Der Link am Mittag:
Ruhigen Gewissens prokrastinieren, trotzdem mehr erledigen

Florian Steglich, 1. September 2009 12:15 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Wer prokrastiniert, schafft manchmal mehr: Indem er statt der einen, unangenehmen Tätigkeit drei nicht ganz so schlimme Dinge erledigt. Das schlechte Gewissen ist damit allerdings noch nicht unbedingt weg.

Anders sieht es beim Blogger Nik Karlil aus, der dafür plädiert, sich der Versuchung der Prokrastination willig hinzugeben, wenn sie sich zeigt – und einfach danach zu tun, was zu tun ist. Sein nicht ganz von der Hand zu weisendes Argument:

Wenn ich eigentlich gerade eine Folge meiner präferierten Fernsehserie sehen mag, kann ich mich zwar schon dazu zwingen, auszuschalten und stattdessen zu arbeiten; bloß kehren dann meine Gedanken immer wieder zum Plot der Serie zurück. Wieviel besser ist es da doch, die halbe Stunde zu opfern und sich anschließend – ohne Ablenkung – der anstehenden Aufgabe zu widmen!

Anders ausgedrückt:

  • «Das mach’ ich später.» – ist nicht so gut.
  • «Das mach’ ich später, sobald die Folge vorbei ist / ich meine Mails gelesen habe / ich ein Stündchen interesselos in der Sonne gesessen habe.» – hingegen ist eigentlich kein Problem.

Es geht also um die Konzentration, sie ist der Schlüssel zur Produktivität. Und wenn es hilft, dafür erstmal die Ablenkungen auszuschalten, indem man ihnen nachgibt – warum nicht?

» Procrastination Hacks Ultimatum Part IV: How To Procrastinate And Produce More (personaldevelopmentpro.net, gefunden bei Leo)

Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag (und manchmal auch erst mittags) ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

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2 Kommentare

  1. Michael Kieweg
    schrieb am 1. September 2009 um 13:41 Uhr (#)

    Jemand, der sich so kontrolliert verhält / verhalten kann, prokrastiniert meines Erachtens nicht. Das Wesen der Prokrastination ist es doch, daß ich eben nicht so kontrolliert bin, sondern immer neue Ablenkungen finde, denen ich lieber nachgehen möchte.
    Nach der Fernsehserie noch einen Kaffee, dann den Hund Gassi führen und dann noch Mails checken und danach das Abendessen für die Holde vorbereiten und dann in die Muckibude und dann – bin ich leider wieder nicht dazu gekommen den Abschlußbericht zu schreiben.
    Das ist Prokrastination!

  2. Arbeit verschoben
    schrieb am 1. September 2009 um 16:36 Uhr (#)

    Prokrastinieren erfordert zunächst ja eine künstliche Ersatzhandlung, also etwas was eigentlich unwichtig ist, aber nun als verlockender als die eigentliche Aufgabe angesehen wird. Auch eine uneffektive Handlung (wie eine TV-Serie) kann sinnvoll (und nicht künstlich) sein, wenn sie “nur” Teil des sozialen Lebens ist.

    Wer die TV-Serie allerdings tatsächlich nur als Vorwand hat fährt mit “Das mach’ ich später, sobald..” natürlich besser. Nur wie kann er sicherstellen, dass er danach nicht vor dem gleichen Problem steht. Dann teilt er nur das Prokrastinieren in lauter kleine Teilabschnitte…

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