Twitter-Tools:
Mit Twitter alles im Griff

Rund um den Kurznachrichtendienst Twitter sind zahlreiche kleine Helferlein entstanden, darunter auch einige, um sich besser zu organisieren und andere Tools miteinander zu vernetzen. Ein paar davon möchten wir Euch hier vorstellen.

Wenn es um Twitter geht, scheiden sich die Geister. Macht es die Arbeit produktiver oder ist es das beste Prokrastinationstool, das das Web zu bieten hat? Die Zahl der Twitternutzer steigt jedenfalls exponentiell – das bedeutet wohl, dass es entweder sehr nützlich ist oder allen fantastisch dabei hilft, sich selber abzulenken.

Ein Grund für den Erfolg von Twitter ist die Möglichkeit für andere Anbieter, sich über Twitters API (Programmierschnittstelle) direkt an das System anzuschließen. Dadurch sind zahlreiche kleine Helferlein entstanden (siehe z.B. 99 gute Twitter-Tools), darunter auch einige, um sich besser zu organisieren und andere genutzte Tools miteinander zu vernetzen.

Ein paar davon möchte ich Euch hier vorstellen:

Notizen zwitschern: Evernote und Twitter

Ich selbst nutze Evernote, um alle meine Ideen zu erfassen. Mit diesem Tool kann man sämtliche Notizen, Fotos, Dokumente etc. sammeln und an einem Ort elektronisch aufbewahren (hier unser ausführlicher Test). Der Vorteil ist, dass man Evernote entweder auf dem Rechner laufen lässt oder vom Web aus darauf zugreift. Die Daten werden synchronisiert, so dass man überall die selben Informationen zur Verfügung hat. Es gibt Leute da draußen, die alle ihre Unterlagen in Evernote aufbewahren, inklusive ihrer Versicherungsscheine für den Fall, dass ihnen das Haus abbrennt.

Leider überfallen mich Ideen häufig gerade dort, wo ich keinen Zugriff aufs Web habe (falls ich überhaupt meinen Laptop mit mir herumtrage). Für genau diesen Fall gibt es die Möglichkeit, sich über Twitter Notizen an seinen eigenen Evernote-Account zu schicken (Informationen dazu im Evernote-Blog):

  1. Du musst bei Twitter @myEN folgen
  2. myEN wird zurückfolgen und Dir eine Direct Message schicken
  3. Du musst jetzt nur noch den darin enthaltenen Link anklicken, Dich bei Deinem Evernote-Account anmelden und die Verbindung einrichten: fertig!

Von nun an kannst Du Dir auf zwei Arten etwas zu Evernote rübertweeten:

  • Schreib @myEN irgendwo in einen Tweet, und er landet in Deinem Evernote-Account
  • oder schick eine Direktnachricht an myEN.

So kannst Du interessante Links oder Twitpics direkt in Evernote ablegen – oder über den diskreten Weg der Direktnachricht auch andere Informationen oder Ideen.

Vergiss die Milch nicht: Remember The Milk und Twitter

Meine Liste, in der ich alles erfasse, verwalte ich in Remember The Milk. Das ist ein Tool, in dem man Aufgaben erfassen, taggen und in Listen sortieren kann. So lassen sich Aufgaben auch Projekten oder Mitarbeitern zuordnen – hier unser großer Remember-the-Milk-Test. Ich finde Remember the Milk besser als ähnliche Programme, weil es so einfach zu bedienen ist, sehr mächtige Suchfunktionen hat und verschiedene Accounts zusammenarbeiten können. Was aber, wenn mir Aufgaben einfallen oder von meiner Ehefrau “zugeteilt” werden, und ich nicht am Rechner sitze?

