassen sich durch die ständige Vergleicherei in Sozialen Netzwerken unter Druck setzen. Das ist wie in dieser „Mein Haus, Mein Auto, Mein Boot“-Werbung: Wer feiert die meisten Partys, hat die meisten Freunde oder besteigt die meisten 8000er? In den USA ist daraus bereits ein neues Krankheitsbild entstanden, die Facebook-Depression. Behandelt werden Menschen, die in Sozialen Netzwerken weniger Freunde haben als andere und sich dadurch minderwertig fühlen.

Selbstoptimiert oder fremdbestimmt?

Mir scheint, wenn man nahezu sein gesamtes Leben in Zahlen bemisst und zum Vergleich freigibt, dann fehlt am Ende jede Rückzugsmöglichkeit, wenn es mal nicht so läuft. Denn niemand kann überall der Beste oder die Beste sein. Dauerneid und Dauerstress bis hin zum Burnout scheint fast zwangsläufig die Folge davon. Der selbstoptimierte Mensch ist also ganz weit weg von einem selbstbestimmten Leben, weil er bald nur noch dem Zwang, das Soll zu erfüllen, hinterherhechelt. Was für eine traurige Vorstellung!

Selbstoptimierung – das klingt verheissungsvoll, weil man auf diese Weise vermeintlich das Beste aus sich machen kann. Letztendlich ist dieser scheinbar perfekte Mensch aber der erste Schritt in die Abhängigkeit und ein fremdbestimmtes Leben, in dem man nur noch einem Ideal hinterherhechelt. So was möchte ich lieber nicht erleben!

 

Simone Janson

Simone Janson ist Kolumnistin für DIE WELT und betreibt mit über 100 Fachleuten das Blog http://berufebilder.de, laut ZEIT ONLINE eines der meistgelesenen Blogs für Beruf, Bildung und Karriere in Deutschland. Sie ist Kooperationspartner des F.A.Z.-Instituts, Beraterin und Referentin für Agenturen und Unternehmen wie die Deutsche Bahn, die Bundeswehr, Ärzteverbände oder diverse Hochschulen.

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11 Kommentare

  1. Ich glaube die primäre Motivation der Selbstoptimierern ist nicht, ihre Ergebnisse mit anderen zu teilen oder sie der ganzen Welt zu präsentieren, sondern anhand der Daten ihr Leben zu verbessern, oder auch nur zu analysieren.
    Solche Webseiten wie daytum.com enstehen einfach, weil es wirklich diese Exhibitionisten gibt, der Markt ist also da.

    Vielmehr entstehen Webseiten rund um die Quantified-Self-Bewegung um sich auszutauschen, es geht nämlich auch darum, die Daten möglichst einfach und ohne viel Aufwand zu erfassen und um Möglichkeiten diese später auszuwerten.

    Ich finde den Artikel auf SPON besser als den auf SZ.
    http://spiegel.de/netzwel…,1518,773834,00.html
    Dort sind auch einige Beispiele zu lesen, was die Leute mit den Daten erreichen, z.B. eine Verbesserung (bzw. Optimierung ;-)) der Gesundheit.

  2. Hallo Daniel,
    wenn man abnehmen will, macht die Sache vielleicht Sinn. Aber auch da gilt: Man muss es dann immer machen, um den entsprechenden Effekt zu erzielen. Der Artikel auf SPON ist etwas ausführlicher, aber mich persönlich überzeugt das nicht: Ich glaube, dass durch ständige Selbstvermessung einfach ein Stück Lebensfreude verloren geht. Aber jeder wie er mag. Vielleicht bin ich einfach ein zu großer Romantiker…;-)

    • Nein, das hat nichts mit Romantik zu tun – sondern mit Lebensfreude.

      Lifetracking hat dort seinen Sinn, wo es wie von Ivan beschrieben dazu beiträgt, die Lebenssituation zu verbessern. Das macht in meinen Augen Sinn, solange die Methoden sich dezent im Hintergrund halten und der Nutzen den Aufwand übertrifft. Ein gutes Beispiel, wie das, allerdings ohne die von Lifetrackern verfolgte Exaktheit, gelingen kann, ist z.B. die Diät-App Calorific. Andere Tools wiederum erfüllen den Anspruch auf Genauigkeit, sparen aber Zeit, indem sie weitgehend automatisch funktionieren (z.B. der von Ivan angesprochene FitBit und Zeiterfassungssoftware wie das von uns entwickelte TimeTac) und können dadurch zu sinnvollen Begleitern werden.

      Wichtig ist aus meiner Sicht, im Hinterkopf zu haben, dass Zahlen uns helfen können, aber nicht alles sind: Zurückblicken werden wir nicht auf Zahlen, sondern auf Erinnerungen.

