Empfindung und Alter:
Warum Zeit verfliegt

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Man merkt es nicht – zunächst. Aber mit zunehmendem Alter schleicht sich langsam das Bewusstsein in den Hinterkopf, dass die Zeit tatsächlich immer schneller vergeht.

Natürlich ist das auf subjektives Empfinden zurückzuführen, das ist nicht zu bestreiten – allen Einstein-Beweisen zum Trotz. Also frage ich mich, warum dennoch die erste Hälfte meines bisherigen Lebens soviel länger gedauert hat als die zweite: Bis ich zwanzig war, vergingen Jahrhunderte, aber vierzig war ich danach von einem Tag auf den anderen.

Die einfache Erklärung lautet:

Wir messen Dinge nach Erfahrung. Wer noch keine zwanzig Jahre gelebt hat, weiss nicht, wie lange sie dauern. Wer fünf ist, für den ist ein Jahr ein fünftel seines Lebens, für eine achtzigjährige dagegen ein Achtzigstel.

Wir setzen Dinge, Empfindungen und damit eben auch Räume, Distanzen und Zeitspannen in Relation zu unseren Erfahrungen, sprich im Falle der Zeit zu unserem Alter – und weil das Alter zunimmt, sinkt die subjektive Dauer jeden Jahres, das wir erleben.

Die Theorie zusammengefasst und mit mathematischen Formeln gespickt hat Andreas Weitl in diesem, leider nur als PDF vorhandenen Aufsatz:

» Erklärung zum subjektiven Zeitempfinden in Abhängigkeit vom Alter (Andreas Weitl)

Die holprige Einleitung hätte mich fast von der Lektüre abgehalten, aber das restliche Papier liest sich ganz gut.

Hier erscheint jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

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1 Kommentar

  1. kiebitz
    schrieb am 5. November 2010 um 05:33 Uhr (#)

    Das Zeitempfinden eines Menschen ist absolut realtiv. Ich gebe dem Autor recht, wenn er sagt,dass es von den jeweiligen Erfahrungen eines Menschen abhängt. Allerdings nicht ausschließlich, denn es gibt noch eine ganze Reihe weitere Faktoren. Dabei kann man die Relativitätsteheorie absolut vernachlässigen, denn die Auswirkungen der Schwerkraft auf das Zeitempfinden eines Menschen sind nur im Nano-Bereich messbar. Viel entscheidender sind aber die Aktivitäten der Tagesabläufe eines Menschen. Ist ein Tag voller abwechslungsreichen Aktivitäten, so wird das Zeitvergehen als sehr schnell empfunden bzw. bei wenigen oder eintönigen Aktivitäten hat man den Eindruck, dass die Zeit einfach nicht vergehen will.

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