Augmented Reality:
Produktivität in neuer Dimension?

Thomas Mauch, 28. Oktober 2009 16:57 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Augmented Reality wird das Buzzword des Winters werden. iPhone und Konsorten sind die eigentlichen Treiber dieser Welle. Was aber bedeutet diese «verbesserte Realität» für unsere tägliche Arbeit? Birgt sie ungeahntes Produktivitätspotenzial? Eine kleine Umschau.

Das Prinzip der Augmented Reality (AR) hat Martin Weigert in unserem Schwesterblog netzwertig.com erläutert und die wichtigsten Applikationen vorgestellt. Mich hat nun interessiert, was AR für meine Arbeitsproduktivität bietet. Das Ergebnis: Produktivitäts-AR-Anwendungen sind noch rar. Erste Ansätze lassen mich aber vermuten, dass wir in ein bis zwei Jahren frische Denkansätze und neue Tools sehen werden. Die Beispiele hier sind  als Vorgeschmack und Anregung zu verstehen: Was könnte da  kommen und was würden wir uns noch wünschen?

Wer als mobiler Web-Arbeiter in Großbritannien unterwegs ist, sollte sich Worksnug ansehen. Worksnug ist ein sogenannter Layer für Smartphones wie das iPhone und bietet Echtzeit-Informationen zu den Wasserlöchern der modernen Arbeitsnomaden: Cafés und andere Orte mit schnellem Internet-Zugang und gutem Kaffee.

Eine kleine, aber feine AR-Innovation stellt die US-Post mit ihrem Virtual Box Simulator vor. Sie löst ein ärgerliches, altbekanntes Problem: Wie finde ich heraus, welche Paketgröße mein Versandgut benötigt? USPS’ neuer Service ist nicht weltbewegend, nutzt aber konsequent die spezifischen Vorteile dieser neuen Technologie.

In Frankreich werden erste AR-angereicherte Bücher verkauft. Buch und PC arbeiten Hand in Hand. Im Beispiel geht es um Bildungsinhalte. Denkbar wäre ein solcher AR-Einsatz auch für Bedienungsanleitungen oder Betriebsmanuals – etwa für den Aufbau von Ikea-Möbeln oder den Setup des neu erstandenen All-in-one-mit-Wifi-Druckers. C’est génial!

Noch etwas visionärer, aber schon fast alltagstauglich, ist das ACME-Projekt des VTT Technical Research Centre of Finland. ACME steht für Augmented Collaboration in Mixed Environments. Die Leute verbinden AR mit Virtual Reality – ein unerwartetes Wiedersehen mit Second Life. Das VTT veranstaltet mit herkömmlichem Equipment Sitzungen, bei denen der Avatar des weit entfernten Teilnehmers im Raum sitzt. Noch etwas geekig, aber so nahe an «Beam me up, Scotty», waren wir Otto Normalarbeiter wohl noch nie.

Nicht sonderlich innovativ, aber eine witzige Spielerei sind die Visitenkarten von Genuine Interactive. Ähnliches haben wir vor Jahren auf diesen Mini-CDs gesehen. Aber hier kommt es mit Marker, Webcam und 3D. Und Genuine Interactive zeigen gut und eindrücklich, was AR ist und kann.

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3 Kommentare

  1. Martin
    schrieb am 29. Oktober 2009 um 10:05 Uhr (#)

    Hallo,

    an sich ein schöner Artikel, aber leider findet hier nur das iPhone erwähnung. Dabei war/ist eigentlich Android der vorreiter bei mobilen AR Anwendungen. So war z.b. Layar, ein Programm mit dem man sich z.B. die lokalen Ergebnisse von Google (Café,Kino,Infos zu Sehenswürdigkeiten) als Layer anzeigen lassen kann meines Wissens nach ein Stück vor allen iPhone Programmen zu haben…
    Das macht deinen Artikel nicht falsch, aber ich denke man sollte doch nicht nur auf das iPhone eingehen, vorallem weil sich Android momentan immer größerer beliebtheit erfreut.

    mfg
    Martin

  2. Arne
    schrieb am 30. Oktober 2009 um 14:49 Uhr (#)

    Ein weiteres Beispiel, das ein reellen, sehr nützlichen Einsatz zeigt, kommt von BMW:
    http://www.youtube.com/watch?v=P9KPJlA5yds
    Augmented Reality als Hifle bei der Wartung eines PKWs.
    Gruß, Arne

  3. BarbaraDigitalismedia
    schrieb am 8. November 2009 um 19:33 Uhr (#)

    Generell sehr interessant, was mit Augmented Reality schon möglich ist bzw. noch möglich sein wird… Erlebbar ist dies auch auf der Intel Ultra-Thin-Website mit Animation und Nachrichten in Augmented Reality, die demonstrieren, wie dieses Konzept möglich ist.
    http://www.intel.de/ultraflach

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