Überraschend, aber wahr: Produktivität ist bei Pop- und Rockmusikern ein beliebtes Thema. Wie wir stellen sie sich mutig der Herausforderung der ständigen Selbstverbesserung. Wir bringen zusammen, was zusammengehört: Der Leitfaden für produktives Arbeiten in 10 Songs.
1. Das Frühstück
Beginnen wir mit Grundlegendem: Gesundes Essen ist wichtig für produktives Arbeiten. Die Mikrowelle verführt uns zu schnellen, aber nicht besonders gehaltvollen Mahlzeiten. Die Gorillaz gehen hier mit Ivans Beitrag «10 Tipps für einen guten Start in den neuen Tag» einig: Dem Frühstück kann nicht genug Beachtung geschenkt werden.
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2. Das Delegieren
Der Drang, alles selbst machen zu müssen und sich dabei zu verzetteln, ist ein berüchtigter Zeit- und Energiefresser. Wie’s geht, hat Florian im Beitrag «Sinnvoll delegieren» beschrieben. Tocotronic haben zum Outsourcing eine klare Haltung: Was Du auch machst, mach es nicht selbst:
Unter ROWE, dem Results-Only Work Environment, versteht man das Prinzip, Mitarbeitern vollständig selbst zu überlassen, wo, wann und wie sie ihre Arbeit erledigen – solange die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.
National Public Radio berichtet vom Einsatz des ROWE-Prinzips in einer kommunalen Behörde in Minneapolis, Minnesota. Eine schöne Reportage, die klar zeigt, dass der Gedanke selbst in der klischeehaften Präsenz-Arbeitsumgebung eines Amtes funktioniert:
Es gibt zahlreiche Listen mit guten Tipps für Bewerber, wie sie sich im Vorstellungsgespräch verhalten sollten und welche Fehler unbedingt vermieden werden müssen. Was man noch nicht so häufig sah, war eine solche Liste für die andere Seite des Schreib- oder Konferenztisches. Holger Lischke hat sie für Karrierebibel.de verfasst. Eine Liste mit Tipps, wie man sich als «Personaler» oder Chef gegenüber einem Bewerber verhalten sollte. Denn merke: Auch wenn Dein Gegenüber nicht für die Stelle infrage kommen sollte, kann er nochmal auftauchen. Als Kunde oder vielleicht sogar als Geschäftspartner. Und in jedem Fall wird er zuhause und im Freundeskreis vom Bewerbungsgespräch berichten. Ein schlechter Eindruck schadet also ganz sicher.
Jedes Jahr im Februar tun sich Musiker aus aller Welt zu einem wahnwitzigen Unterfangen zusammen: Jeder von ihnen schreibt innerhalb des Monats Februar 14 Songs. Können Kopfarbeiter, die keine Künstler sind, sich von ihnen etwas abschauen?
February Album Writing Month, kurz «FAWM», heißt das Projekt, das seit 2005 stattfindet, und bei dem die Musiker in nur vier Wochen so viele Songs schreiben, wie ein durchschnittliches Album enthält. Dieses Jahr haben drei meiner musizierenden Freunde am FAWM teilgenommen und mich mit den Entwürfen, die sie in dieser kurzen Zeit veröffentlichten, überrascht. Ein ähnliches Projekt, der NaNoWriMo – kurz für «National Novel Writing Month», findet seit 1999 immer im November statt und hatte letztes Jahr 170.000 Teilnehmer. Sein Ziel ist ähnlich gelagert wie das des FAWM: Jeder Teilnehmer schreibt innerhalb des Monats November einen Roman, der mindestens 50.000 Worte lang ist.
Warum setzt sich ein geistig gesunder Mensch diesem extremen Zeitdruck aus – wo doch der gewöhnlichen Erfahrung zufolge (Zeit-)Druck eher Gift für die Kreativität ist? Auf der Homepage des NaNoWriMo findet sich dafür eine, wie ich meine, gute Erklärung: » weiterlesen
Im privaten Blog des neuerdings.com-Kollegen Don Dahlmann bin ich über eine wohl nicht ganz neue, kurze, lustige, aber deswegen nicht weniger bedenkenswerte Geschichte über den «Ballast», den Organisationen anzuhäufen pflegen, gestolpert:
«Die BBC veranstaltete einen Ruderwettbewerb gegen ein japanisches Team – und verlor. John Birt, der frühere Generaldirektor der BBC, setzte daraufhin eine Arbeitsgruppe ein, um den Grund für die Niederlage zu erforschen. Die Arbeitsgruppe entdeckte, dass die Japaner acht Ruderer und einen Steuermann hatten, während die BBC einen Ruderer und acht Steuermänner einsetzte. Man beschloss nun, einen Berater anzuheuern, um eine bessere Lösung zu finden. Daraufhin wurde entschieden, dass die BBC drei Steuermann-Manager, drei stellvertrende Steuermann-Manager und einen Direktor für Ruder-Services benötigt. Der Ruderer sollte dazu gebracht werden, sich mehr anzustrengen.
