Health Month:
Die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen (+ 50 Invites!)

Jeder hat so seine Ziele. Der Eine will endlich die Raucherei aufhören, die Andere wieder in die Lieblingsjeans von früher reinpassen. Was fehlt, ist die nötige Motivation. Das Projekt «Health Month» will das ändern.

Gastautor Moritz Krüsselmann

Größere Motivationswellen gibt es im Alltag nur im Ausnahmefall – zu Neujahr beispielsweise, oder nachdem wir uns für teures Geld im Fitnessstudio angemeldet haben. Leider hat diese Motivation entweder eine viel zu kurze Haltbarkeit (Neujahr) oder ist an verdammt teure Knebelverträge gekoppelt (Fitnessstudio). Anhaltende und günstigere Motivation verspricht ein noch junges Projekt von Buster Benson, den Einige vielleicht schon von «750words» kennen (einer schicken kleinen Web App zum Ordnen der täglichen Gedanken durch Aufschreiben): «Health Month» ist der sprechende Name der Website, die all das Wissen über Verhaltensänderungen und gute Vorsätze mit den Mechanismen des Spielens, den «Game Mechanics» verknüpft.

«Health Month is about taking the SCIENCE of nutrition and behavior change and combining it with the SOCIAL GAMES of the recent social web to help people improve their health habits in a fun and sustainable way.» (Buster Benson)

Und so läuft das Ganze in der Praxis ab:

Kein Spiel ohne Regeln

Am Anfang des Spiels wählt man zunächst seine Ziele für den kommenden Monat, die «Spielregeln» also. Es gibt DO-Regeln und DON’T-Regeln, und in jeder Kategorie steht bereits eine Vorauswahl grob definierter Ziele zur Verfügung (Fitnesstraining, weniger Zucker, mehr Zeit für mich etc.). Die Details und damit den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Regel legt man selbst fest (wie oft pro Woche zum Fitnesstraining? Wieviel Ausnahme-Schokolade ist erlaubt? Zählt der Arbeitsweg im Auto schon als «Zeit für mich»?). Health Month stellt dann noch weitere Fragen zur Natur des Ziels: Wie gerne mache ich X? Wie oft mache ich X bisher normalerweise? Wie schwer wird es, X zu tun/zu lassen? Hier geht es um den Lerneffekt des ganzen Experiments.

Der Start des Spiels: Es werden die Ziele für den kommenden Monat festgelegt

Der Start des Spiels: Es werden die Ziele für den kommenden Monat festgelegt

Am Ende des Vorbereitungsprozesses setzt Health Month einen Vertrag mit dem eigenen Schweinehund auf, denn ohne Einsatz kein gutes Spiel: Was gönnt man sich für einen erfolgreich gemeisterten Monat? Was droht im anderen Fall, wenn man also die selbstgewählten Regeln zu oft bricht? Dann sind die Spielregeln sind festgelegt, die Unterschrift ist geleistet. Es kann losgehen.

Der tägliche Kampf mit dem Schweinehund

Jeder Spieler startet mit 10 Lebenspunkten in den Monat. Mindestziel ist, sich mit mindestens einem Lebenspunkt in den nächsten Monat zu retten. Für getane Arbeit gibt es Punkte. Bricht man eine Regel, verliert man einen der Lebenspunkte. Zusätzlich gibt es ein Stück virtuelles Obst, wenn man es schafft, an einem Tag allen Regeln zu folgen – dazu gleich mehr. Man tut also sein Bestes, um dem eigenen Regelregime zu folgen. Am Ende jedes Tages führt der Spieler auf der Health-Month-Website seinen Spielzug aus. Regel für Regel wird der eigene Fortschritt abgefragt. Dabei erfährt man umgehend, wieviele Biere in der laufenden Woche noch «erlaubt» sind, oder wieviele Punkte die Nachwirkungen der gestrigen Betriebsfeier gekostet haben.

