Gebrauchsanweisung:
Wie Du so kritisierst, dass Deine Kritik wirkungslos verpufft

Kritik, so die Wikipedia, ist die «Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten, der Infragestellung». Klingt ja ganz logisch. Ist aber ganz und gar nicht einfach.

Der Beurteilungsaspekt ist wichtig beim Führen von Mitarbeitern, das Infragestellen bedeutend fürs Entwickeln neuer Denk- und Arbeitsansätze. Diese beiden Aspekte sind eigentlich schon komplex genug, um nützliche Kritik zu einem Ding der Unmöglichkeit zu machen, aber da ist ja auch noch der dritte Punkt, das Auseinanderhalten von Fakten. Um es kurz zu machen: Es ist viel leichter, schlecht als hilfreich zu kritisieren. Nur folgerichtig präsentieren wir hier eine Gebrauchsanweisung für wirkungslose Kritik. Einfach nur die folgenden Punkte beherzigen, und Du kannst sicher sein, dass Du mit Deiner Kritik so gut wie gar nichts erreichst – jedenfalls nichts angenehmes:

  1. Der beste Moment, andere zu kritisieren, ist zweifelsohne gleich nachdem Du selber gerade kritisiert wurdest.
  2. Wenn jemand auf Deine Kritik mit Gegenkritik antwortet, nimm Dir das nicht zu Herzen. Eskaliere!
  3. Damit Deine Kritik richtig aufgefasst wird, darf sie definitiv nicht wertfrei sein.
  4. Gute Kritik ist immer unspezifisch.
  5. Die beste Kritik verallgemeinert ganz gewaltig (Anstelle «Ich finde …» sagst Du besser «Man sieht ja …» oder «Jeder merkt …»)
  6. Beziehe Deine Kritik in keinem Fall auf Verhaltensweisen, die leicht abgestellt werden können.
  7. Verzichte auf Ratschläge. Der Empfänger Deiner Kritik soll sich mal selber einen Kopf machen, wie es besser gehen könnte.
  8. Bevor Du kritisierst, solltest Du sicherstellen, dass Dein Gegenüber gerade was ganz anderes zu tun hat.
  9. Gute Kritik erfolgt unvermittelt und ohne Vorbereitung für Dein Gegenüber.
  10. Nutze Deine Kritik, um Dich selber und Deine Leistungen in ein positives Licht zu stellen.
  11. Besonders gute Kritik erfolgt im Beisein Dritter, Vierter, Fünfter usw. Idealerweise sind Vorgesetzte dabei.
  12. Ganz besonders gute Kritik erfolgt im Beisein Dritter, während Du über den Kritikempfänger in der dritten Person redest.
  13. Wichtig beim Kritisieren ist, dass das kritisierte Verhalten bereits bekannt ist und schon mehrmals kritisiert wurde.
  14. Der Erfolg beim Kritikempfänger wird gesteigert, wenn Du beim Kritisieren bewusst Dampf ablässt (Lass Deinem Intellekt freien Lauf und verwende möglichst viele originelle Schimpfworte!).
  15. Am besten ist es, Du suchst Dir vorher einen Verbündeten, und Ihr kritisiert gemeinsam.
  16. Um professionell zu kritisieren, musst Du Deine Wahrnehmungen als Fakten deklarieren. (Statt «Ich hatte den Eindruck, dass Sie bei der Präsentation oft nicht wussten, wohin mit ihren Händen» besser: «Wenn man Sie beim Präsentieren beobachtet, spürt man deutlich, dass mit Ihnen was nicht stimmt.»)
  17. Auch gut ist, Wahrnehmungen gleich mit Bewertung zu mischen: «Man konnte deutlich merken, dass Sie an keiner ernsthaften Lösung interessiert sind.»
  18. Du solltest dem Empfänger Deiner Kritik niemals in die Augen schauen. Am besten schaust Du auf einen Punkt 10 cm über seiner Stirn.
  19. Lob und Kritik auf keinen Fall verbinden. Entweder/oder heißt die Devise der wirkungsvollen Kritik.
  20. Noch deutlicher: Die Sandwich-Taktik, bei der die Kritik von Lob umgeben ist, musst Du auf jeden Fall vermeiden. Setze lieber auf die Triple-X-Taktik: Kritik, gefolgt von Kritik, gefolgt von Kritik.
  21. Das wichtigste Wort für gute Kritik ist «aber». Verwende es oft, nachdem der Kritikempfänger etwas auf Deine Kritik erwidert hat.
  22. Eine ähnlich positive Wirkung auf den Kritikempfänger entfaltet das Wort «müssen». Baue es in jeden Ratschlag mit ein (falls Du überhaupt Ratschläge gibst).
  23. Ähnlich gute Wirkung hat das Wörtchen «sicherlich». Du kannst es benutzen, um alles Mögliche zu suggerieren, zum Beispiel mit der Formulierung «Wie Sie sicherlich wissen …», gefolgt von etwas wirklich Unbekanntem.
  24. Ganz wichtig bei guter Kritik – der schlechte Ausblick! Beende Deine Kritik also mit folgendem Satz: «Ich wollte das schon immer mal gesagt haben, auch wenn ich weiß, dass sich nichts ändern wird.»

Welche Tipps habt ihr, wie man seine Kritik (seinen Feedback) anbringen sollte, damit die Kritik wirkungslos verpufft? Schaffen wir die Top 25 oder sogar die Top 30? Ergänzungen sind hochwillkommen!

 

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Ein Kommentar

  1. Was für ein Scheiß-Artikel (dies als Beispiel für den ersten Vorschlag):

    1. Kritisiere immer so, dass die Kritik sich quasi selbst begründet. Verwende auf keinen Fall fundierte Fakten, die nachprüfbar oder gar objektiv wären.

    2. Es ist wichtig, die umfassende Reichweite und Bedeutung der Kritik herauszustellen. Worte wie “immer” bzw. “nie” sind dabei hilfreich.

    3. Auch gilt es positiv zu denken und Vorbilder zu benennen. Neben der eigenen Person eignen sich “alle anderen, die den Fehler nie machen” als Vorbilder.

    4. Um die Kritik nicht durch eine sinnlose Diskussion zu verschleppen, sollte man sich nach der Kritik auf dem Absatz umdrehen und den Kritisierten mit seinem Fehlverhalten alleine lassen.

    5. Bei jeder Kommunikation geht es auch um Artikulation. Je nach eigenem Gesprächstyp sollte man brüllen oder unverständlich nuscheln. Im Unterton sollte idealerweise eine Drohung oder auch Verachtung mitschwingen.

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  2. [...] 15.08.2010: Wie Du so kritisierst, dass Deine Kritik wirkungslos verpufft: http://imgriff.com/2010/0…e-kritik-wirkungslos… [...]

  3. [...] etwas vertiefende Literatur gebrauchen zu können, hier einige Hinweise zu Artikeln auf imgriff.com:» Wie Du so kritisierst, dass Deine Kritik wirkungslos verpufft » Der direkte Vergleich macht uns produktiver » Richtig Feedback geben » Tipps für eine klare [...]

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