Lese-Sommer 2010:
Nudges. Wie man kluge Entscheidungen anstößt.
Viele unserer Entscheidungen sind schlecht für uns: Wir schieben ein unangenehmes Gespräch immer wieder auf oder gehen trotz gutem Vorsatz doch nicht trainieren. «Nudges», kleine Anstöße, sollen helfen.
Salat oder Fritten?
Im Alltag haben wir ständig Optionen: Wir können Salat oder Pommes Frites wählen, laufen oder den Bus nehmen. Gerade wenn die Kosten einer Entscheidung erst in Zukunft anfallen (z.B. Übergewicht), neigen wir dazu, sie zu vernachlässigen. Die Art, wie Wahlmöglichkeiten präsentiert werden, sehen die Autoren nun als Gelegenheit, Entscheidungen zu verbessern. Denn wäre der Salat die «Default»-Option, würden sich mehr Leute dafür entscheiden.
Keine Fritten-Steuer
Dabei, und das ist Thaler und Sunstein wichtig, darf die Auswahl nicht eingeschränkt werden: Die Pommes dürfen nicht teurer oder schwieriger erhältlich sein. Eine Fritten-Steuer wäre kein Nudge, sondern Bevormundung. «Libertarian Paternalism» nennen sie diese Haltung: Menschen dazu anzustoßen, bessere Entscheidungen zu treffen, ohne zugleich ihre Freiheit einzuschränken.
Für den Alltag
Thaler und Sunstein sind Professoren, ein Ökonom und ein Jurist. Und sie haben ein informatives und unterhaltsames Buch geschrieben. Sie erläutern ihre Ideen mit vielen Beispielen, locker formuliert und mit Humor durchsetzt. Gleichzeitig geben sie einen Überblick über den aktuellen Stand der Entscheidungsforschung. Die Beiden wollen helfen, aber niemals belehren. Sie verbinden ein abstraktes Konzept mit unserem Alltag und führen das im Blog nudges.org auch fort.
Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein: Nudges. Wie man kluge Entscheidungen anstösst. (Affiliate-Link) Econ Verlag, August 2009.










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