Google Wave:
Der Erfinder von Gmail mag’s nicht

Google Wave hat nach anfänglicher Aufregung («Hat noch jemand Invites? Ich brauch unbedingt eine Einladung!») ziemlich viele enttäuschte Gesichter zurückgelassen («Will noch jemand ’nen Wave-Invite? Hab schon wieder 8 bekommen»). Nun wollen wir nicht gleich herumschirrmachern und das Ding für tot oder gefährlich erklären, weil wir nicht gleich durchblicken. Erstens ist das eine äußerst vorläufige Version, an der laufend entwickelt wird, zweitens braucht es eine gewisse Zeit des Trainings, bis sich die richtige Nutzung eines neuen Tools eingespielt hat.

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Prokrastination:
Die Versuchungen verschieben

Man kennt das ja: Einmal schnell in den Posteingang geschaut, schon ist eine halbe Stunde rum. Einen kurzen Blick auf Twitter geworfen, schon sind plötzlich zehn Tabs mit interessanten Links geöffnet. Michel Rossier erklärt in seinem Blog, wie er mit diesem lockenden Problem umgeht: Er öffnet keine Websites, sondern kopiert schnell den Link in ein Dokument, um ihn sich später vorzunehmen. Sozusagen die Low-Fi-Variante von Read it Later oder Instapaper, zusätzlich aber auch für alle anderen Ablenkungen geeignet, die nicht in URL-Form daherkommen.


Die Versuchungen werden einfach auf später verschoben (und wer weiß, ob sie dann immer noch so verlockend sind). Dafür reicht ein simpler Texteditor. Ich selbst bevorzuge xPad auf dem Mac, das den Vorteil hat, mehrere Dokumente in einem Fenster verwalten zu können, gleichzeitig aber nicht so aufgeblasen ist wie andere «Informationsmanager» mit ihren Ordnern, Unterordnern und Tags. Auf Papier klappt das Ganze natürlich auch.

Michels Tipp:

» Prokrastination – Ablenkung auslagern (rossier.info)

Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

Produktiv im Studium:
Die Lügen des Professors

Über spannende Vorlesungen und Seminare im Studium hat Camilla hier kürzlich geschrieben. Im Blog «Zen Moments» wurde nun ein Text des Autors Kai Peter Chang veröffentlicht, in dem er von einem besonders gelungenen Kurs erzählt. Der Professor kündigte damals zu Beginn des Jahres an, dass er in jeder seiner Sitzungen eine Lüge unterbringen werde – und es wurde die sportliche Aufgabe der Studenten, diese Lüge aufzudecken. Anfangs waren die Unwahrheiten auffällig und offensichtlich, mit fortgeschrittenem Kurs tarnte der Dozent sie besser.

Was war das Ergebnis? Die Studenten hörten aufmerksamer zu, und wenn mal eine Stunde verging, ohne dass die Lüge aufgedeckt wurde, saßen sie zusammen und suchten – und wiederholten so unmerklich den Stoff der Sitzung. Den zusätzlichen Trick, mit dem der Dozent seine Zuhörer reinlegte, verrate ich nicht, das sollt Ihr selbst lesen:

» My Favorite Liar (zenmoments.org)

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Tickler File:
Was man mit den 43 Folders tun kann

Zentraler Bestandteil von David Allens Getting-Things-Done-Methode sind die «43 Folders», 43 Mappen, mit denen man seine Wiedervorlage organisiert. 12 dieser Mappen sind für die Monate des Jahres, 31 für die Tage des Monats. Das Ganze nennt sich auch «Ticker File» und soll wirklich sehr nützlich sein.

Ich sage «soll», weil sich mir persönlich der Nutzen nie erschlossen hat. In meiner Wiedervorlage sind vor allem Aufgaben, und die muss ich nicht physisch ablegen, sondern setze mir Reminder per Mail oder im Kalender oder lege mir Einträge in meinem Taskmanager Things auf ein bestimmtes Datum, zu dem sie dann automatisch erscheinen.

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Zeitmanagement:
Die sechs verschiedenen
Typen von «Zeit»

Zeitmanagement-Tipps beziehen sich nicht immer, aber überwiegend auf die Zeit des produktiven Arbeitens. Sport wird empfohlen, ja, und ein paar Ratschläge zur Entspannung gibt es auch – aber all das fällt im Zweifel hinter die Produktivität zurück, in der Literatur ebenso wie im echten Leben. Ali Hale betont dagegen im Blog «Pick the Brain», dass es verschiedene Typen von Zeit gibt, die es einzeln zu berücksichtigen gilt. Sie identifiziert sechs «Zeitsorten»:

 

  • Die Zeit der Kreativität und des produktiven Arbeitens
  • Die Zeit physischer Aktivität (aka Sport)
  • Die Zeit spielerischer, zielloser Beschäftigung
  • Die Zeit des Lernens und Entwickelns
  • Die Zeit des Reflektierens
  • Die Zeit der Erholung und Entspannung

Interessant wird diese Einteilung, wenn man sich fragt, an welchen dieser «Zeiten» es uns mangelt. Welche priorisieren wir, um welche kümmern wir uns gar nicht, was glauben wir, richtig zu machen, und vernachlässigen es doch?

