Grandview:
Minimalistischer Texteditor, auf die Spitze getrieben

Grandview treibt das «störungsfreie» Schreiben auf die Spitze und zeigt nur noch ein Wort auf dem Bildschirm an.

Grandview

Grandview

Grandview buhlt wie die Mitbewerber von Byroom, Writeroom oder das gerade sehr gehypte iA Writer um die Gunst der schreibenden MacOS-Nutzer. Die App will ebenfalls zu «distraction free writing» verhelfen, indem der nicht notwendige Schnickschnack auf dem Bildschirm ausgeblendet wird. Also keine Formatierungsleisten, Scrollbars oder Menus. So weit, so bekannt.

Ein Bildschirm, ein Wort
Grandview radikalisiert nun aber dieses Prinzip weiter. Die Textverarbeitung zeigt im Schreibmodus nur das jeweils aktuelle Wort an. Setzt man einen Punkt, wird der ganze Satz sichtbar, ansonsten hat man nur jeweils ein Wort auf dem Bildschirm. Bei einem 27 Zoll-iMac kommt das dann eindrücklich gross daher.

Schneller Start via Hotkey
Selbst der Mauszeiger wird nicht eingeblendet, man tut also gut daran, sich die Tastenkombination zum Speichern zu merken. Das Programm selbst nistet sich in der Menuleiste des Finders ein und wird mittels Hotkey-Kombination gestartet. Die App wird dann mittels der gleichen Hotkey-Kombi oder der Escape-Taste verlassen – allerdings gibt’s keine automatische Speicherung!

Introducing Grandview – Feat. Co La from Grandview on Vimeo.

Automatisches Schreiben
Ein weiteres «Feature»: Nur der gerade aktuelle Satz kann nach dem Eintippen noch bearbeitet werden. Frühere Sätze sind auch mittels Cursor nicht mehr zu erreichen. Das bestärkt mich in dem Verdacht, dass die App-Entwickler vor allem die Anhänger der Écriture Automatique im Kopf hatten. Denn dafür eignet sich Grandview tatsächlich: Die Technik, zu Beginn des 20. Jahrhunderst bekanntgemacht durch Surrealisten und Dadaisten, wird durch Grandview optimal unterstützt.

Die App ist im Apple App Store für 3,99 Euro oder 5,50 CHF erhältlich.

(via Kazam)

Tool Time: Wir stellen jeden Tag ein Software-Tool oder einen Webdienst aus dem Bereich Produktivität vor. Tipps gerne an tipps.imgriff (at) blogwerk.com.

 

Thomas Mauch

Thomas Mauch ist Mitglied der Geschäftsleitung des neuerdings.com-Verlags Blogwerk AG und interessiert sich für Gadgets. Oder so.

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4 Kommentare

  1. In einem solchen Artikel fehlt definitiv der Link auf den Distraction Free Editor ū:

    “ū— is the first app to remove every conceivable distraction from the drafting process—including cruft like paragraphs, lines, and words. This is why ū— only displays the bottom half of one letter at a time.”

    http://kungfugrippe.com/p…/1169153343/only-you

    • Man muss Dinge zu Ende denken…am besten gefällt mir das Zirkusmusik-Feature an dieser App:

      Play non-distracting circus music every time you manage to finish a word.

      Sicher motivierend.

  2. Und der Zweck des ganzen ist, seine eigenen Texte ganz toll zu finden weil die Buchstaben so riesengroß rüberkommen, dass man garnicht merkt, wie langweilig es normal zu lesen ist? :-/

  3. Okay… Sehr minimalistisch. Nach dem Video muss ich sagen: Nicht mein Fall. Da ist mir der iA Writer tatsächlich lieber – ich sehe gerne alles, was ich schreibe, auf einen Blick. Zu sehen, wie ein Text wächst, finde ich förderlich für den Schreibfluss.

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