Warum arbeiten auf Arbeit nicht immer klappt, aber doch gut ist

Das Büro sei zum Arbeiten ungeeignet: Zuviele Störungen, meint Jason Fried von 37Signals. Um ein gutes Team zu werden, bleibt der gemeinsame Arbeitsraum aber notwendig.

Jason Fried (37Signals)Einer der bemerkenswerteren TED-Vorträge 2010 stammt von Jason Fried, dem Gründer von 37Signals (Link zum Vortrag auf TED.com). Darin wettert Fried darüber, dass das Büro der schlimmste Ort der Welt sei, um wirklich arbeiten zu können. Das Problem mit unseren Büros sei, dass wir dort immerzu gestört werden – in Form von Meetings oder Managern, die auf uns einreden. Ist das so? Kommen die meisten Störungen wirklich von außen – oder stören wir uns nicht selber am meisten?

Arbeit ist wie Schlaf. Wenn man gestört wird, kann man nicht wieder dahin zurück, wo man war. Jason Fried

Damit wir im Team gut zusammen funktionieren, ist eine gewisse Zeit miteinander aber unerlässlich. Ohne persönliches Kennenlernen entwickeln Teams nicht das gewisse Füreinander und bleiben auf der Stufe von Arbeitsgruppen stehen. Der Unterschied? Eine Arbeitsgruppe besteht aus Menschen, die zufällig dieselbe Aufgabe bearbeiten sollen, das aber oft nicht wollen. Ein Team ist dadurch gekennzeichnet, dass sich alle Team-Mitglieder den gemeinsamen Zielen verpflichtet fühlen. Ein gutes Team fühlt sich darüber hinaus dem Wachstum und der Entwicklung aller seiner Mitglieder verpflichtet. Ohne ein gewisses Mindestmaß an Zeit miteinander zu verbringen, halte ich das für unmöglich.

So gesehen haben Störungen im Büro einen Vorteil: Wenn wir auf Arbeit vom Arbeiten abgehalten werden, weil uns jemand stört, dann hat diese Störung zumindest etwas Gutes. Wir arbeiten an unseren Beziehungen zu Mitmenschen. Wenn ich mich zu Hause selber vom Arbeiten abhalte, nützt das keinem zwischenmenschlichen Band.

 

Gregor Groß

Gregor Gross

Gregor Gross

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Fähigkeiten fasste.

Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf www.denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er hier auf imgriff.com.

Ansonsten versucht Gregor, tagsüber in einer seiner Firmen (alpha-board.de macht Elektronik-Design und Fertigungsservice, mashamo.de exklusive Kinder- und Babymode ohne Kitsch und Schnörkel, lieblingskaro.de Kinderzimmer-Ausstattung, Bettwäsche und Spielzeug im Karo-Look) möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein.

Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft.

Gregor ist via Kontaktseite zu erreichen.

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5 Kommentare

  1. Jason Fried denkt und schreibt sehr im Kontext seiner Branche. Wenn es der Job der meisten Menschen im Unternehmen ist Programmcode zu schreiben, dann sind Störungen sicher die Hölle. Manche logische Probleme benötigen Zeit und Energie sich gedanklich überhaupt ‘hinein zu begeben’. Nach jeder Störung fängt man von vorne an und das kostet viel Zeit und Energie.

    Ähnlich geht es mir beim Schreiben von Marketing Texten. Dort muss ich mich gedanklich in den Kontext meiner Zielgruppe begeben um kreativ sein zu können. Dazu Bedarf es Zeit und Konzentration. Nach jeder Störung die mich in einen anderen Kontext holt beginne ich erneut.

    Aber nicht jede Arbeit sieht so aus. In manchen Bereichen ist das vorhanden sein von ‘Störungen’ unkritisch und der Kontakt mit Kollegen hilfreich. Sinnvoll ist es auch in solchen Bereichen eine Firmenkultur zu entwickeln, die Störungen minimiert und mit der Konzentration der Kollegen respektvoll umgeht.

  2. Bei uns auf Arbeit haben wir folgendes gemacht:

    Wir haben den Vertrieb räumlich von den anderen Teams getrennt, weil die so viel telefonieren. Damit sie sich selber nicht stören, haben sie Headsets bekommen. Damit niemand von außen stört, gibt es Tageszeiten, wo sie nur telefonieren sollen – an der Tür hängt dann ein Schild, bis wann man sie in Ruhe telefonieren lassen soll.

    Ich empfehle meinen Leuten auch das Folgende, aber es klappt nicht überall und wird nicht von jedem angenommen: Ich erledige die erste Aufgabe, bevor ich mein Mail-Programm öffne. Mails halten am meisten von der Arbeit ab. Zwischendurch tagsüber erlaube ich mir Phasen, wo ich die Tür zu mache (ist aber nur aus Glas), Mail abschalte und das Telefon weiterleite. Das sollten die anderen auch machen, aber nicht immer klappt es.

    Wenn jemand nicht von anderen Mitarbeitern gestört werden will, soll er/sie ein Schild an die Tür hängen. Wo ich gerade von rede… bei den Ingenieuren gibt’s keine Türen. Da denke ich jetzt mal drüber nach.

  3. Hinsichtlich einer Teamförderung und der Förderung einer kooperativen Zusammenarbeit ist ein Büro mit mehreren Mitarbeitern sicherlich förderlich, hat aber eben seine Grenzen auf Grund der vielen Störfaktoren. Um diesem entgegen zu wirken, haben bereits viele Firma ihre Großraumbüros in kleine “Oasen” abgetrennt. Aber dann ist zwangsläufig die Kommunikation auf das kleine “Oasenteam” begrenzt.

  4. Wir haben bei uns im Büro die Lautstärke sämtlicher Telefone auf die kleinste Stufe gestellt und am morgen finden nie Meetings statt. So kann man wenigstens den ganzen Vormittag relativ ungestört arbeiten.

  5. Es sind sicherlich nicht nur die Telefone der Kollegen bzw. Kolleginnen, die auf der Arbeit stören, wenn man in einem Großraumbüro arbeitet. Das Grundproblem sehe ich in dem menschlichen Grundbedürfnis, Erlebtes, Highlights oder Erfolge den Kollegen mitzuteilen. Und dieses ist ein Effekt, der besonders nach einem Wochenende, d. h. also Montags Morgens auftritt und wohl nicht zu verhindern ist.

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