IOU:
Gemeinsam Geld verwalten

IOU («I owe you») ist ein Webservice, der das gemeinsame Verwalten von Ausgaben zwischen mehrere Parteien unterstützt und bei der Aufteilung der Kosten hilft.

von Mathias Vettiger, Account Manager bei Blogwerk AG, dem Verlag von imgriff.com

Wer wie ich seit Studienbeginn und jetzt als Erwerbstätiger in WGs wohnt, kennt das Problem: Frank zahlt die Stromrechnung, Andrea das Internet und Daniel hat die neue Zimmerpflanze rangeschafft. Alle geben Geld für andere aus und niemand möchte zu kurz kommen. Das heisst: Ausgaben müssen irgendwo erfasst und schliesslich aufgeteilt werden. Wir haben dafür Rechnungen gesammelt, Listen geschrieben, Formeln festgelegt – aber komfortabel war nichts davon. Hätte ich mich nicht so gut mit meinen Mitbewohnern verstanden, hätte dieses Abrechnen auf der Liste potenzieller Zwistverursacher wohl ganz oben gestanden.

Ausgaben erfassen und verteilen
Dann bin ich letzte Woche über IOU gestolpert. Die Idee dazu hatten Marc Brogli von der Universität St. Gallen und Jan Berchtold von der ETH Zürich, offenbar auch zwei von Mehrpersonenabrechnungen Geplagte. Dreh- und Angelpunkt einer Abrechnung ist ein «Pott», der sich auch ohne Registrierung erstellen lässt. Wer am Pott beteiligt ist, kann danach Ausgaben eintragen und diese in drei Variationen auf die anderen aufteilen: Gleichmässig, prozentual und als Fixbetrag. Zusammengefasst wird alles in der Ausgabenübersicht.

Ausgabenübersicht der (nicht fiktiven) WG «Buck 31»

Ausgabenübersicht der (nicht fiktiven) WG «Buck 31»

Ausgaben aufteilen
Der eigentliche Clou des Dienstes ist dann die Berechnung, wer wem wie viel Geld schuldet. Was bei uns in der WG immer in schlimmer Rechnerei ausgeartet ist, funktioniert hier auf Knopfdruck. Wie man sieht, erhalte ich von Kristian noch eine ganze Menge Geld. Die Schulden von Tom begleichen wir wohl mal mit einem grossen Bier.

Der «Wer schuldet wem»-Lösungsvorschlag von IOU

Der «Wer schuldet wem»-Lösungsvorschlag von IOU

Statistiken und PDFs
Wers genauer wissen will, kann sich die Ausgaben als Statistiken ansehen. Darin werden auch «Sieger» und «Verlierer» sowie «Bester Zahler» und «Bester Konsument» gekürt. Das sieht aus meiner Sicht zwar eher nach einem Artefakt aus, das dem Masterarbeitscharakter des Dienstes geschuldet ist, aber es soll ja Leute geben, denen Statistiken mehr Spass machen als mir. Der Pott kann zudem als (ziemlich hübsches) PDF heruntergeladen werden. Wer gerne ausdruckt und ablegt: So geht das sehr elegant.

Fazit
IOU ist einer der Dienste, bei denen ich erst jetzt merke, wie ich ihn über all die Jahre vermisst habe. Ausgaben eintragen und verteilen ist so viel angenehmer, wenn man sich nicht mit Excel-Listen und Taschenrechner herumschlagen muss. Die visuelle Umsetzung ist ansprechend, alles funktioniert, der Dienst ist kostenlos und ich freue mich über einen Webservice, der mein Leben ein klein wenig einfacher macht.

Tool Time: Wir stellen jeden Tag ein Software-Tool oder einen Webdienst aus dem Bereich Produktivität vor. Tipps gerne an tipps.imgriff (at) blogwerk.com.

 

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9 Kommentare

  1. Tolles Tool, mit einem Nachteil – es gelang mir nicht, eine Ausgabe hinzuzufügen, die ich zwar vorgestreckt habe, aber an den Kosten nicht mitzahle (sprich 0% oder 0€ for me).

  2. Liebe Tina,

    Man kann ohne Probleme beim Erfassen einer Ausgabe einen Konsumenten ausschliessen. Dazu klickst du einfach auf das [x] neben dem Namen im Bereich Konsumation. Somit ist der Teilnehmer nicht an den Kosten beteiligt (kann aber gleichzeitig als Bezahler fungieren). Wir wünschen dir weiterhin viel Spass mit IOU.

    Beste Grüsse,
    Marc

  3. Hallo Tina. Wenn du eine Ausgabe getätigt jedoch nicht davon konsumiert hast, kannst du dich als Konsumentin komplett von der Ausgabe entfernen (rotes Kreuz rechts von deinem Namen). Bei weiteren Fragen kannst du uns jederzeit über das Feedback-Formular auf der Webseite erreichen.

  4. danke! sehr schönes tool. werde ich auf jeden fall ausprobieren.

    das ganze gab es ja vor jahren schon unter billmonk.com. das problem [wie man in den billmonk-blogeinträgen und vorallem den kommentaren sehen kann] war dann leider, dass plötzlich alle daten verschwunden waren, niemand sich mehr einloggen konnte und vom team über einen längeren zeitraum keinerlei reaktionen kamen …

    insofern würde iou.ch [äh, i ouch?] gut daran tun, den nutzern eine langfristige sicherheit und zuverlässigkeit zu bieten und zu kommunizieren [gerade bei geld und freundschaften ...].

  5. Great, danke Marc & Jan!

  6. Zu diesem Zweck nutzen wir in unserer WG seit längeren http://www.roomiepla.net
    Sind sehr zufrieden damit, aber IOU werden wir uns auch mal anschauen.

    Danke für den Tipp!

  7. Bislang half eine Tabelle auf Google Docs. Muss geprüft werden.

  8. schön, dass man sich bei iou nicht anmelden muss. die urlaubskosten darüber abzurechnen ist bestimmt einfach.. für wg belange find ichs aber schwieriger.

    ps: @wgbewohner.. wir benutzen auch roomieplanet.com :)

2 Pingbacks

  1. [...] und Jan Berchtold von der ETH Zürich, offenbar auch zwei von Mehrpersonenabrechnungen Geplagte.Weiterlesen bei imgriff.com Twittern Flattr.flattr{margin-top:0px !important} /**/ [...]

  2. [...] Webdienst an den Start, um mit diesen Missständen aufzuräumen. Vor einiger Zeit hat Mathias IOU vorgestellt. Paycloud wurde von zwei Studierenden aus Passau entwickelt und trägt den Untertitel [...]

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