Auszeit:
Wie die Dänen ganz für sich lernen

Man kann das Gefühl haben, dass die sogenannte Bildung heute nur noch ein zusammenfassender Begriff für die Zeit ist, die man in Schule und Hochschule verbringt, bevor man endlich auf den Arbeitsmarkt darf. Bloß Ausbildung also, unter Zeit- und Karrieredruck, immer im Wettbewerb mit womöglich schnelleren oder vielgereisteren Generationsgenossen.

Wie es anders geht, zeigt das Beispiel Dänemark. In landesweit 76 Schulen verbringen jedes Jahr rund 3.500 Schulabgänger und Studenten mehrere Monate mit Lernen – allerdings so freiwillig wie nur denkbar. Kurse gibt es in Kunst, Philosophie, Musik, Literatur und Theater, «brotlosen Künsten» also. Christoph Titz hat für Spiegel Online über eine dieser Schulen geschrieben und fasst das Prinzip so zusammen:

«Staatlich gefördert sollen sie den Jugendlichen helfen, sich zwischen Schulabschluss und Uni oder Arbeitsleben zu orientieren und dazuzulernen oder einfach im Studium die Chance für eine Pause bieten. “Finde raus, worin du gut bist”, das ist ihr Leitspruch. Hier soll Bildung ein Abenteuer sein.»

Umgerechnet 4.000 Euro kostet Unterbringung, Essen und Unterricht, der Staat fördert den Besuch mit nochmal 4.000 Euro. Zeit- und Geldverschwendung? Ganz und gar nicht. Perspektiverweiterungen sind immer gut und zahlen sich früher oder später auch im Berufsleben aus – vielleicht sogar der Kaffeerösterworkshop, den die Dänen belegen können.

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