In solchen Fällen kann man sich die Aufgabe auch über Twitter an seinen RTM-Account schicken. Das geht so:

  1. Du musst bei Twitter @rtm folgen
  2. Auf der RTM-Seite für Twitter erscheint daraufhin rechts oben eine Box mit einem Code (Du musst dafür bei RTM angemeldet sein)
  3. Diesen Code schickst Du per Direktnachricht an rtm (“d rtm: xxxxx”, wobei xxxxx Dein Code ist)

Eine Liste aller möglichen Befehle gibt es bei RTM.

Von unterwegs twittern: Notizen und Aufgaben versenden

Um das nun auch offline zu nutzen, ist die Voraussetzung, sich bei Twitter einen SMS-Zugang einzurichten. Unter Settings » Devices kannst Du Deine Mobilnummer eintragen. Sende von dieser Nummer eine SMS an die Twitter-Nummer, und Du kannst von unterwegs twittern – und damit jederzeit für die Kosten einer SMS alle möglichen Notizen oder Aufgaben direkt dahin schicken, wo sie nicht mehr abhanden kommen (wenn SMS in Deinem Telefon-Vertrag enthalten sind, ist es sogar kostenlos). Noch einfacher ist es natürlich für alle, die ein Mobiltelefon mit Online-Zugang haben: Mit iPhone, Blackberry und offline mit Google Gears lassen sich Aufgaben für RTM natürlich auch ohne SMS-Umweg sammeln. Evernote-Applikationen gibt es übrigens für iPhone, Blackberry und Windows Mobile.

Gelbe Zettel auf dem Desk: Postica und Twitter

Postica ist ein Webservice für gelbe Klebezettel. Die klebt man sich nicht an die Wand, sondern virtuell auf den Monitor. Die Zettel kann man verschieben, Postica merkt sich die Position auf dem Bildschirm. Und wenn man seinen Postica-Account mit Twitter verbindet (ganz einfach: @postica followen und dann den eigenen Twitter-Usernamen bei Postica eintragen), kann man sich über Twitter neue Notizen schicken (Informationen dazu bei Postica). Dabei kann man sich sogar die Farbe aussuchen, in der die getwitterten Zettel erscheinen sollen.

Zu Terminen einladen: Twtvite

Ein weiteres nützliches Tool ist twtvite. Damit lassen sich sogenannte tweetups organisieren. Das sind Treffen von Twitter-Usern. Um twtvite zu nutzen, muss man folgendermaßen vorgehen:

  1. Den Twitternamen eingeben
  2. Einen Namen für das Event eingeben
  3. Adresse und Zeit eintragen

Anschließend kann man noch die Zahl der Gäste beschränken und Hashtags vergeben und erhält daraufhin einen kurzen Permalink, den man per Twitter versenden kann. Twitternutzer, die so eine Einladung erhalten, klicken auf den Link und entscheiden dann per Klick, ob sie kommen.

Eieruhr bei Twitter

Mit Twitter kann man sich auch Termine setzen. Der Weg dazu:

  • @timer followen
  • Eine Direktnachricht an @timer schicken mit Minutenangabe und kurzem Text (Beispiel: “d timer 60 eier sind jetzt hartgekocht”)
  • Zu beachten ist, dass es sich um mindestens fünf Minuten handeln muss. Außerdem funktioniert das nur relativ genau, für Frühstückseier ist dieser Service also nur bedingt geeignet.

    Paketverfolgung mit Twitter

    Mit dem Service Trackthis schließlich kann man alle seine Paketsendungen verfolgen. Das geht nicht nur über Twitter, sondern auch per E-Mail und auf anderen Wegen. Und es klappt mit UPS, DHL, FedEx und weiteren Paketversendern. So geht’s:

    1. @trackthis folgen
    2. Eine Direktnachricht an Trackthis schicken, mit Paketnummer und Text (Beispiel: “d trackthis 123457890 automatischer Eierkocher für Frühstückseier”)

    Trackthis sucht sich den Versender raus, sammelt die Daten und schickt Dir dann Status-Tweets. So erfährst Du, was mit dem Paket gerade passiert, immer wenn sich was ändert.