Der tägliche Spielzug: Welche Regeln wurden befolgt, welche gebrochen?

Der tägliche Spielzug: Welche Regeln wurden befolgt, welche gebrochen?

Die tägliche Schwarz-auf-Weiß-Erinnerung an die eigenen Vorsätze (und der Blick auf die schwindenden Lebenspunkte) scheinen dabei irgendwo an den natürlichen Zocker-Rezeptoren des Menschen anzusetzen und haben bei mir schon erstaunliche Motivationswunder vollbracht. Der virtuelle Vertragszwang ist aber noch nicht alles, was Health Month an Motivationsmittelchen auffährt. Hier kommt das Obst ins Spiel.

Unterstützung von Wildfremden und Freunden

Denn man ist natürlich nicht der Einzige im täglichen Kampf um den gesünderen Lebensstil. Auch Andere haben ihre besseren und schlechteren Tage. Der Eine ist motiviert wie noch nie, das «Obstkonto» ist prall gefüllt, und man möchte mit der Welt teilen, wie gut es gerade läuft. Ein Anderer hat zu ambitionierte Regeln aufgestellt oder durch die Sünden an Omas Geburtstag das Lebenspunktekonto gefährlich nah an «Game Over» gebracht.

Dafür ist bei Health Month die «Wall», die Pinnwand also, zuständig. Ähnlich wie beim ungesünderen Facebook finden sich hier die täglichen Punktegewinne, nach Belieben auch Updates zum eigenen Gewicht/Energielevel oder Geheimtipps von anderen Spielern zum Koffeinersatz, wenn die Kaffeeregel zu schwer fällt. Vor allem aber kann man sich auf der Wall um «Heilung» von verlorenen Lebenspunkten bewerben. Bezahlt wird die Heilung durch das hartverdiente Obst. Je verständlicher und glaubwürdiger die Erklärung für den Fruchtbedarf, desto mehr Leute erbarmen sich und spenden die zwei Früchte, die es braucht, um einen Lebenspunkt wiederherzustellen. Selbstheilung geht auch, die kostet jedoch gleich vier der eigenen Früchte – vier Tage weiße Weste für eine Sünde. Ich konnte es am Anfang nicht glauben, aber wenn mir acht eigentlich wildfremde Leute mit anspornenden Kommentaren einen Teil ihrer hartverdienten Früchte abgeben, dann kann das WIRKLICH motivieren.

Wer um seine letzten Lebenspunkte bangen muss, kann auf der Pinnwand Andere um Obst-Spenden bitten.

Wer um seine letzten Lebenspunkte bangen muss, kann auf der Pinnwand Andere um Obst-Spenden bitten.

Aus Fehlern lernt man

Mindestens genauso spannend wie die «Motivation aus dem Web» finde ich den Lernfaktor bei Health Month. Unabhängig von ein paar Kilos weniger vermittelt Health Month dem Interessierten auch einen spannenden Einblick, wie das eigene Belohnungs- und Motivationszentrum so tickt: Bin ich besser im Einhalten von Verbotsschildern (DON’T-Regeln) oder wenn ich selbst die Initiative ergreifen muss (DO-Regeln)? Bin ich ein Typ der vielen kleinen Schritte oder sollte ich es lieber mit der Totaldiät probieren? Wie hängt mein Energielevel mit meiner Motivation zusammen?

Solche Fragen beantwortet Health Month mit Graphen in minimalistischem Design und herrlich farbigen Tortendiagrammen. Am Ende des Monats gibt es sogar ein Zeugnis wie in der Schule: «Alkohol-Regel: Nachsitzen! Genug-Schlaf-Regel: Sehr gut!»

Übersicht über den Verlauf des eigenen Spiels

Übersicht über den Verlauf des eigenen Spiels

So spielerisch und vielleicht kindisch das auch alles klingt: Die Lektionen darüber, wie der eigene Schweinehund funktioniert, lassen sich auch in anderen Bereichen des täglichen Zeitmanagements gewinnbringend anwenden.

