Telepresence Roboter:
Mein Roboter geht für mich zur Arbeit

Soll ich mir einen Telepresence Roboter kaufen, der in unseren Büros anwesend ist und den ich von zu Hause aus steuern kann?

Seit der ersten Star Trek-Folge warten wir darauf, dass wir uns in Sekunden von einem Ort zum anderen beamen können. Bis Scotty diesen Traum wahr werden lässt, können wir uns mit einem Telepresence Roboter behelfen.

Das ist nicht so utopisch wie es tönt. Den Use Case kennen wir: Das tägliche Pendeln und Büros, in denen Störungen hinter jeder Ecke lauern, reduzieren die Produktivität. Das Home Office bringt aber auch Nachteile mit sich: Man ist nicht physisch anwesend, zufällige soziale Kontakte kommen etwas zu kurz, und Video- und Audiokonferenzen haben ihre Einschränkungen.

Den Roboter vom heimischen PC aus steuern
Findige Unternehmen arbeiten deshalb an Telepresence Roboter. Das sind im Grunde fahrbare Bildschirme, die per Fernsteuerung durch das Büro gesteuert werden. Neben dem Bildschirm verfügen die Geräte über Lautsprecher und Mikrofone. Der «Pilot» startet zu Hause eine Software und erweckt den Roboter zum Leben. Auf dem Bildschirm erscheint wie bei einer Skype-Videokonferenz das Bild der heimischen PC-Kamera. Über die Computertastatur kann der Roboter durch die Räume bewegt werden; der Pilot kann sich zu Gruppen gesellen, in Meetings «reinsitzen», Gespräche beginnen und in die Kaffeepause rollen.

Bianca unterhält sich mit Texai

Bianca unterhält sich mit Texai

Kollege Texai
Das US-Unternehmen Willow Garage produziert Roboter und arbeitet an einem neuen Produkt, dem Texai. Das Ziel des Texai ist es, so nahe wie möglich an die Realität zu kommen. Das heisst, der Roboter wird runtergefahren, wenn der Pilot nicht vor seinem PC sitzt. Gespräche werden nicht aufgenommen, soziale Normen sollen so weit wie möglich respektiert werden. Ein Mitarbeiter der Mozilla-Foundation hatte Gelegenheit, den Texai ein Jahr lang zu testen. Er lebt in Toronto und arbeitet via Telepresence Roboter in der Firma in Kalifornien mit. Die New York Times hat ihn nach seinen Erfahrungen als Robo-Mitarbeiter gefragt:

Der Texai soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen und wird zu Beginn wohl deutlich über 10’000 US-Dollar kosten. Andere Anbieter sind bereits auf dem Markt, Anybots, VGo oder der MantaroBot sind Geräte, die ähnliche Aufgaben erfüllen, teilweise aber auf Features wie die bidirektionale Videoübertragung verzichten.

Ausprobieren müsste man sowas schon…
Meine eigene bevorzugte Arbeitsweise ist eine Mischung von Home Office und Tagen vor Ort. Deshalb würde es mich schon sehr interessieren, wie so ein Telepresence Roboter funktioniert, wie es sich anfühlt und was der Nutzen ist. Ich vermute, dass es sich irgendwo zwischen die Videokonferenz und die tatsächliche Präsenz am Arbeitsplatz einordnen lässt. Ich muss zugeben: Ich würde es zu gerne ausprobieren. Hat vielleicht jemand von Euch Erfahrung damit?

 

Thomas Mauch

Thomas Mauch ist Mitglied der Geschäftsleitung des imgriff.com-Verlags Blogwerk AG und liebt Tools und Tricks, um den täglichen Workflow zu optimieren.

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3 Kommentare

  1. :D Spontane Antwort: Nein. Ich rate dir zu Skype. Um die Kollegen auf dem Laufenden zu halten, bietet sich auch eine Live-Zeiterfassung wie z.B. TimeTac an. In Summe ist das wesentlich billiger.

  2. Das hört sich an wie das Web 4.0, der junge Mann aus dem Video hat da mindestens eine Generation übersprungen. Was macht der, wenn er den Roboter aufladen möchte? Das ganze erinnert mich an den Film Surrogates mit Bruce Willis. Als der am Ende des Films dann den Stöpsel gezogen hat, hat dann auch nichts mehr funktioniert. :)

  3. Die andere Frage, die mich ja noch beschäftigt: Wenn ein Unternehmen – wie im Film gezeigt – solche Maschinen flächendeckend einführt: Was passiert, wenn sich zwei solcher Roboter im Kaffeeraum begegnen?

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