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    10 Kommentare

    1. Stefan
      schrieb am 28. Mai 2009 um 15:10 Uhr (#)

      Hallo,
      tolle Tipps!
      Habe grad vor ein paar Tagen selbst einen Artikel zum Thema Twitter/Produktivität gebloggt:
      http://krecher.com/2009/0…r-produktivitat.html
      Da werden noch weitere Tools vorgestellt

    2. Lippe
      schrieb am 28. Mai 2009 um 17:49 Uhr (#)

      Mite läßt sich ebenfalls via Twitter füllen:
      http://mite.yo.lk/plattform/twitter.html

    3. Daniel Schlotter
      schrieb am 29. Mai 2009 um 00:15 Uhr (#)

      Also Evernote gibt es mittlerweile auch für Mobiltelefone. Mit meinem Blackberry habe ich somit stets meine Notizen zur Hand bzw kann auch mal fix welche hinzufügen. (gegenseitige Synchronisation)

    4. Bernd
      schrieb am 29. Mai 2009 um 02:35 Uhr (#)

      Wo liegt der Sinn darin von meinen Paketen ständig Statusmeldungen zu erhalten wo sie gerade sind? Eigentlich gibt es nur 2 wichtige Stati für mich. Es ist angekommen, oder nicht. Den überprüfe ich mit einem Blick in den Briefkasten. Ist es überfällig schau ich mit der Trackingnummer auf der Webseite nach. Aber das 1mal um zu sehen ob es abgeschickt wurde. Und dann halt einfach altmodisch gedulden. Alles Andere scheint mir Informations-Overkill.

    5. Schreibt hier auf dem Blog Gregor Gross
      schrieb am 29. Mai 2009 um 09:26 Uhr (#)

      Danke für die vielen Hinweise und Tipps und Verlinkungen.

      @Bernd: Ich fand’s witzig. Information Overkill gibt’s bei Twitter ohnehin. Meine Kunden wollen manchmal ziemlich viel wissen über ihre Sendungen.

      @Lippe: Sehr guter Hinweis zu Mite. Das schaue ich mir gerade an, vielleicht gibt’s ja bald einen Artikel dazu.

    6. Ralph
      schrieb am 2. Juni 2009 um 11:24 Uhr (#)

      Hm… posti.ca scheint ja ziemlich tot zu sein. Ich kann zwar followen, aber es wird nicht zurückgefollowed. Hintergrund ändern auf der Webseite klappt auch nicht. Wie siehts bei euch aus?

    7. Schreibt hier auf dem Blog Gregor Gross
      schrieb am 3. Juni 2009 um 16:55 Uhr (#)

      @Ralph:

      Tja, ich gebe es zu. Ich habe das nicht gecheckt, weil ich nicht mit gelben Zetteln arbeite. Bei mir in der Firma machen das aber sehr viele. Ich weiß aber nicht, wieviel von denen Twitter damit kombinieren.

      Deswegen dachte ich, es gibt halt viele die solche gelben Zettel mögen – also nimmste es mit rein.

      Sieht aber auf dem Blog etc. nicht so aus, als ob es “down” wäre. Was aber nix heissen muss…

    8. andy
      schrieb am 17. Juni 2009 um 10:23 Uhr (#)

      Ganz neu dabei ist auch twmem.com, ein Twitter-basierter Notizen und Erinnerungen-Dienst!

      Vor allem gut wenn man wirklich ein kleines aber feines Tool sucht!

    9. Christian Mäder
      schrieb am 12. Oktober 2009 um 11:23 Uhr (#)

      Vielen Dank für diese längst fällige Zusammenstellung!

      Herzliche Grüsse

      BAROLINO

    10. CitrusBlog.net
      schrieb am 17. November 2009 um 22:25 Uhr (#)

      New Twitter Tool TweetIT 0.1 download:
      http://www.citrusblog.net/?p=167

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