Informationen, Wissen und Lernen:
Tools für das persönliche Wissensmanagement
Was muss ich wissen und wie eigne ich mir neues Wissen an: Das war der Fokus des ersten Teils dieses Artikels zum persönlichen Wissensmanagement. Teil zwei widmet sich dem Geek-Aspekt: Welche Tools eignen sich dazu?
Im ersten Teil habe ich fünf Schritte zum persönlichen Wissensmanagement vorgeschlagen. Ich setze verschiedene Tools dazu ein. Wir lieben unsere Tools und Gadgets – meine Auswahl ist eine persönliche und subjektive, im besten Fall mag sie als Beispiel und Anregung dienen. Für jedes vorgeschlagene Instrument gibt es Alternativen, die sich hier und dort unterscheiden oder vielleicht sogar besser sind. Aber wie gesagt: Ich habe meine lieb gewonnen.
1. Schritt: FINDEN
Das Eingangstor: Der Google Reader
2. Schritt: UNVERHOFFTES FINDEN
Old School: Zeitungen und Zeitschriften
Ich gestehe: Ich lese Printpublikationen, darunter sogar eine Tageszeitung. Auf Papier. Die altmodische lineare Leseweise lässt mich Dinge finden, die ich nicht gesucht habe. Oft sind es fachfremde Themen, die an der Grenze zu meinen Interessen liegen oder mich zu etwas Eigenem inspirieren. Unverhofftes Finden nenne ich das. Häufig ist es «nur» interessant; ich lese Dinge aus Neugier, ohne gleich was damit anzufangen. Und außerdem: Ich lese nun mal gerne Zeitung zum Kaffeetrinken. Das entsprechende Gefühl stellt sich vor dem Computer einfach nicht ein (und nein, auch am iPhone nicht).
Hören und staunen: Videos und Podcasts
Mehr und mehr finde ich Interessantes in Videos sowie Screen- und Podcasts. Wahre Schätze finden sich in den Podcast-Archiven der öffentlich-rechtlichen Radioanstalten. Podcasts abonniere ich ganz profan mit iTunes. Auch 2009 mag ich E-Mail-Newsletter. Leider redet heute niemand mehr davon; ich habe immer noch etwa zwei Dutzend abonniert. Gut gemacht bietet mir dieses Format einen Überblick in kurzer Zeit.
3. Schritt: SAMMELN
Alles rein: Evernote
Für Eigenes: Der Zettelkasten
4. Schritt: STRUKTURIEREN
Ordnung ins Chaos: Mind Maps
Ich finde Informationen, sammle sie und finde sie wieder. Bloß: Bis jetzt habe ich vieles erfahren, aber noch wenig gelernt. Ich eigne mir Wissen am besten an, wenn ich es neu strukturiere. Mein Instrument dafür sind Mind Maps. Ich verwende den MindManager, andere Tools bieten einen ähnlichen Funktionsumfang. Ich gehe die gesammelten Informationsnuggets durch und was wichtig scheint, wird in das Mind Map reingehackt – in Stichworten und in kürzester Zeit. Am Ende lege ich die Quellenmaterialien weg und beginne mit dem Umbau. Was gehört zusammen, in welcher Reihenfolge und in welcher Hierarchie, was ist wichtiger, was weniger, was fehlt? Ich spüre fast körperlich, wie die Neuronen zwischen meinen Synapsen hin- und herschießen. Danach habe ich Informationen gewichtet, bewertet, strukturiert und in Zusammenhang gebracht. Ich habe das Thema für mich neu aufgebaut. Oder: Ich habe gelernt.