  3. Ich würde mich nicht gerade als Anhänger bezeichnen, aber ich habe gewisse Sympathien für diese Bewegung.

    Es ist doch wie beim Zeitmanagement: Um etwas verbessern zu können, muss ich zuerst wissen, wo ich stehe und wo Verbesserungspotential vorhanden ist. Deshalb gibt es z.B. das Zeittagebuch. Für mich (und meine Kunden) ist das immer der erste Schritt.

    Natürlich darf man sich nicht nur irgendwelchen Zahlen unterwerfen, aber ich habe beispielsweise aufgrund meiner Aufzeichnung doch schon einige Dinge verbessern können, die mich gestört haben. Dank der Aufzeichnungen konnte ich präziser sagen, wo ich ansetzen will.

    Ein Beispiel:
    Ich notiere mir beispielsweise jeden Rappen, den ich ausgebe. Ende Monat analysiere ich die Zahlen und überlege mir, ob mir diese Ausgaben wirklich einen (subjektiven) Nutzen gebracht haben, oder ob es nur Ballast war. So konnte ich schon recht viel Geld sparen, aber eben gerade ohne auf etwas verzichten zu müssen, da ich einfach nur Ballast weglasse.

    Oder: Ich messe mit einem kleinen Gerät (einem FitBit) meine Schlafqualität. So kann ich recht präzise Rückschlüsse ziehen, welches Verhalten meinen Schlaf positiv oder negativ beeinflusst.

    Das finde ich nicht nur spannend, sondern hilft mir, gezielt Verbesserungen vorzunehmen. So kann ich meine Lebensqualität präziser und aufgrund von Fakten verbessern.

  4. Gerade musste ich an einen Peanuts-Cartoon denken. Snoopy schlittert auf einer Eisfläche und macht einen sehr zufriedenen Eindruck. Bis Lucy vorbeikommt und ihn darauf hinweist, dass das was er macht mit Eislaufen nichts zu tun haben kann. Snoopy hatte spontan die Freude verloren, da er bis zu diesem Zeitpunkt dachte, es würde ihm Spaß machen.

    Ich habe vor vielen Jahren meine Gewichte, Sätze und Wiederholungen der absolvierten Workouts aufgeschrieben und Kilometer und Durchschnittsgeschwindigkeit meiner Rennradtouren festgehalten. Es war schön, all die Zahlen rückblickend zu betrachten. Glücklich gemacht hat es nicht. Die Freude an der Sache geriet in den Hintergrund.

    Jetzt versuche ich so gut es geht gerade diese Dinge nach Gefühl zu machen; mein Körper gibt mir recht gute Rückmeldung darüber, was ihm gut tut. Ich muss nur hinhören.

    @ Ivan: Auch ich habe meine (privaten) Ausgaben – die geschäftlichen sowieso – in der Vergangenheit penibel erfasst. Mit dem Ergebnis, dass mir der Erfassungsaufwand schließlich zu hoch wurde und ich doch nicht mehr Geld in der Tasche hatte. Was allerdings sehr gut ist: In gewissen Abständen mal prüfen wo das Geld tatsächlich hingeht (Unterkunft, Auto, Lebensmittel).

    Ich glaube, eine Quantifizierung kann für viele Menschen eine gute Unterstützung in allen Lebenslagen sein. Solange sie kein Selbstzweck wird und alles andere in den Hintergrund gerät.

    Schließlich sind wir Menschen mit Emotionen und keine Maschinen;-)

  5. @Simone: Du schreibst dass “durch ständige Selbstvermessung einfach ein Stück Lebensfreude verloren geht”. Ich glaube eher, dass die Leute Spaß an der Datenerfassung habe und es ihnen noch mehr Lebensfreude bringt :-)

    Ich finde die Bewegung persönlich interessant (ähnlich wie die Minimalisten-Bewegung). Ich halte es dann aber wie Berthold: “Solange sie kein Selbstzweck wird”

  6. Interessante Bewegung. Aber ich finde so ein Erbsenzählen für das eigene Leben nicht ideal. Funktioniert erfahrungsgemäß weder beim Selbstmanagement noch bei anderen Dingen. Wer kennt nicht den Diät-Fanatiker, der seit Jahren versucht sein Gewicht runterzukriegen: Zählt fanatisch jede kcal aber kriegt es nicht hin (…weil bspw. die eigentlich hilfreiche Einsicht “Sport und FDH” vor lauter Zahlen nicht mehr erkannt wird…). Oder den Zeitmanager, der vor lauter Optimierung irgendwann vollgeschrieben Planbücher und perfekte Pläne aufgebaut hat – und trotzdem kaum etwas auf die Reihe gekriegt hat, weil er schlicht übersehen hat , dass die eigentliche Lösung das “Tun” ist (oder, noch besser, “keine Zeit mehr” hatte vor lauter Buchhaltung).

