Zeiterfassung für Linux:
Project Hamster unter GNOME
Zeiterfassungsprogramme gibt es wie Sand am Meer. Seit Ubuntu 9.10 ist das Applet «Project Hamster» Bestandteil des GNOME-Desktops; das ist Anlass für mich, diese schlanke Alternative für Linux-User einmal unter die Lupe zu nehmen.
«Time tracking for individuals», Zeiterfassung für Individuen, will das unscheinbare kleine Applet «Project Hamster» sein. Bedienung und Einstellungen erscheinen geradezu minimalistisch, doch das Programm erfüllt die Kernaufgaben einer Zeiterfassung hervorragend und präsentiert eine ansprechende grafische Auswertung.
Installation und Bedienung
Hamster zeigt die jeweils gewählte Tätigkeit sowie die Dauer in der Panel-Leiste an. Mit einem Klick auf die Tätigkeit – wenn keine Erfassung läuft, steht dort «Keine Tätigkeit» – oder mit einem Tastenkürzel (Voreinstellung: Super+H) kann man die Erfassung anhalten, starten oder eine neue auswählen. Dazu trägt man einfach die Tätigkeit in das Eingabefeld ein. Hamster zeigt eine Auswahlliste mit bereits vorhandenen Einträgen – tippe ich etwa ein f ein und habe bereits die Einträge «Forenpost verfassen», «Fragen zu Artikeln beantworten» und «Frühstücken» angelegt, dann kann ich zwischen diesen Einträgen wählen oder einen ganz neuen anlegen.
Mit einem @ werden Tätigkeiten einer Kategorie zugeordnet, die, wenn noch nicht vorhanden, «on the fly» erzeugt wird. «Referat vorbereiten @Uni» startet zum Beispiel einen Eintrag für die Tätigkeit «Referat vorbereiten», der der Kategorie «Uni» zugeordnet ist.
Ein Rechtsklick auf das Applet öffnet den Dialog für die Einstellungen oder zeigt die Übersicht, eine grafische Auswertung der bisher erfassten Zeiten, an.
Standardmäßig wird die Erfassung angehalten, sobald der Bildschirmschoner aktiviert wird. Das kann bisweilen sinnvoll sein, nicht jedoch, wenn man auch Zeiträume erfassen möchte, in denen man nicht am Computer ist (z.B. in einer Besprechung ohne eigenen PC). Diese Einstellung möchte man also eventuell anpassen.
Export und Backup
Hamster sichert seine Daten in einer Datenbank unter ~/.gnome2/hamster-applet/hamster.db.
Erfasste Zeiteinträge können vom Übersichts-Fenster aus nach HTML, .tsv, ical und XML exportiert werden. Welche Kategorien berücksichtigt werden sollen, kann ausgewählt werden, man kann also zum Beispiel nur Einträge exportieren, die für ein bestimmtes Projekt relevant sind.
Schnörkellose Zeiterfassung mit GNOME-Bordmitteln
Positiv macht sich bemerkbar, dass Hamster schnell installiert ist und nahezu keine Einarbeitung erfordert; die Bedienung ist schnell und intuitiv, und durch die nahtlose Integration in den Desktop ist es immer zur Hand, ohne im Weg zu stehen. Hamster ist jedoch eine reine Desktop-Lösung; mehrere Rechner (abwechselnd) zu überwachen, ist zwar denkbar, wenn man die Datenbanken z.B. via Dropbox oder Ubuntu One synchronisiert, aber nicht mehr unbedingt besonders einfach. Es stellt nur wenige Exportformate bereit, ein .xls- oder .csv-Export wären wünschenswert. Funktionen für den Import aus anderen Zeiterfassungen gibt es bislang gar nicht, und natürlich ist das Einsatzgebiet von Hamster auf Linux-Rechner mit GNOME-Desktop beschränkt.
Fazit: Wer gerne mit GNOME-Bordmitteln arbeitet und eben mal eine Zeiterfassung braucht, findet hier ein benutzerfreundliches Applet, das die erfasste Zeit schön visualisiert. Wer sich allerdings Teamfunktionen, eine Integration mit einem Rechnungslegungs-Programm, mehr Exportformate, Aufgabenverwaltung oder gar Projektmanagement wünscht, sollte auf größer dimensionierte Lösungen zurückgreifen.
» Projekt-Homepage
» Hamster im Wiki von UbuntuUsers.de






















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Oh das Programm werde ich schon wegen dem Namen mal ausprobieren. Für den persönlichen Gebrauch wird das Tool bestimmt ausreichen.
.csv hat keine Vorteile gegenüber .tsv (Tab separated values). Alle mir bekannten Tabellenkalkulationsprogramme und Datenbank-Import-Möglichkeiten (und das sind ziemlich viele) können .tsv genausogut importieren wie .csv. Letzteres fehlt daher IMHO nicht.
Danke, das könnte ggf. auch für unsere Liste zur Zeiterfassung etwas sein. Diese Linux-Lösung hat da noch gefehlt. LG, Norbert