US Army:
«PowerPoint macht uns dumm.»

Sam Nuxoll ist Leutnant der US Army und war als Zugführer im Irak stationiert. Die meiste Zeit wendete er dort auf, um PowerPoint-Folien zu erstellen. Elisabeth Bumiller beschreibt in der New York Times, wie die US-Streitkräfte von der Software in Schach gehalten werden: «PowerPoint macht uns dumm», beklagt sich etwa General James N. Mattis vom Marine Corps. Die beschriebenen Zustände überraschen offenbar Journalisten, sind aber sonst jedem Grosskonzern-Mitarbeiter auf dieser Welt bewusst: zuviel Aufwand, zu komplexe Slides und unerträgliche Präsentationen. «Hypnotizing chickens» nennt dies der ehemalige Marine-Offizier Thomas X. Hammes.

David Silvermann, Blogger bei der Harvard Business Review, hat den Artikel auch gelesen und seine Sicht der Dinge zusammengefasst. Er hält PowerPoint ebenfalls für ein Monster: «PowerPoint hat die besten Jahre von zu vielen jungen Leben verschlungen.» Der Unternehmer und Autor weist auf die fundamental falschen Annahmen hin, denen PowerPoint-Anwender unterliegen: Ein Bild sagt nicht immer mehr als tausend Worte, PowerPoint ist nicht zum Lesen gedacht und nicht immer kann alles kurz und knapp gesagt werden.

» We have met the enemy and he is PowerPoint (von Elisabeth Burmill, am 26. April 2010 bei der New York Times)

» PowerPoint is evil, redux (von David Silvermann, am 28. April 2010 beim Harvard Business Review Blog)

Hier erscheint jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

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3 Kommentare

  1. David Silverman
    schrieb am 29. April 2010 um 23:23 Uhr (#)

    Ja! Ausgezeichnet! :-)

    1. Maxi Reuter
      schrieb am 4. Mai 2010 um 07:58 Uhr (#)

      Was für ein Blödsinn! Die Inhalte der Vorträge sind doch immer noch die gleichen! Power Point bietet doch lediglich eine Möglichkeit sie mit Bildern und Stichworten zu untermalen. Wer sich mit anderen Office-Programmen auskennt, hat es innerhalb weniger Minuten raus, wie man einen Vortrag anschaulich gestalten kann. Ich muss mir in meinem Studium ständig Vorträge anderer Studierender oder auch von Professoren anhören und bin dankbar dafür, dass langweilige Vorträge durch Bilder weniger langweilig erscheinen. Ausserdem kann mit wenigen Klicks und einem USB Stick oder einer E-Mail der Vortrag mit nach Hause genommen werden.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
    schrieb am 4. Mai 2010 um 20:24 Uhr (#)

    Wie so häufig: Vermutlich ist PowerPoint bloss ein harmloses Instrument. Das aber auch in falsche Hände geraten kann. Als Präsentationstool in der Uni ist es sehr gut geeignet. Tatsächlich hab ich aber auch schon in Firmen gearbeitet, da hat es die Textverarbeitung ersetzt. Oder man wollte komplexe Zusammenhänge in drei Bullets drücken. Oder man hat für nichtssagende Grafiken Stunden an Arbeit aufgewendet. Ich kenne Unternehmen, die haben in Indien eigene PowerPoint-Centers. Da arbeiten Dutzende von Grafikern, die nichts anderes tun, als interne PPT zu erstellen.

    Insofern finde ich es nachvollziehbar, wenn man gewisse Auswüchse in Frage stellt.

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