    Wie bei eigentlich allem: Wenn man es übertreibt gibt es keinen nützlichen Effekt mehr (oder nur für eine handvoll Menschen… siehe 4-Stunden-Woche und ähnliches) sondern Stress, Panik, Depression und… Zeitverschwendung.

    Wobei ich nicht sagen will, dass Zählen so allgemein falsch wäre. Nein ganz im Gegenteil, überhaupt keine Zahlen zu haben ist mindestens genau so fahrlässig (Verschuldung, vom Dringenden getrieben und so weiter).

    Das Schw*nzvergleichen ist eine typische Erscheinung in unsere Gesellschaft und es wundert wohl kaum, dass heute neben “Spritverbrauch”, “PS”, “BH-Größe der Freundin” und vielem anderen (Unsinn) eben auch verglichen wird, wie viele Schritte man von der Haustür zum Gästeklo hat ;)

  7. Die Diskussion hier zeigt, dass man nicht das Instrument und den Gebrauch davon verwechseln sollte. Ein Instrument oder eine Technik ist grundsätzlich neutral. Erst unser Gebrauch macht es zu etwas Gutem/Nützlichem oder eben nicht.

    Ich kann mit einem Hammer einen Nagel in die Wand schlagen, um ein schönes Bild aufzuhängen. Ich kann aber auch das Fenster vom Nachbarn damit einschlagen. Da kann der Hammer nichts dafür.

    Genauso ist es hier: Natürlich ist mit Kalorienzählen noch kein Kilo abgenommen. Natürlich ist mit einer ausgefeilten Aufgabenliste oder einem perfekten Projektplan noch nichts erledigt oder erreicht.

    Diese Instrumente können aber helfen, tatsächlich etwas zu erreichen. Ich finde es auch “lustig”, mit meinem FitBit zu messen, wie lange der Arbeitsweg ist. Deshalb nutze ich ihn aber nicht. Sondern um zu sehen, wie viel ich mich täglich bewege und ob ich die empfohlenen 10’000 Schritte pro Tag erreiche (Antwort: Bei Weitem nicht, wie ich erschrocken feststellen musste – dank dem FitBit). Jetzt baue ich bewusst mehr Bewegung in den Alltag ein.
    Das nur als Beispiel.

    • Diesen Kommentar kann ich nur unterschreiben. Wie und zu welchem Zweck wir etwas nutzen, ist der wesentliche Punkt. Manchmal sind es allerdings nicht die Methoden, an denen wir scheitern, sondern die Ziele, die wir (zu) haben (glauben).

  8. Ja Ivan, da ist sicher was dran. Viele Instrumente sind geeignet, um etwas zu erreichen, wenn die Anwendung entsprechend ist. Das Schöne an der Vielfalt ist, dass wir uns aber auch die Instrumente so aussuchen können, dass die Anwendung möglichst “einfach” ist – also die Anfälligkeit gegenüber Fehlnutzung, wenn wir das mal so nennen wollen, geringer ist.

    Hier im Artikel wird das ganz gut angesprochen: Statistik und Zählen sind immer mal wieder sinnvolle Instrumente aber das Übertreiben führt zu erheblichen Problemen (die werden hier nur angesprochen, in der Quelle sind einige konkreter benannt).

    Da frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, ein anderes Instrument zu wählen. Beispielsweise statt dem Zählen der kcal über Jahre hinweg lieber einen Weightwatchers-Kurs zu besuchen. Oder statt die Spritverbrauchsstatistik zu pimpen sich lieber einen Spritsparkurs beim ADAC zu buchen (und damit das Statistikführen sparen können).

    Ich sehe bei solchen Statistiken das Hauptproblem darin, dass die Leute sich in die Zahlen flüchten statt weiterhin an einer Lösung interessiert zu sein. Also lieber zu zählen statt beispielsweise zu lesen oder noch mal nachzudenken.
    Wenn es allerdings einfach Spaß macht oder man damit angemessen umgehen kann… dann machen ;)

  9. Hallo, danke für die tollen Kommentare, Beispiele und Tipps aus dem Alltag – z.B. die Feststellung, dass es nicht glücklich macht, das es aber z.B. sinnvoll ist, regelmäßig seine Aufgaben zu checken!
    Ich stelle fest: Das Thema polarisiert. Allerdings sind wir uns an einem Punkt alle einig: Man sollte es nicht übertreiben. Mirko hat am Ende etwas sehr schönes, wie ich finde, gesagt: Dass man sich dafür hüten soll, sich in die Zahlen zu flüchten, statt weiterhin das Problem zu lösen.

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