GTD-Tools (VII):
Getting Things Gnome

Camilla Kutzner, 5. Januar 2010 16:27 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Getting Things Gnome – kurz GTG genannt – ist eine schlanke Aufgabenverwaltung für Linux, genauer: für den GNOME-Desktop. Die Tatsache, dass das Programm seit Ubuntu 9.10 ins Ubuntu-Repository aufgenommen wurde, habe ich zum Anlass genommen, das Programm zu testen.

Getting Things Gnome will ein einfaches, mächtiges und flexibles Organisationstool für den GNOME-Desktop sein, so die erklärte Absicht der Initiatoren Lionel Dricot und Bertrand Rousseau. Es befindet sich in einem recht frühen Stadium – die aktuelle Versionsnummer ist 0.2.

Installation

GTG ist für die alle Linux-Distributionen sowie für FreeBSD und OpenBSD erhältlich. Unter Ubuntu kann es ab Version 9.10 «Karmic Koala» mit dem Befehl

sudo apt-get install gtg

installiert werden. Für 9.04 «Jaunty Jackalope» gibt es ein Personal Package Archive.
In den aktuellen Versionen von Debian und Fedora kann es ebenfalls über die Konsole installiert werden; Pakete für OpenSuse, ArchLinux, OpenBSD, FreeBSD, Gentoo liegen ebenfalls vor und Tarballs mit dem Quellcode können unter jeder Distribution genutzt werden.

Funktionsumfang

GTG hat zwei Ansichten, die Normalansicht und die Arbeitsansicht. Die Normalansicht zeigt eine hierarchische Liste von Aufgaben mit Unteraufgaben, die ein- und ausgeklappt und per Drag & Drop angeordnet werden können.

Die Arbeitsansicht zeigt eine einfache Liste ohne Hierarchie, in der nur Aufgaben, die hier und jetzt bearbeitet werden können, enthalten sind; es wird auch von einer Aufgabe mit Unteraufgaben nur die erste unerledigte Unteraufgabe angezeigt, da GTG davon ausgeht, dass diese Aufgaben in der Reihenfolge, in der sie in der Liste stehen, erledigt werden müssen.

Einzelne Tags (z.B. @someday) können ausgeschlossen werden, so dass damit versehene Aufgaben nicht in der Arbeitsansicht erscheinen. In beiden Ansichten werden das Fälligkeitsdatum und bis dahin verbleibende Tage angezeigt. Auch die Sidebar mit den Tags kann immer ein- und ausgeblendet werden. Beginnt man beim Anlegen einer neuen Aufgabe eine Zeile mit Spiegelstrich, so wird der Inhalt dieser Zeile als Unteraufgabe angelegt. Auf diese Weise können beliebig verschachtelte Projekte angelegt werden.

Die Normalansicht von Getting Things Gnome (Klick für größeres Bild)

Worte, denen ein @ vorangestellt wird, dienen als Tags. Darüber lassen sich zum Beispiel Kontexte oder Kriterien anlegen. Tags können mit frei wählbaren Farben versehen werden, und für jeden Tag kann mit einem Rechtsklick auf den Tag in der Seitenleiste festgelegt werden, ob er in der Arbeitsansicht erscheint. So kann man recht flexibel Aufgaben, die gerade nicht bearbeitet werden können, aus der Arbeitsansicht aussortieren.

Screenshot-Galerie Getting Things Gnome
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (4 Bilder)

Ein reduzierter, benutzerfreundlicher Spezialist

GTG ist ein minimalistisches Programm. Es bietet keine Möglichkeiten, Dateien einzubinden, und keine Reminder. Ebenso fehlen Import- und Exportmöglichkeiten und es lässt sich nicht als Datei zum Beispiel in meiner Dropbox oder auf einem USB-Stick an einen anderen Rechner mitnehmen.

Die grundlegende Getting-Things-Done-Idee, das Sammeln von Aufgaben vom Prozess des Sichtens und Durcharbeitens zu trennen, ist in GTG ebenfalls nicht umgesetzt. Das ist für mich eine der größten Schwachstellen des Programms. Angenehm ist jedoch, dass es nach der Installation keine weitere Einrichtung und nahezu keine Einarbeitung erfordert; man kann sofort loslegen. Dem Versprechen, einem nicht bei der Arbeit im Weg zu stehen, wird Getting Things Gnome damit gerecht.

Wer also ausgefeilte Filterfunktionen, Import- und Exportfunktionen benötigt, für den könnte GTG zu reduziert sein. GNOME-User hingegen, die nur an einem Rechner arbeiten, denen eine einfache To-Do-Liste in einer Textdatei nicht reicht, die sich andererseits aber von der Funktionsvielfalt ausgefeilterer Taskmanager erschlagen fühlen, sollten einen Blick auf diese schnörkellose Aufgabenverwaltung werfen.

» Projekthomepage von Getting Things Gnome
» PPA für Getting Things Gnome

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(Gefunden im Toolblog)

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2 Kommentare

  1. Hansjörg
    schrieb am 7. Januar 2010 um 15:10 Uhr (#)

    Wer arbeitet schon mit Linux?

  2. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 7. Januar 2010 um 15:23 Uhr (#)

    » Hansjörg: Du offensichtlich nicht, aber ungefähr 5 Prozent unserer Leser.

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