Ein gut investierter Monat

Auch für Leute ohne ausgeprägte Web-Affinität macht das Spiel von Anfang an Spaß. Seit Neuestem lässt sich auch in Teams spielen, so dass man die Kollegen auf der Team-Wall immer gut im Blick hat. Ausprobieren kann man Health Month kostenlos mit bis zu drei Regeln. Wer früher oder später mehr Regeln will, zahlt 5 Dollar im Monat oder kann sich um eine Art Stipendium bewerben: Jeder zahlende Nutzer kann einen weiteren sponsern.

Health Month ist seit 1. Oktober in der öffentlichen Beta-Phase, und so offen, wie Entwickler Buster Benson auf Feedback eingeht, gibt es noch einiges zu erwarten. Wer also schon länger mal wieder einen Ansporn sucht, um lästige Gewohnheiten über Bord zu werfen oder wieder richtig in Form zu kommen, dem sei hiermit freundlich in den Hintern getreten!

Und damit es wirklich keine Ausreden mehr gibt, haben wir ein SPECIAL: Für imgriff.com-Leser hat Buster 50 Sponsored Invites zur Verfügung gestellt. Über diesen Link könnt Ihr dem imgriff.com-Team beitreten und damit den ersten Monat auch mit mehr als drei Regeln kostenlos mitspielen. Einfach über «Sign Up» registrieren (Name, E-Mail und Passwort) oder einloggen, sofern Ihr schon einen Account habt.

Die Regeln müssen bis Mitternacht des 31. Oktobers eingetragen sein, also nicht zu lange überlegen! Wir sehen uns am 1. November auf der Team-Wall!

 

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7 Kommentare

  1. Genial! Ich habe auch neulich eine super Seite entdeckt:

    https://www.stickk.com

    Einfach mal reinschauen. Hier gehts um Ziele und wie man sich durch grundlegende Motivationen positioniert, um diese zu erreichen.

  2. Eigentlich wollte ich mitmachen, aber es waren schon alle 50 “invites” weg.

  3. Mir geht es leider genauso wie Jörg, die 50 invites sind tatsächlich schon weg. Weiss jemand, ob in nächster Zeit wieder neue bereit gestellt werden? Leider habe ich von Healths Months keine bzw. noch keine Antwort bekommen.

  4. Ihr habt beide Recht, die Invites sind schon weg und da das eine besondere Großzügigkeit von Buster wahr, wird es wohl auch erstmal so bleiben.
    Wenn ihr trotzdem mit mehr als 5 Regeln spielen wollt würde ich mich an eurer Stelle einfach um “Sponsorship” bewerben. Hat bei mir bisher schon 1x geklappt.
    Sollte das nicht klappen dann ist der Versuch für ein gesünderes Leben zum Preis eines Starbucks Cafes trotzdem eine gute Investition ;-)

  5. UPDATE: Buster hat NOCHMAL 25 Invites gesponsered. Wer also noch nicht dabei ist – HAUT REIN!

  6. Ich würde da gerne mitmachen um es endlich zu schaffen, mit demRauchen aufzuhören. Aber um mit Mark Twains Worten zu sprechen: Nichts ist so leicht, wie das Rauchen aufzuhören, ich habe es schon zwanzig Mal geschafft”. Ok, es ist einen neuerlichen Versuch wert.

  7. guter Artikel und super Idee.

3 Pingbacks

  1. [...] » Health Month » Die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen [...]

  2. [...] — Textanzeige — Schon 89 Teilnehmer haben sich für das «Team imgriff.com» bei Health Month registriert – deutlich mehr, als wir ursprünglich Einladungen zur Verfügung hatten. Den [...]

  3. [...] Das Health Month Game macht ein Spiel daraus, eigene Ziele zu setzen und zu verfolgen. Mit der involvierten Community lässt sich auch die Motivation besser fördern.Auf die Ernährung achten Apps wie Foodspotting [...]

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