» 6 Types of Time: Which Are You Missing? (pickthebrain.com)

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«Productivity Porn»:
Produktiv sein, ohne es zu übertreiben

Es gibt da diesen Witz:

Du weißt, Du bist ein Produktivitätsfreak geworden, wenn Du beim Anblick Deines hingefallenen und heulenden Kindes fragst: What’s the next action? (Was ist der nächste Schritt?)

Wer sich in jeder Sekunde seines Lebens vom Streben nach mehr Effizienz unter Druck setzen lässt und vor lauter Produktivitätsmethodik nichts anderes mehr wahrnimmt, ist genau das eben nicht mehr: Effizient und produktiv. Jedenfalls nicht in dem Sinne, den wir hier bei imgriff.com verfolgen – es geht nicht darum, immer mehr immer schneller zu erledigen, sondern immer entspannter das wegschaffen zu können, was man tun muss (um sich anschließend möglicherweise viel wichtigeren Dingen zu widmen).

Dragos Roua ist offensichtlich derselben Meinung, denn er hat einen langen und guten Text darüber verfasst, wie man produktiv ist, ohne zum Produktivitätsfreak zu werden:

» How To Be Productive without Becoming a Productivity Freak (dragosroua.com)

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Getting Things Done mit Google:
Werkzeug fürs Tuning der Tools

Mit diversen Erweiterungen und Tools lassen sich Google-Angebote wie Gmail oder Google Calendar hervorragend zur GTD-Organisationszentrale umbauen. Eine lange Liste solcher Möglichkeiten gibt es bei Investintech.com: Alles, was man zum Tuning des RSS-Readers, des Chrome-Browsers, von Gtalk oder Google Maps benötigt. «Getting Things Done» ist in diesem Fall weitgefasst und nicht immer auf die konkrete Methode von David Allen beschränkt.

» Willing to Take the Google Risk: 101 Tools to GTD with Google (investintech.com, gefunden im Toolblog)

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Produktivitätsbücher:
Lese-Empfehlungen 2009

Dustin Wax hat im US-Blog Lifehack.org die zehn besten Produktivitätsbücher des Jahres 2009 gekürt. Als einer der Hauptautoren von Lifehack und regelmäßiger Rezensent von Sachbüchern darf man seinem Urteil wohl vertrauen – sofern man sich auch an englischsprachige Lebenshilfe-Literatur wagen möchte, denn ins Deutsche übersetzt ist bislang nur ein einziges der Bücher: Malcolm Gladwells «Outliers», das im Campus-Verlag unter dem Namen «Überflieger» (Affiliate-Link) erschienen ist.

 

Natürlich auch auf der Liste (deren Positionen keine Rangordnung darstellen sollen): David Allens aktuelles Buch «Making It All Work» (Affiliate-Link) und einige weniger bekannte, aber noch interessanter klingende Werke – viel Stoff für den kommenden Winter also:

» 10 Best Productivity Books of 2009 (lifehack.org)

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Pünktlichkeit:
Die Arroganz des Verspäteten

Niemand kann immer pünktlich sein, denn manches kann man einfach nicht einplanen – insbesondere, wenn man für pünktliches Erscheinen weite Strecken mit mehreren beteiligten Verkehrsmitteln zu überwinden hat. Aber Viele könnten häufiger pünktlich sein, als sie es sind. Denn allzu oft gibt es für Unpünktlichkeit keine Entschuldigung, sondern bloß eine Erklärung, eine – vermeidbare – Ursache; so jedenfalls Jochen Mai, der sich auf Karrierebibel.de unmissverständlich äußert:

«Um es klar zu sagen: Unpünktlichkeit ist kein Schicksal, sondern unverschämt, eine – more or less – subtile Form von Arroganz. Sie sagt: Anderes ist mir wichtiger.»

» Ist es wirklich schon so spät? – Unpünktlichkeit ist gelebte Arroganz (karrierebibel.de)

Ebenfalls zum Thema Pünktlichkeit / Unpünktlichkeit bei imgriff.com:

» Rechtzeitig an Ort und Stelle – aber bitte streßfrei!
» Zeit als kontinuierlicher Fluss oder planbare Struktur?

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Online-Backup:
Die fünf besten Tools für die Datensicherung im Web

Backups sind ein Muss, das müssen wir niemandem erzählen. Dass es sich dabei um Allgemeinwissen handelt, heißt allerdings noch lange nicht, dass jeder danach handelt. Möglicherweise hilft ein Online-Backupdienst dabei, die Hürden zu senken:

Lifehacker.com hat seine Leser nach ihren Favoriten für die Online-Datensicherung gefragt und nun das Ergebnis veröffentlicht. Die fünf besten Tools fürs Online-Backup heißen Crashplan, Mozy, Dropbox, Jungle Disk und Carbonite. Erklärungen zu allen fünf Diensten direkt bei den Kollegen:

» Five Best Online Backup Tools (lifehacker.com)

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