5. Schritt: PUBLIZIEREN
Blogs: Arbeit an der Sprache ist Arbeit am Gedanken
E-Books und Amazon Reviews
Mit Schreiben strukturiere ich neu Gelerntes. Publizieren ist mir auch aus motivationalen Gründen wichtig: Es dient als Ansporn, weil ich mich verpflichte. Im günstigen Fall ensteht eine Diskussion und ich erweitere mein Netzwerk. Und es ist auf jeden Fall Arbeit an meinem digitalen Reputationsmanagement. Kompetenzen werden sichtbar. Zwei weitere Instrumente, die sich gut eignen: Amazon Reviews und E-Books. Amazon Reviews werden 2010 regelmäßig auf meiner To-Do-Liste stehen. Ich werde ein Buch pro Monat lesen und auf Amazon eine Rezension dazu veröffentlichen. So vertiefe ich neu Gelerntes und gleichzeitig profitieren andere davon. Ganz ehrlich: Es befriedigt auch meine Eitelkeit, wenn 38 von 39 Leuten meine Rezension hilfreich fanden. Auch E-Books haben einen doppelten Nutzen: Sie unterstützen das eigene Lernen und belegen die neu erworbenen Kompetenzen. Ich gehe mit Seth einig: Es spielt keine Rolle, ob es tausend Leute downloaden. Aber bei der nächsten Stellenbewerbung oder im Verkaufsgespräch in vier Monaten kann es Gold wert sein.
BASISKOMPETENZEN DES WISSENSARBEITERS
Lernen und Schminken
Meine Auswahl an Tools und Methoden für das persönliche Wissensmanagement ist subjektiv und die meinige. Jede Software führt nämlich nach Rom. Solange man weiss, dass man nach Rom will. Sich eigene Wissensziele zu setzen ist der Schlüssel, um den gefühlten Information Overload zu verhindern. Durch das Internet hat sich die Menge an Informationen vervielfacht. Das Internet bietet aber auch die Werkzeuge, um damit umzugehen, etwa Ausdrucks- und Lernmöglichkeiten wie Blogs, Twitter, Diskussionsforen oder Videos. Ein Beispiel: Viele Leute vermuten in juicystar07 und ihren youtube-Videos über Make-up und Haare nur einen unbändigen Drang zur Selbstdarstellung, Banalitäten und Kommerz. Vielleicht. Vor allem aber eignet sie sich die Basiskompetenzen der Wissensarbeiterin an. Sie lernt Wissen zu sammeln, aufzubereiten und zu präsentieren. Sie lernt mit neuen Technologien umzugehen und eigene Inhalte zu erstellen. Sie lernt, andere Leute zu motivieren und anzuregen. Sie lernt sich zu präsentieren und zu verkaufen. Wie war das doch gleich, kürzlich im Bewerbungskurs für Arbeitssuchende?


























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Ich kann als Zettelkasten DEVONThink Pro wärmstens empfehlen.
Ich fand die beiden Artikel über das Wissensmanagement sehr interessant und nehme mir schon mal vor, das eine oder andere der hier vorgestellten tools auszuprobieren. Ich bin auch seit kurzem ein Freund von Podcasts, lasse mich durch Zeitung und Radiosendungen inspirieren, und versuche durch das Schreiben von blogs Themen (aus den Bereichen Musik, Bluegrass, Gitarre, Mandoline, Instrumentenbau,..) zu bearbeiten und für andere (falls es sie interessiert) zu präsentieren. So habe ich also einige Gemeinsamkeiten entdeckt. Evernote habe ich noch nicht ausprobiert, und vom Zettelkasten habe ich noch nicht gehört, könnte aber auch interessant sein. Vielen Dank!
Vielen Dank für Euren Überblick. Besonders die Idee von Everynote finde ich toll, Wissen online zu verwalten, da man ja doch häufig an unterschiedlichen Rechneren sitzt und so von überall Zugriff hat. Ich habe bisher viel mit OneNote gemacht, das ist eigentlich ganz gut, ist aber leider nur lokal installiert.
Den Zettelkasten werde ich auch ausprobieren, in der Hoffnung, mal wieder einen Schritt Richtung ‘papierloses Büro’ machen zu können.