Als die BBC beim nächsten Rennen gegen die Japaner wieder verloren, entließ der Direktor für Ruder-Services den Ruderer, verkaufte das Boot und gewährte sich selbst eine Gehaltserhöhung.»
Couch Surfing ist ein preiswerter Weg, die Welt zu erkunden: Man übernachtet nicht in Ferienwohnungen oder Hotels, sondern privat – bei Menschen, die sich ebenfalls bei couchsurfing.com angemeldet haben. Geld fließt dabei in der Regel nicht, es geht um den Austausch mit fremden Reisenden und um gegenseitige Gastfreundschaft.
Das US-Blog wisebread.com hat eine Handvoll guter Tipps, wie der Besuch eines Couchsurfers (oder jedes anderen unbekannten Gastes) entspannt und angenehm verläuft:
Die Flexibilität, die durch die Organisationsmittel von Mappei und Classei möglich wird, macht den Arbeitsalltag leichter. Das gilt nicht nur fürs Arbeiten am Schreibtisch, sondern auch auf Reisen.
Von Frank-Michael Rommert
Viele Dokumente benötigt man nicht nur am eigenen Arbeitsplatz, sondern auch unterwegs, etwa
vor Ort bei Kunden und Lieferanten
im Home Office
auf Messen und Kongressen
vor Gericht und beim Steuerberater
auf Reisen.
Wie effizient ein System zur Aktenorganisation ist, entscheidet sich also danach, wie einfach es das Entnehmen und Wiederablegen Deiner Unterlagen ermöglicht. Erste Regel dabei ist natürlich, nur die Akten dabei zu haben, die auch tatsächlich gebraucht werden – und nicht alle Ordner, die irgendwie grob zum Thema passen.
Von einer etwas merkwürdigen Veranstaltung an der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder berichtet Anne Haeming für Spiegel Online: Dort rief das «Schreibzentrum», Anlaufstelle für prokrastinationsgeplagte Studenten mit Angst vor dem weißen Blatt, zu einer gemeinschaftlichen Arbeitsnacht auf – der «Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten».
In Socken, mit Kaffee, Weißwein und Snacks arbeiteten fast zwei Dutzend Studenten nebeneinander an ihren Hausarbeiten, unterbrochen nur von Übungen wie «Schreibtischyoga» oder «Sonnenbegrüßung».
Das ist dann wohl Pragmatismus: Zwar wäre es sinnvoller, unseren Studenten beizubringen, die Aufschieberitis soweit wie möglich zu überwinden; aber da das nicht klappt, machen wir besser zusammen, organisiert und mit Hilfestellung das, was sie in den letzten Tagen vor der Abgabe der Hausarbeiten sowieso machen würden: Nachtschichten in Last-Minute-Panik.
Es gibt seit einiger Zeit eine Art «Google-Debatte», die sich im Kern um die Frage dreht, wieviel Macht das Unternehmen Google hat, und ob und wie gefährlich diese Macht ist. Martin Weigert hat dazu in unserem Schwesterblog netzwertig.com gerade einen langen Artikel geschrieben: Warum der Umgang mit Google so schwer fällt.
Bedenken gegenüber Google gibt es aber nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in den USA. Leo Babauta teilt sie zu einem gewissen Grad, ohne sich abschließende Urteile zuzutrauen (vermutlich auch die einzig vernünftige Haltung derzeit). Dennoch hat er testweise versucht, komplett auf Google-Produkte zu verzichten. Ein Experiment, um herauszufinden, wie schwer es überhaupt ist, als Vielnutzer von Gmail, Google Reader, Google Calendar und anderen wenigstens annähernd gleichwertige Alternativen zu finden.
Sein Fazit bis jetzt: War ja gar nicht so schlimm …
Bei (dem noch nicht lange sendenden, sehr empfehlenswerten) DRadio Wissen gab es Anfang des Monats eine Sendung zu Getting Things Done. Die Gäste: Paul Reifferscheid, Journalist und «Terminkalender-Anhänger», und Kathrin Passig, «Verfechterin von Disziplinlosigkeit» und Autorin des Buchs «Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin».
Stellt Euch vor, Ihr macht morgens den Computer an und es ist - keine E-Mail im Postkasten. Absolut nichts. Niemand hat an Euch gedacht, Tote Hose. Was würdet Ihr tun? » weiterlesen
«Schöner arbeiten, besser leben» ist unser Motto. Wir befassen uns mit all den großen Konzepten, kleinen Tricks und neuen Tools, die Euch produktiver machen. » weiterlesen